Gefeuert. Fritz Züger: "Es war mein Fehler"

Gefeuert. Fritz Züger:
11.03.2017 09:36:01 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Der Bündner Fritz Züger ist nicht mehr Trainer im Nationalen Leistungszentrum Ost. Der Frauen-Cheftrainer ist freigestellt worden und sagt: "Es war mein Fehler".

Am kommenden 1. September wäre der 62 Jahre alte Fritz Züger seit genau 40 Jahren im Trainergeschäft tätig – davon die letzten 7 Jahre im Nationalen Leistungszentrum Ost. Aktuell aber ist der Bündner zur Untätigkeit gezwungen, wie er gegenüber skionline.ch den heute (11. März) in der Zeitung "Blick" veröffentlichten Sachverhalt bestätigt. Züger ist Ende Februar als Frauen-Cheftrainer des NLZ Ost freigestellt worden. "Ich habe einen Fehler gemacht. Ich bin ein Gerechtigkeitsfanatiker und habe mit meiner Art überreagiert", sagt Züger. Weil sein Trainer-Assistent Etienne Tobler – aus Zügers Warte ungerechtfertigt – per Ende Saison die Kündigung ausgesprochen bekam, ist Züger laut geworden. "Ich habe Telefonate mit meinen Vorgesetzten geführt und habe dort Grenzen überschritten."

Züger, der in seiner langen Laufbahn unter anderem Trainer des starken Schweizer Riesenslalom-Teams um Michael von Grünigen, Urs Kälin, Paul Accola und Steve Locher war und auch mit Bode Miller zusammen gearbeitet hatte, verliert seinen Job nicht zum ersten Mal. 2002 wurde der Bündner in Lake Louise von der Swiss-Ski-Verbandsspitze um Direktor Jean-Daniel Mudry und Leistungssportchef Gian Gilli seines Postens als Abfahrtstrainer enthoben. "Das war hart. Die Mannschaft reiste weiter nach Denver und ich musste mit dem Flieger in die Schweiz zurück", erinnert sich Züger.

Manchmal sei es eben so, dass seine geradlinige Art und die Kultur in einem Verbandsgefüge schwer in Einklang zu bringen seien. "Ich bin dominant, leidenschaftlich und ehrlich. Das in der Arbeit nicht nur von Vorteil." Die sofortige Freistellung aber ärgert ihn. "Ich habe nicht in die Kasse gegreiffen oder jemanden sexuell belästigt. Man hätte mir auch per Ende Saison kündigen können", sagt Züger. Arbeitslos werde er aber nicht oder nicht lange sein, betont Züger, der offenbar in der kurzen Zeit seit Erscheinen des "Blick"-Artikels schon Job-Angebote bekommen hat. Da im Ski-Zirkus die Individualisierung der Trainingsumgebung ausserhalb der oder parallel zu den Verbandsstrukturen immer mehr an Wichtigkeit gewinnt, könne er sich auch einen Aufgabe in diesem Bereich, also in einer Art Privat-Team, vorstellen. "Ich will einfach mit Athleten oder Athletinnen zusammen arbeiten und auf der Piste stehen. Das macht mich glücklich", sagt Züger.
Foto: zvg