Katja Grossmann schnuppert am ersten Sieg im Europacup

Katja Grossmann schnuppert am ersten Sieg im Europacup
11.01.2017 13:02:50 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Die Österreicherin Christina Ager hat in Saalfelden auch die zweite Europacup-Abfahrt gewonnen. Für die Überraschung sorgte die Schweizerin Katja Grossmann, die den Sieg nur knapp verpasst hat.

Zwei Schweizerinnen haben bei der zweiten Europacup-Abfahrt von Saalbach für ordentlich Wirbel gesorgt. Da war zuerst die 19 Jahre alte Brienzerin Katja Grossmann, die mit Startnummer 23 den im Zwischenklassement vorne liegenden Fahrerinnen das Fürchten lehrte und später sorgte Noemie Kolly, als 53. ins Rennen gestartet, für ähnliche Gefühle bei den im Ziel wartenden Athletinnen. Grossmann, deren Europacup-Bestresultat bisher der 5. Platz im Super-G von Kvitfjell war, kam in ihrem erst achten EC-Rennen bis auf 16 Hundertstelsekunden an die Bestzeit der Österreicherin Christina Ager heran. Wenig fehlte also zum ersten Sieg. Was also überwiegt jetzt? Die Freude über den Podestplatz oder der Ärger über den knapp verpassten Sieg? "Ganz klar die Freude über das Podest. Ich hätte mir nie erträumt, dass ich in meiner ersten richtigen Europacup-Saiosn schon auf das Podest fahren kann", sagte die Berner Oberländerin gegenüber skionline.ch.

Und doch hat es Katja Grossmann geschafft. Vielleicht auch ein bisschen, weil ihr die Verhältnisse gut gesonnen waren. Nach dem morgendlichen Schneefall waren Fahrerinnen und Betreuer schon vor dem Rennen im Einsatz: Rutschen und Piste vom Schnee befreien war angesagt. Danach wechselten die Lichtverhältnisse ab und boten nicht allen Athletinnen die genau gleichen Voraussetzungen. Katja Grossmann nützte die gute Sicht für eine ebensolche Fahrt auf einer perfekten, im Vergleich zum Vortag etwas unruhigeren Piste. "Es hat von oben bis unten alles so geklappt, wie ich es mir bei der Besichtigung auch vorgenommen habe." Ob die mit nur 56 Sekunden Fahrzeit kurze Abfahrt ihr entgegengekommen sei, verneint die Bernerin. "Längere Abfahrten wären schon cool, aber ich habe mich auf dieser Strecke wohl gefühlt."

Und später, als sich die Top-10 im Klassement konsolidiert zu haben schienen, kam Noemie Kolly. Mit Startnummer 53 fuhr die Freiburgerin im oberen Streckenteil die 13. schnellste Zeit und verbesserte sich bis ins Ziel noch auf Position 7. "Ich habe während Noemies Fahrt mitgezittert und ihr die Daumen gedrück, dass es möglichst weit nach vorne reicht", sagt Grossmann. Sowohl Kolly wie Grossmann zählen im Europacup nicht zu den routinierten Athletinnen, denn auch für die erst 18 Jahre alte Noemie Kolly war das Rennen vom 11. Januar ihr erst achtes Antreten auf Stufe Europacup.

Saalbach (Ö). Europacup-Abfahrt, Frauen: 1. Christina Ager (Ö) 56,29. 2. Katja Grossmann (Sz) 0,16. 3. Laura Pirovano (It) 0,71. 4. Roberta Melesi (It) 0,73. 5. Nadja Delago (It) 0,82. 6. Bianca Venier (Ö) 0,85. 7. Noemi Kolly (Sz) 0,87. 8. Meike Pfister (D) 0,98. 9. Alice Merryweather (USA) 1.01. 10. Krisin Lysdahl (No) 1,02. 11. Lisa Magdalena Agerer (It) 1,03. 12. Sofia Pizzato (It) und Kajsa Vikhoff Lie (No) je 1.05. 14. Martina Rettenwender (Ö) 1,11. 15. Dajana Dengscherz (Ö) 1,14. 16. Michaela Heider (Ö) 1,22. 17. Federica Sosio (It) 1,27. 18. Deborah Gerber (Sz) 1,34. 19. Julie Dayer (Sz) 1,36. 20. Lisa Hornblad (Sd) 1,50. – Ferner: 22. Nathalie Gröbli (Sz) 1,70. 24. Medea Grand (Sz) 1,78. 37. Nathalie Hauswirth (Sz) 2,04. 40. Juliana Suter (Sz) 2,11.

Adelboden (Sz). FIS-Slalom, Frauen: 1. Tanja Schwitter (Sz) und Carole Bissig (Sz) je 1:33,81. 3. Elena Stoffel (Sz) 0,22 zurück. 4. Rikke Gasmann-Brott (No) 0,56. 5. Lea Chapuis (F) 0.90.

Fotos: zvg BOSV/Swiss Ski