Erster Sieg in einem FIS-Rennen für Bettina Schneeberger

Erster Sieg in einem FIS-Rennen für Bettina Schneeberger
08.08.2016 07:27:29 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Bettina Schneeberger gewinnt die neuseeländische Riesenslalom-Meisterschaft in Coronet Peak dank Bestzeit im 2. Lauf. Es ist dies der erste Podestplatz der 21-jährigen Emmentalerin in einem FIS-Rennen.

Drittes Rennen in Neuseeland, erstes Resultat und dann gleich ein Sieg. Bettina Schneeberger hat in Coronet Peak den als Landesmeisterschaft ausgetragenen Riesenslalom 0,16 Sekunden vor der Amerikanerin Stephanie Lebby und Lisa-Marie Flachberger aus Österreich gewonnen. Die Emmentalerin lag nach dem 1. Lauf noch um 36 Hundertstelsekunden hinter Lebby zurück, wendete aber das Blatt dank Laufbestzeit im 2. Durchgang. Anja Schneider, die zweite Schweizerin und Gewinnerin des Slaloms von Cardrona vom 2. August, klassierte sich im 7. Rang.

Von 2011/12 bis 2015/16 gehörte Bettina Schneeberger dem C-Kader von Swiss Ski an. Allerdings stehen in ihren Resultatlisten in der Zeit zwischen dem 10. März 2012 und dem 3. Dezember 2015 keine Rennergebnisse. Der Grund für die unfreiwillige Pistenabsenz liegt darin, dass sich die Absolventin der Sportmittelschule Engelberg immer wieder mit Verletzungen herumschlagen musste. Die unglückliche Serie begann im November 2012. Nach einem Sturz im Super-G-Training erlitt Schneeberger einen "Totalschaden" im rechten Knie: das vordere Kreuzband, das Innen- und auch das Aussenband sowie beide Menisken waren kaputt. Gut ein Jahr später wieder ein Trainingssturz und nach langwierigen Abklärungen die Diagnose, dass das operierte Kreuzband beschädigt ist und Verklebungen aufweist. Wieder eine Operation. Und im Oktober 2014 riss wiederum im rechten Knie der innere Meniskus. Nach der Comeback-Saison 2015/16 verlor Schneeberger den Swiss-Ski-Kaderstatus, den sie sich bald wieder zurück holen will.

Auf dem Weg zurück hat sich Bettina Schneeberger für den erstmaligen Aufenthalt in Neuseeland entschieden. "Während der Zeit in Neuseeland bin ich Mitglied des Cardrona Alpine Ski Teams und trainiere unter der Leitung von Johnny Rice, dem Trainer von Piera Hudson", sagt die Emmentalerin. Der Aufenthalt in Ozeanien dauert insgesamt rund sieben Wochen bevor Schneeberger dann am 8. September in die Schweiz zurückkehren wird. Sie sei in erster Linie in Neuseeland, um nach der langen Verletzungspause wieder Rennerfahrung zu sammeln. "Natürlich ist es auch schön, wenn ich meine FIS-Punkte verbessern kann. Aber für die Kader-Selektionen werden nur jene Rennen ab Oktober 2016 gezählt. Ich möchte mich hier also gut vorbereiten  um dann, wenn der europäische Winter beginnt, bereit zu sein."

Bis ins Jahr 2010 war Bettina Schneeberger auch als aktive und erfolgreiche Leichtathletin unterwegs. Unter anderem gewann als Mitglied des SK Langnau nationale Nachwuchs-Titel über 600 und 1000 Meter. "Ich mag es heute noch, zu laufen", sagt sie, die dank ihrer Mutter am heimischen Skilift Netschbühl in Eggiwil das Skifahren gelernt hat. Als eines ihrer Ziele für den Winter 2016/17 hat sich die Emmentalerin – wer kann es ihr verdenken – "gesund bleiben" gesetzt. "Mit guten Resultaten bei FIS-Rennen in Europa möchte ich mich dann für Starts im Europacup aufdrängen und dann auf dieser Stufe die ersten Erfahrungen sammeln." Noch ist Europa (geografisch und zeitlich) weit weg. Noch stehen weitere Rennen in Ozeanien an. Und nach zwei DNF bei den ersten Rennen in Cardrona hat es nun in Coronet Peak sogar mit dem Sieg geklappt. So darf es aus Sicht der 21-Jährigen ruhig weiter gehen.

Coronet Peak(Neuseeland). Neuseeländische Meisterschaft. Riesenslalom, Frauen: 1. Bettina Schneeberger (Sz) 1:52,01. 2. Stephanie Lebby (USA) 0,16 zurück. 3. Lisa-Marie Flachberger (Ö) 0,84. 4. Andreja Solkar (Slo) 1,33. 5. Piera Hudson (Neuseeland) 1,70. – Ferner: 7. Anja Schneider (Sz) 2,34. 9. Christina Metzner (Ö) 3,76. – 38 Fahrerinnen klassiert. – Männer: 1. Andreas Zampa (Svk) 1:47,89. 2. Willis Feasey (Neuseeland) 0,43 zurück. 3. Per Torsten Haugen (No) 0,52. 4. Marcel Mathis (Ö) 0,92. 5. William St.Germain (Ka) 1,27. – Ferner: 12. Hansi Schwaiger (D) 2,44. 17. Adrian Rhomberg (Ö) 3,34. 32. Simon Heinzmann (Sz) 6,94. – 77 Fahrer klassiert.

Thredbo (Australien). Australische Meisterschaft. Riesenslalom, Frauen: 1. Lily Tomkinson (Australien) 1:43,43. 2. Jenny Owens (Australien) 0,24 zurück. 3. Madison Hoffman (Australien) 1,22. – Männer: 1. Thomas Woolson (USA) 1:37,06. 2. Harrison Coull (Australien) 1,80 zurück. 3. Oliver Thompson (Australien) 2,21.
Foto: Steafan Michael