​Marcel Hirscher holte Adelboden-Double und 7. Saisonsieg

​Marcel Hirscher holte Adelboden-Double und 7. Saisonsieg
07.01.2018 15:56:01 | Milena Schötzer
APA / MS - Fast auf den Tag genau einen Monat vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang hat Marcel Hirscher am Sonntag seine Vormachtstellung im alpinen Weltcup untermauert. Nach dem Riesentorlauf-Sieg am Samstag holte der 28-jährige Salzburger am Sonntag auch den Slalom-Triumph und damit sein zweites Adelboden-Double nach 2012. Hirscher gewann nur 0,13 Sekunden vor Landsmann Michael Matt.

Im Gegensatz zur überragenden, mittlerweile schon neunfachen Saisonsiegerin Mikaela Shiffrin feierte Hirscher zuletzt knappe Erfolge, auch weil der Annaberger nicht immer fehlerfrei war. "Das Rennen ist nach der Ziellinie vorbei. Aber natürlich ist es momentan schon ein wenig arg, dass es wieder so knapp war. Ein paar Hundertstel langsamer und dann bist Vierter und die Welt schaut ganz anders aus. Ich hoffe, ich kann mich dann auch erinnern, wenn es wieder mal umgekehrt ist", erklärte Hirscher nach seinem insgesamt siebenten Sieg auf dem Chuenisbärgli (4. im Slalom). Neuerlich nur knapp hinter ihm landete Michael Matt, der jüngere Bruder von Olympiasieger Mario Matt, und Hirscher lobte den 24-jährigen Tiroler. "Er hat einen super Speed. Ich muss immer so lachen, weil das gibt es nicht, dass man so identisch ist. Natürlich ist der Michi der Michi, und der Mario der Mario, aber die fahren so gleich Ski. Faszinierend, Hut ab, wirklich gewaltig", sagte der Salzburger über Matt, der sich wohl auf einen Südkorea-Trip einstellen darf.

Hirscher könnte sich derzeit selbst nicht entscheiden, ob er im Riesentorlauf oder Slalom besser ist. "Es funktioniert beides sehr gut. Es läuft für uns richtig klass'. So eine unerwartete Saison wie heuer gab es überhaupt noch nie."

„Die letzten vier Rennen waren schon sehr speziell für mich. Die Konditionen waren nicht die einfachsten heute mit dem Regen und vor allen den warmen Temperaturen. Danke auch an das Organisationskommittee für die tolle Arbeit die geleistet wurde,“ lobte der Salzbuger die Organisatoren, „die Fans sind so unglaublich fair und das sind schon Volksfeste die hier in Adelboden gefeiert werden,“ erläuterte er im Medienzentrum weiter. 

Nur drei weitere Hundertstel dahinter landete der Norweger Henrik Kristoffersen auf Rang drei. Damit war das Podestbild identisch mit jenem vom Donnerstag in Zagreb. Für Kristoffersen reichte es zum neunten Mal in diesem Winter aufs Podium, auf den ersten Saisonsieg wartet er allerdings noch. In Adelboden hatte der Norweger die letzten beiden Jahre den Slalom gewonnen, doch im Moment sprechen die Hundertstel für Hirscher. “Es wird immer härter auf das Podest zu fahren,” meinte er.

Auch die Schweizer Herren zeigten wieder auf, dennoch stand nun schon 10 Jahre nie mehr ein Schweizer auf dem Podest. 2008 gewann Marc Berthod den Riesenslalom am Chuenisbärgli in Adelboden und seitdem warten die Fans auf einen Heimsieg.

Loïc Meillard schaffte als Achter (+1.56) nun schon zum zweiten Mal in seiner jungen Karriere im Slalom in die Top 10. Anfang Dezember wurde er Sechster in Beaver Creek. Nach dem ersten Lauf lag er noch auch Rang 14. Luca Aerni und Daniel Yule, die nach dem ersten Lauf auf den vielversprechenden Plätzen 6 und 7 klassiert waren, konnten ihre gute Ausgangslage nicht nutzen und rutschten auf die Positionen 12 (+1.82) und 17 (+2.26) ab. Der Walliser Ramon Zenhäusern, zuletzt noch 13. In Zagreb, wurde 15. und schaffte so als vierter Schweizer die Selektions-Norm für die Olympischen Spiele.



Für Hirscher war es bereits der siebente Sieg in der Olympiasaison sowie der insgesamt 52. Weltcup-Erfolg. Im Gesamt-Weltcup baute Hirscher seinen Vorsprung auf Kristoffersen auf 154 Zähler aus. 

Für die Herren geht es nun zum Klassiker nach Wengen, wo neben Abfahrt und Kombination in einer Woche der nächste Slalom auf dem Programm steht.

Ergebnisse

Foto: Agence Zoom