Die Indoor-Ski-Anlage zieht nach Saas Fee um

Die Indoor-Ski-Anlage zieht nach Saas Fee um
26.10.2016 09:12:51 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Bis Mitte November steht die einzige Indoor-Ski-Anlage noch in Interlaken, ab Dezember ist der „rollende Teppich“ in Saas Fee in Betrieb.

Die Tage für den Betrieb der Swiss-Indoor-Skiing-Anlage in Interlaken sind nach gut vier Betriebsjahren gezählt. Mitte November wird der erste und bisher einzige rollende Skiteppich abgebaut und in Saas Fee – genauer in einem zum Komplex des Hotel Metropol gehörenden Gebäudes – wieder aufgebaut und in Betrieb genommen. „Wir planen, die Anlage Anfang Dezember verbunden mit einem Event in Betrieb zu nehmen“, sagt Hans Hess, Vater und Vorgänger des zum Zeitpunkt der Anfrage landesabewsenden Hoteliers Fabian Hess, gegenüber skionline.ch. Durch die Nähe zum Sommer-Skigebiet ergeben sich laut Hess sinnvolle Synergien. Und dank des grossen Interesses von Unternehmer Jürgen Bumann, der nebenbei noch als Präsident des örtlichen Skiclubs Allalin tätig ist, und der mehrmals pro Jahr nach Saas Fee in diverse Trainingslager einrückenden Kader von Swiss Ski oder auch internationalen Verbänden erwartet man im Walliser Ferienort eine klar bessere Auslastung der Anlage als in Interlaken.
 
Der Inventra AG war es nicht möglich, den im Jungfrau-Park angesiedelten Ski-Teppich kostenneutral zu betreiben. „Die Anlage ist während knapp 7 Monaten in Betrieb, die Mietkosten für die Halle müssen aber während 12 Monaten bezahlt werden. Dieser Umstand und die trotz moderater Tarife nicht ausreichende Auslastung sind die Gründe, dass das Betriebsergebnis auch 2016 nicht befriedigend ausfallen wird“, erklärt Ulo Gertsch von der Inventra AG. Zudem hätten auf das Jahr 2017 hin Investitionen in einen neuen Teppich und in die Instandhaltungsarbeiten an der Anlage getätigt werden müssen. Dass zudem in Österreich – die Rede ist von Graz, Villach und Salzburg – ähnliche Indoor-Anlagen entstehen, werde laut dem jetzigen Betreiber wohl mit sich bringen, dass die Besucher aus Österreich künftig für Indoor-Trainings nicht mehr in die Schweiz reisen werden.
 
Hotelier Fabian Hess, dessen Vater Hans Hess und Unternehmer Jürgen Bumann wollen die sieben Meter breite und 13 Meter lange Anlage im Hotel Metropol sowohl in die Sommer- und in die Winter-Trainings von Skiclubs und internationalen Verbänden einbinden. Auch die gesamten (Sicherungs-)Utensilien die für das Reha-Skifahren nach Verletzungen auf dem Teppich nötig sind, werden im Gebäude des ehemaligen „Metropol Nightlife“ installiert. „Wir sind überzeugt davon, dass der Standort Saas Fee im Vergleich mit Interlaken diverse Vorteile mit sich bringt. Wir werden die Anlage auch als Veranstaltungsort für Events wie zum Beispiel Startnummernvergaben nützen und so in den Skibetrieb einbauen. Das wird den Bekanntheitsgrad des Skiteppichs sicher steigern“, ist Hans Hess überzeugt.
 
„Wir bedauern natürlich, dass Interlaken als Standort für die Indoor-Anlage aufgegeben werden muss. Gleichzeitig aber schätzen wir es, dass durch den Umzug nach Saas Fee unser Pioniergeist und die von uns 2012 geschaffene Innovation weiter leben können“, sagt Ulo Gertsch. Dass die Risikobereitschaft und der Idealismus für die Sache des Indoor-Skifahrens in Interlaken nicht die nötige Belohnung erfahren haben, müsse akzeptiert werden. „Wichtig ist, dass die treuen Nutzer der Anlage weiterhin die Möglichkeit haben, auf dem Rollteppich trainieren zu können. Halt etwas weiter weg, dafür in der Nähe des attraktiven Sommer-Skigebiets auf dem Allalin-Gletscher“, so Gertsch.
 

Fotos: peg / zvg