Franz Heinzer: "Das ist für die Zukunft der Abfahrt so wichtig"

Franz Heinzer:
06.01.2017 09:32:40 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Die Europacup-Speed-Fahrer dürfen sich auf freuen: Zwei Super-G am Lauberhorn und eine Abfahrt auf der Streif in Kitzbühel. "Europacup-Rennen auf Weltcup-Pisten sind für die Zukunft der Abfahrt so wichtig", sagt Franz Heinzer.

Heute (6. Januar) ab 12.30 Uhr findet in Wengen das erste Europacup-Rennen des Winters 2016/17 auf Schweizer Boden statt. Nachwuchs-Athleten und bestandene Weltcup-Fahrer wie Werner Heel, Blaise Giezendanner, Christopf Brandner, Brice Roger oder Mattia Casse werden auf der Lauberhorn-Strecke einen Super-G austragen und am Samstag (7. Januar) gleich noch ein zweites Rennen bestreiten.. Gestartet wird vom Originalstart der Lauberhorn-Abfahrt, das Ziel befindet sich nach einer Fahrt von rund 1 Minute und 35 Sekunden beim Wasserschloss nach dem Kernen-S. 10 Tage später, am 16. Januar, ist die Kitzbüheler Streif Austragungsort einer Europacup-Abfahrt. Gestartet wird bei der Mausefalle, das Ziel ist am Oberhausberg. Und das österreichische Fernsehen ist mit von der Partie: Der ORF überträgt das Rennen ab 9.55 Uhr live.

Speed-Events der zweithöchsten Rennserie auf traditionellen Weltcup-Pisten – das sei der richtige und für die Zukunft der Abfahrt auf höchster Stufe wichtige Weg, sagt Franz Heinzer. Der Europacup-Speed-Trainer von Swiss Ski und Abfahrtsweltmeister von 1991 ist glücklich über diese Entwicklung. "Wengen trägt ja schon seit 2009 Europacup-Rennen aus. 2017 und 2018 sind es Super-G-Rennen und danach passt der Rennkalender wieder so, dass Abfahrten auf der Lauberhorn-Piste ausgetragen werden. Kitzbühel kommt in diesem Jahr neu hinzu. Das ist für die Zukunft der Abfahrt auf Weltcup-Niveau so wichtig", sagt Heinzer. Im Europacup fährt die Zukunft des Weltcups. Mit EC-Rennen auf Weltcup-Pisten werde das Niveau und der Stellenwert des Europacups gehoben und die Fahrer perfekt auf die nächste Stufe, auf den Weltcup, vorbereitet.

"Die nächste Generation hat so die Möglichkeit, die Schlüsselstellen von Weltcup-Klassikern kennen zu lernen. So kann der Sprung vom Europacup in den Weltcup deutlich verringert werden. Jene Fahrer, die im Europacup die Weltcup-Pisten kennen gelernt haben gehen dann mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein und mit einer ganz anderen Sicherheit an die Weltcup-Rennen heran." Wenn Fahrer ohne dieses Herantasten auf derart schwierigen Strecken wie am Lauberhorn oder auf der Streif ins kalte Wasser geworfen würden, sei das der Entwicklung der jungen Fahrer nicht förderlich. "Darum brauchen viele aus dem Europacup in den Weltcup vorstossende Fahrer mehrere Jahre, um sich in die Top-30-Startnummern vorzuarbeiten."

Laut Heinzer wäre es ideal, wenn pro Europacup-Saison im Speed-Bereich drei bis vier Weltcup-Orte EC-Rennen anbieten würden. "Wir müssen ja nicht samstags oder sonntags die Rennen fahren. In Kitzbühel fahren wir am Montag und geben so den Startschuss in die Renn-Woche mit den Trainings und den Rennen im Weltcup. So ist die Chance, dass wir auch Weltcup-Fahrer im Europacup am Start haben. Und auch das hilft dem Nachwuchs weiter." Die nächste Weltcup-Destination, die man gerne ins Boot der Organisatoren von Europacup-Speed-Events holen würde, sei Val Gardena, sagt Heinzer.

Bei den beiden Super-G in Wengen haben die Schweizer zusätzliche Startplätze zur Verfügung. Insgesamt 26 Schweizer werden am Start stehen. "Viele junge Athleten bekommen die Chance, erste Erfahrungen am Lauberhorn zu machen", sagt Franz Heinzer. So tauchen neben den Namen von Niels Hintermann, Nils Mani, Urs Kryenbühl, Sven Hermann, Amaury Genoud, Gilles Roulin, Gian Luca Barandun oder Stefan Rogentin noch weitgehend unbekannte Athleten in der Startliste auf. So kommen zum Beispiel in Wengen Gianluca Amstutz (19 Jahre alt), Dario Walpen (19), Cedric Ochsner (18), Lars Rösti (18) oder Silvano Bergamin (19) zu ihren ersten Einsätzen auf Stufe Europacup.
Fotos: Agence Zoom / zvg Swiss Ski