Junioren-WM: nach Hundertstel-Wahnsinn Bronze für Bissig

Junioren-WM: nach Hundertstel-Wahnsinn Bronze für Bissig
09.03.2017 10:58:24 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Enger gehts nimmer. Die Entscheidung im Super-G der Junioren-WM in Are war ein Hundertstelkrimi. Neuer Weltmeister ist Nils Alphand (F), der 0,01 Sekunden vor Raphael Haaser und 0,02 vor Semyel Bissig (Bild) Gold gewinnt.

Am Montag hatten Katja Grossmann in der Abfahrt zwei Hundertstel auf Gold gefehlt. Heute passiert Semyel Bissig in der Super-G-Entscheidung das gleiche. Aber statt Silber wie für Katja Grossmann bekommt der Zentralschweizer "nur" die Bronze Medaille. So eng ist es in Are am Donnerstag zu und her gegangen. So eng, dass der Kanadier Sam Mulligan mit dem geringen Rückstand von vier Hundertstelsekunden auf Sieger Nils Alphand (Bild links) bei der Siegerehrung nicht einmal die Bronzemedaille umgehängt bekommt. Mulligan kam hinter Alphand, dem Österreicher Raphael Haaser (+0,01) und Semyel Bissig (+0,02) auf Platz vier. Der fünftplatzierte Sam Morse liegt auch nur 8 Hundertstelsekunden hinter dem neuen Weltmeister und Maximilian Lahnsteiner büsst auf Platz 6 gerade mal eine Zehntelsekunde auf Alphand ein

"So ein enges Rennen um die vordersten Plätze habe ich noch nie erlebt", sagte Bissig in einer ersten Reaktion. "Ich hatte ein Top-Rennen und darum habe ich trotz Mini-Rückstand auf jeden Fall hier die Bronzemedaille gewonnen und nicht etwa Gold verloren." Er, der eigentliche Technik-Spezialist und aktuelle U21-Schweizermeister im Slalom, hat relativ wenig Super-G-Training in den Beinen und gehörte in Are dennoch zu den absolut Schnellsten. "Ich habe versucht, schnell ein gutes Gefühl für den Schnee und den Lauf zu bekommen und das ist mir perfekt gelungen. Im technisch anspruchsvollen Mittelteil habe ich sogar einige Hundertstel auf den Sieger gut gemacht", berichtet Bissig.

Der 19-Jährige vom Skiclub Beckenried-Klewenalp gilt in Are als Swiss-Ski-Hoffnung im Slalom und Riesenslalom. "Dort ist die Konkurrenz aber riesig und es gibt nichts anderes, als voll anzugreifen. Im Super-G ist es insofern einfacher, weil du hier nur eine super gute Fahrt brauchst, im Slalom und Riesenslalom aber deren zwei. Im Super-G ist es jetzt aufgegangen und ich bin happy." Mit Bissig hat zum dritten Mal in Serie ein Schweizer Bronze im Super-G gewonnen: 2015 war es Loïc Meillard und im Vorjahr Marco Odermatt.

Mit Loïc Meillard (8. Rang) und Lars Rösti (14.) haben sich weitere Schweizer in den Top-15 klassiert. Marco Gämperle, am Vortag Fünfter in der Abfahrt, wurde 28. Rang. Das Rennen war durch viele Ausfälle geprägt und nur 67 von 97 gestarteten Athleten erreichten das Ziel. Ausgeschieden sind auch die beiden Schweizer Marco Fischbacher und Maurus Sparr.

Nils Alphand, der jüngere von Luc Alphands Söhnen, ist Super-G-Weltmeister der Junioren. In der Abfahrt hatte er es noch verpasst, wie sein Vater 1983 in Sestriere den Nachwuchstitel zu holen. Mit dem Sieg im Super-G tritt Alphand die Nachfolge seines in Are ausgeschiedenen Landsmannes Matthieu Bailet an, der den Titel 2016 in Sotschi geholt hatte. "Es war ein eher technischer Super-G mit vielen Kurven", meinte der Sieger. "Es war eisig und auch unruhig, aber ich hatte eine wirklich gute Fahrt." Der Österreicher Raphael Haaser holte sich nach der Bronzemedaille in der Abfahrt mit Silber im Super-G bereits die zweite Medaille im zweiten Rennen.

Are (Sd). Junioren-WM, Männer. Super-G: 1.Nils Alphand (F) 1:17,19. 2. Raphael Haaser (Ö) 0,01 zurück. 3. Semyel Bissig (Sz) 0,02. 4. Sam Mulligan (Ka) 0,04. 5. Sam Morse (USA) 0,08. 6. Maximilian Lahnsteiner (Ö) 0,10. 7. Pirmin Hacker (Ö) 0,20. 8. Loïc Meillard (Sz) 0,27. 9. Alexander Prast (It) 0,38. 10. Olaf Engelhardt Sanderberg (No) 0,48. 11. Jeffrey Read (Ka) 0,51. 12. Remy Faloux (F) 0,60. 13. Riley Seger (Ka) 0,61. 14. Lars Rösti (Sz) 0,64. 15. Manuel Traninger (Ö) 0,65. – Ferner: 21. Mathias Graf (Ö) 1,02. 22. Stefan Babinsky (Ö) 1,04. 24. Georg Hegele (D) 1,32. 26. Bastian Meisen (D) 1,34. 28. Marco Gämperle (Sz) 1,47. – Ausgeschieden (u.a.): Marco Fischbacher (Sz), Maurus Sparr (Sz), Matthieu Bailet (F), Simon Jocher (D), Yannik Zeller (D), Lukas Dick (D), Adrian Meisen (D), James Crawford (Ka), George Steffey (USA), Giulio Zuccarini (It), Federico Simoni (It).
Fotos: zvg / Swiss Ski