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Åre-Vorgänger Staudacher gab Paris die entscheidenden Tipps

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Erfahrung zahlt sich irgendwann doch aus. Im Ski-Weltcup gehört Dominik Paris schon seit Jahren zu den besten Speedfahrern, bis zu seinem ersten großen Titel musste er aber fast 30 werden. Die entscheidenden Tipps, die ihn zum Super-G-Weltmeister machten, holte sich der Südtiroler in Åre von seinem Vorgänger Patrick Staudacher. Der Åre-2007-Gewinner ist mittlerweile 38 – so alt wie Johan Clarey.

„Es ist ein sehr spezieller Tag für mich. Ich habe nicht erwartet, ein so wichtiges Rennen in der Saison gewinnen zu können“, meinte Paris bei der Pressekonferenz. „Es war sehr tough, und es waren nicht die Konditionen, die ich mag. Ich mag es, wenn es eisig und schlagig ist. Aber ich hatte ein tolles Gefühl beim Fahren, ich bin sehr glücklich.“ Kurz vor dem Ziel unterlief ihm noch ein Schnitzer. „Ich war nicht wirklich happy mit diesem Lauf, weil ich wusste, alle guten Läufer sind noch auf dem Berg. Aber am Ende war ich der Glückliche.“

Was den Weltklasse-Athleten am Mittwoch in erster Linie Probleme bereitete, waren die schwierigen Sichtverhältnisse. „Bei diesem Licht war es so hart, ans Limit zu gehen. Das Licht war so flach, man konnte die Wellen und Schläge nicht sehen. Die waren zwischen den Toren, und man konnte nicht wissen, ob sie da sind oder nicht“, erklärte der 29-jährige Paris.

Was die Konkurrenz aus dem Ausland jedoch nicht hatte, war ein Einflüsterer am Streckenrand, der genau wusste, worauf es auf der WM-Piste ankommt. Exakt vor zwölf Jahren, am 6. Februar 2007, gewann mit Staudacher ein anderer Südtiroler in Aare WM-Gold im Super-G. Heute arbeitet der 38-jährige Staudacher als Trainer für die italienischen Speed-Herren im Europacup, ist derzeit aber in dem schwedischen WM-Ort.

„‚Staudi‘ war heute an der Strecke, und er hat mir die Schlüsselstellen verraten. Das ist sicher ein Vorteil gegenüber den anderen, wenn man jemanden hat, der weiß, wo er vor zwölf Jahren das Rennen gewonnen hat“, verriet Paris. „Nach zwölf Jahren hat sich vielleicht auch ein bisschen etwas verändert. Aber es gibt einem auf jeden Fall viel Vertrauen.“ Staudacher, der sich im Mittelteil postiert hatte, war von der Südtiroler Zeitung „Dolomiten“ vor dem Super-G übrigens um seinen Siegertipp für das Rennen gebeten worden. Seine Antwort: „Ich tippe auf Dominik Paris, und das ist kein riskanter Tipp.“

Paris hat zwölf Weltcup-Siege auf dem Konto, unter anderem gewann er je viermal in Kitzbühel und Bormio. Bei Großereignissen hatte es vor Aare aber nur 2013 in Schladming zu Edelmetall gereicht. In der Abfahrt musste er sich damals dem norwegischen Speed-König Aksel Lund Svindal geschlagen geben. „Es war einer meiner größten Träume, eine Medaille zu gewinnen, und eine Goldmedaille ist die wichtigste Medaille. Ich habe das nicht erwartet, aber das bedeutet für meine Karriere sehr viel“, sagte Paris nun.

Viel habe damit zu tun, dass Weltmeisterschaften und Olympische Spielen oft auf unbekannten Pisten ausgefahren werden. „Im Weltcup ist es ein bisschen anders. Man kennt die Pisten, man ist besser vertraut, man weiß die Schlüsselstellen. Das hier ist eine Piste, die man nicht so oft fährt, voriges Jahr war es auch nicht das Wahre beim Finale. Es sind halt gewisse Unsicherheiten dabei“, meinte Paris.

Clarey musste für seine erste Medaille überhaupt erst 38 Jahre und 29 Tage alt werden. Der Franzose, der sich Super-G-Silber mit dem Österreicher Vincent Kriechmayr teilte, stand im Weltcup erst fünf Mal auf dem Podest, im Super-G erst ein einziges Mal. Vor zehn Tagen in Kitzbühel war er Zweiter, hinter dem Deutschen Josef Ferstl und unmittelbar vor Paris.

„Ich glaube, in diesem Jahr war es sicher meine größte Chance. Ich bin die ganze Saison gut gefahren. Aber im Super-G habe ich das nicht erwarten können. Zu Beginn der Saison bin ich mit Nummer 55 oder so gestartet, glaube ich“, sagte der älteste Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften. „Ich habe gedacht, vielleicht könnte ich dieses Jahr eine Medaille machen. Es war nur ein Traum – jetzt ist es ein Traum, der wahr geworden ist. Aber besser später als gar nicht.“

Während Paris schon in der Nacht auf Montag – zwar ohne Gepäck, aber doch – in Aare war, kam der 1,90-Meter-Mann erst am Montagmittag nach einer langen Odyssee per Zug an. Sein Gepäck trudelte am Dienstagnachmittag an. „Das war nicht die ideale Vorbereitung.“ Ein Tag mehr Pause wäre ihm zwar lieber gewesen, am Ende reichte es aber trotzdem zum größten Erfolg in seiner Laufbahn.

Quelle: APA

Foto: Agence Zoom

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Elina Kalela

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