Tiroler soll starkes spanisches Technik-Team formen

Tiroler soll starkes spanisches Technik-Team formen
05.09.2015 20:04:40 | skionline.ch, Peter Gerber
APA/peg. Der Tiroler Christian Leitner betreut ab sofort die spanischen Ski-Männer. Nach fünf Jahren mit dem japanischen Team soll der Kitzbüheler bis zu den Olympischen Spielen 2018 in Südkorea eine schlagkräftigere Techniker-Mannschaft aufbauen.

Während 13 Jahren hatte er erfolgreich in Finnland gearbeitet und die letzten fünf Jahre war er in Japan engagiert. Jetzt soll Christian Leitner die spanischen Techniker fit für Olympia 2018 in Südkorea machen. "Spanien dürfte meine letzte Station als Trainer sein", sagt der 50 Jahre alte Leitner, Sohn der Kitzbüheler Legende Hias Leitner, gegenüber skionline.ch. Die Trennung vom japanischen Verband, bei dem Leitner seit 2010 engagiert war, kommt überraschend. Im April 2014 noch sagte der Tiroler: "Ich bleibe bis Olympia 2018 in Pyeongchang Cheftrainer der Herren. Ich fühle mich wohl, sie geben mir das Vertrauen. Es gibt keinen Grund, was zu ändern". Weil aber praktisch alle japanischen Rennfahrer mittlerweile in privaten Teams unterwegs seien, habe sich eine Veränderung aufgedrängt, so Leitner.

Die Vorzeichen in Spanien sind da ganz anders. Die Verbandsführung ist neu und mit dem neuem Schwung und Leitners fachlicher Kompetenz soll dort hinsichtlich der Olympischen Spiele 2018 etwas entstehen. Mit den 21 Jahre alten Fahrern Alejandro Puente, Joaquim Salarich und Juan del Campo betreut Leitner ein Trio, dem er mittelfristig Karrieren im Weltcup und Teilnahmen bei Grossanlässen zutraut. "Meine Bedingung war, dass ich in Spanien in vielerlei Hinsicht freie Hand habe", sagt Leitner. Er möchte von einem Stützpunkt in der Nähe von Kitzbühel aus arbeiten und über Renneinsätze der Fahrer und Trainingsmethoden entscheiden können. Leitner denkt daran, seine Fahrer mindestens bei den technischen Weltcup-Rennen von Sölden, Kitzbühel, Schladming und Kranjska Gora und selbstverständlich im Europacup einzusetzen. "Wengen und Adelboden zum Beispiel sind noch zu schwierig", so Leitner.

Dass Leitner in kleinen Teams erfolgreich arbeiten kann hat er während seiner Tätigkeit in Finnland bewiesen. Rund um Kalle Palander, den Slalom-Weltmeister von 1999 und den Gewinner von 14 Weltcup-Rennen, hat Leitner etwas aufbauen können. Allerdings gab es auch eine Zeit, in der Palander und Trainer Leitner das Heu nicht auf derselben Bühne hatten. So forderte Palander nach einer schwachen Saison 2005 wegen des rauhen Umgangstons und "Führungsschwäche" sogar Leitners Rücktritt.

2004 war Leitner auch aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von Karl Frehsner als Cheftrainer der Schweizer Männer. Der Tiroler blieb in Finnland und Cheftrainer in der Schweiz wurde Martin Rufener. Auch später wurde bei Trainer-Vakanzen im Schweizer Verband Leitner als möglicher Kandidat gelegentlich wieder ins Spiel gebracht – zu einem Engagement kam es aber nie. Der Name Leitner tauchte im Zusammenhang mit der Schweiz im April 2015 wieder auf. Die österreichische Tageszeitung "Kurier" mutmasste, dass der Tiroler der Empfänger von Rudi Hubers SMS gewesen sein soll, in welcher der Alpin-Chef von Swiss Ski die Schweiz als fremdenfeindlich dargestellt hatte. In der Folge gelangte diese SMS in die "Blick"-Redaktion und so an die Öffentlichkeit. Die SMS-Affäre kostete letztlich Huber den Job – der Österreicher trat am 20. April per sofort zurück (skionline.ch berichtete). Ob die SMS mit diesem Inhalt aber tatsächlich an Leitner gegangen ist, wurde nie geklärt.

Nun also ist Leitner in Spanien gelandet. "Es wird voraussichtlich meine letzte Station als Trainer. Ich kann mir aber in Spanien ein längeres Engagement im Verband vorstellen, vielleicht aber in einer andern Funktion", so Leitner.
 
Foto: Christian Leitner / Facebook