Tipps von Didier Cuche für den HEAD-Nachwuchs

Tipps von Didier Cuche für den HEAD-Nachwuchs
25.05.2016 14:17:32 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Das Future HEAD Team ist bereit für die neue Saison. Didier Cuche, Pate, Markenbotschafter und Scout, gibt Einblicke in das wichtige Zusammenspielzwischen Ausrüster und Athlet.

In Baar trafen sich am 21. Mai die Athletinnen/Athleten des Future HEAD Teams zum Masstag. Im Zentrum standen das Anpassen des neuen Materials und der Austausch zwischen den 12 bis 21 Jahre alten Sportlerinnen/Sportlern und den Mitarbeitern von HEAD. Aktuell umfasst das Future HEAD Team 43 Athletinnen und Athleten, die fixierte Kriterien zu erfüllen haben. Dank dem „Feedback on snow“ werden die Entwicklungsschritte der Teammitglieder – unter anderem von Pate Didier Cuche – genau verfolgt.

Didier Cuche war selbstverständlich auch beim Masstag des Nachwuchses anwesend. Der 41-jährige Neuenburger hat für die Nachwuchsfahrer diverse Rollen auszufüllen. Einerseits ist er dank seinen Erfolgen für viele das grosse Vorbild, andererseits ist er im Winter für HEAD auch als Scout und Beobachter unterwegs.  Unter anderem liefert Cuche Angaben für die interne Datenbank, mit welcher der Stand der Entwicklung eines Athleten/einer Athletin und der bisher zurückgelegte Weg verfolgt werden können.

Für einen jungen Skifahrer/eine junge Skifahrerin ist neben dem Elternhaus, dem Verein und den Trainern auch der Ausrüster ein wichtiger Faktor. Welche Hauptaufgaben übernehmen die Ausrüster, um einen Nachwuchsfahrer/eine Nachwuchsfahrerin weiter bringen zu können?
Didier Cuche: „Bei den Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren bestehen grosse Unterschiede in Bezug auf Körpergrösse und Gewicht. Hier ist es zentral, dass die Athletinnen und Athleten einen an diese Voraussetzungen angepassten Ski und Skischuh haben. Nur mit richtig abgestimmtem Material sind auch Top-Leistungen möglich. Ist der Ski beispielsweise zu lang, zu wenig oder zu viel tailliert, so ist das nicht optimal und wirkt sich negativ aus. Hier wissen die Spezialisten bei HEAD genau, wie sich eine Ski-Taillierung auf das Fahrverhalten des Skis auswirkt und können den Fahrer oder die Fahrerin bestens beraten.“

Die Länge des Skis wird in relativ kleinen Schritten gesteigert und die Auswirkung der Veränderung wird erst beim Einsatz auf Schnee sicht- und spürbar. Ist dann der Trainer in besonderem Mass gefordert?
„Neben dem Athleten oder der Athletin in erster Linie ja. Bekommt ein Kind oder ein Jugendlicher im Sommer einen längeren Ski, so müssen die Trainer bei den ersten Schneetagen gut beobachten, ob sich der Athlet/die Athletin auf den neuen Material wohl fühlt. Wäre das nicht der Fall, so müsste sich der Trainer im Sinne des Sportlers/der Sportlerin einmischen.“

Die Nachwuchsfahrerinnen und –fahrer befinden sich ja immer wieder unmittelbar vor entscheidenden Entwicklungsschritten. Angenommen, es stehen die ersten FIS-Rennen an oder der Schritt in den Europacup ist vorgesehen: wie wichtig ist das Zusammenspiel zwischen Ausrüster, Servicemann und Trainer?
„Wenn in den ersten Schneetagen die Erkenntnis gewonnen worden ist dass das Material passt, dann ist dieses Zusammenspiel sicher weniger wichtig und intensiv. Stellt man aber fest, dass etwas in der Abstimmung oder im Materialbereich nicht passt, dann müssen alle Beteiligten aktiv werden. Beim Schritt in die Stufe FIS-Rennen ist durch die Vorschriften natürlich der Spielraum im Materialbereich was Länge oder Taillierung betrifft begrenzt. Aber mit der unterschiedlichen Flexibilität des Skis lässt sich auch hier einiges erreichen. Weil das eine sehr individuelle Angelegenheit ist, braucht es die gute Zusammenarbeit zwischen Athlet/Athletin, Trainer und Servicemann/Ausrüster.“

Wenn Sie an Ihre eigene Zeit als 15- oder 16-jähriger Athlet denken, hat sich in der Betreuung im Materialsektor vieles verändert?
„Ich denke schon, ja. Es ist alles viel genauer und viel professioneller geworden. Die Unterstützung, vor allem für die besten Nachwuchsfahrerinnen und –fahrer, ist sicher intensiver und besser. Die Skimarken tragen zu den ungeschliffenen Diamanten Sorge. Das Futur HEAD Team, das 2014 gegründet und aufgebaut worden ist, hat ja auch zum Ziel, Nachwuchsfahrerinnen und –fahrer bis an die Spitze zu betreuen und begleiten. So gelangen im Optimalfall die Jungen auf HEAD bis in den Weltcup.“

Sie haben mit Gesamtweltcupsiegerin Lara Gut gearbeitet und arbeiten auch mit Jugendlichen im Alter von 12, 14 oder 16 Jahren zusammen. Müssen Sie da grundsätzlich eine andere fachliche Sprache verwenden, oder sind die Jungen bereits so gut ausgebildet dass sie wissen, was Didier Cuche meint wenn er Anweisungen gibt?
„Meine Aufgabe bei Lara Gut bestand primär darin, ihr Tipps und Hinweise vor allem in Bezug auf den Schuh und die Kombination Bein, Schuh, Bindung und Ski zu geben. Ich war also nicht in einer Trainerfunktion tätig. Wenn ich im regionalen Verband mit jungen Fahrerinnen und Fahrern unterwegs bin, dann bin ich Trainer. Und in der Sprache gibt es im Vergleich zur Zusammenarbeit mit Erwachsenen nicht grosse Unterschiede. Hier wie dort darf es nicht zu kompliziert sein. Es geht ganz grundsätzlich um Korrekturen in den Kernbewegungen. Dazu gibt es unterschiedliche Arten, wie diese Infos vermittelt werden können. Dazu gehören Theorie, also Worte, und Praxis, also das Vorzeigen. Dazu habe ich im Frühling bei der Ausbildung zum Instruktor sehr viele nützliche und interessante Inputs bekommen.“
 
Foto: zvg