Hans Flatscher: "Lara Gut ist perfekt vorbereitet"

Hans Flatscher:
09.09.2017 10:07:15 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Lara Gut reist nach ihren ersten Schwüngen auf Schnee ins Trainingslager nach Südamerika. "Eine gute Sache", sagt Hans Flatscher, der Frauen-Cheftrainer von Swiss Ski.

Die Schweizer Speed-Fahrerinnen wie auch die Technikerinnen haben ihre Trainingslager in Südamerika beendet und sind wieder zurück in Europa. Den umgekehrten Weg geht jetzt Lara Gut. Nachdem die 26 Jahre alte Tessinerin am 4. September nach der schweren Knieverletzung ihre ersten Schwünge in den Schnee gezogen hat fühlt sie sich bereit dafür, den nächsten Schritt zu tun. "Wir werden am Anfang viel frei fahren und dann schauen wir weiter", sagt Trainer-Vater Pauli Gut. Möglich, dass sich das Team Gut – bestehend aus der Athletin, Trainer Pauli, dem Physiotherapeuten und dem Servicemann – einem andern Team zum gemeinsamen Training anschliessen wird.

Die Tessinerin hatte sich am 10. Februar in der unmittelbaren Vorbereitung auf den WM-Kombinationsslalom von St. Moritz das vordere Kreuzband und einen Meniskus im linken Knie gerissen. Es folgten die Operation durch Dr. Siegrist in Genf, die Tage der Reha, Ferientage und die ersten Trainings.  Am 4. September war es dann soweit: der erste Skitag. Hans Flatscher, Cheftrainer der Schweizer Frauen, ist von Guts eingeschlagenem Weg zurück überzeugt. "Lara ist physisch bereit und reist perfekt vorbereitet nach Südamerika. Sie wird dort viel profitieren können." Die Voraussetzungen für den Einstieg ins Training auf Schnee seien für Lara Gut in Chile ideal. "Das abwechslungsreiche Gelände, die besondere Lage – Lara wird dort grössere Umfänge trainieren können als auf europäischen Gletschern", sagt Flatscher.

Positiv fällt Flatschers Bilanz nach den zurück liegenden Trainingstagen mit den Speed-Fahrerinnen und den Technikerinnen aus. "Wir haben es vom Wetter und von der Schneesituation her wirklich gut erwischt. Es ist ja immer auch ein gewisses Risiko dabei, das sich nicht berechnen lässt." Das geplante Trainingsprogramm habe umgesetzt werden können und von Verletzungen sei das Team nahezu verschont geblieben. "Dass sich Corinne Suter am letzten Trainingstag verletzt hat, ist Pech", so Flatscher. Darin, dass sich ebenfalls an deren letztem Trainingstag in Neuseeland die Österreicherinnen Julia Grünwald (Knorpelfraktur an der rechten Kniescheibe) und Bernadette Lorenz (Luxationsfraktur am rechten Knöchel sowie eine Ellbogensubluxation mit Bänder- und Sehnenriss) verletzt haben, sieht Flatscher keinen Zusammenhang. "Ich habe keine Ahnung, was bei den Österreicherinnen passiert ist und kann so auch keine gesicherten Rückschlüsse ziehen. Aber ich glaube nicht, dass die Athletinnen am letzten Trainingstag zu müde oder zu wenig konzentriert gewesen sind. Bei Corinne war es ein ganz normaler Ausfall der immer wieder passieren kann. Beim Griff in den Schnee hat sie einen 'klassischen Skidaumen' produziert. Dass dabei das Band so verletzt und dadurch eine Operation nötig worden ist, ist Pech."



 
Foto: Agence Zoom