Die Tops und Flops der Junioren-WM 2017 in Are

Die Tops und Flops der Junioren-WM 2017 in Are
17.03.2017 15:19:08 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Mit drei Weltmeistertiteln und insgesamt fünf Medaillen für Swiss Ski sind die Junioren-WM in Are zu Ende gegangen. Das Fazit des Nachwuchschefs: "Ein in mehrfacher Hinsicht erfolgreicher Anlass".

Mit fünf Medaillen, einem Doppel-Weltmeister und einer Weltmeisterin hat Swiss Ski die Junioren-WM in Are mit Rahmen der Vorjahre beendet. Und das der Tatsache zum Trotz, dass mit Aline Danioth und Marco Odermatt, den verletzten Weltmeistern des Vorjahres, der im Weltcup engagierten Melanie Meillard und dem krankheitsbedingt fehlenden Marco Kohler ein Quartett mit Potenzial für Medaillen in Schweden gefehlt hat. Beat Tschuor, Nachwuchschef des Verbandes (Bild links), spricht von einer erfolgreichen WM. „Ich kehre mit einem guten Gefühl aus Schweden zurück. Wir haben sportliche Erfolge gehabt, wir haben aber auch Enttäuschungen erlebt. Eine Junioren-WM bietet die Möglichkeit zu lernen und wichtige Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln.“  Tschuor ist überzeugt davon, dass Fahrerinnen und Fahrer, die im einen oder andern Rennen ihr Potenzial nicht haben abrufen und ausschöpfen können oder denen taktische Fehler unterlaufen sind, von den gemachten Erfahrungen profitieren können. „Auch darum ist eine Junioren-WM ein sehr wertvoller Anlass.“

Mit der eher überraschenden Silbermedaille durch Katja Grossmann in der Abfahrt ist dem Schweizer Team der WM-Auftakt bestens gelungen. Die frühe Medaille hat den Fahrerinnen und Fahrern auch etwas den Druck genommen. Lob seitens des Nachwuchschefs gibt es auch für Loïc Meillard, der im Riesenslalom als Favorit zu Gold gefahren ist und dank einer Top-Leistung den Titel auch in der Kombination gewinnen konnte. „Der Schachzug, dass wir Loïc im Team-Event am Tag vor dem Riesenslalom bewusst nicht eingesetzt haben, hat sich bezahlt gemacht“, sagt Tschuor. Ein weiteres Highlight war für den Nachwuchschef Camille Rasts Auftritt im Slalom. „Camille hat sich als Führende des ersten Laufes perfekt auf den zweiten Lauf eingestellt. Nachdem sie am Vortag im Riesenslalom eine Enttäuschung hatte wegstecken müssen, war das eine nicht einfache Aufgabe.“ Auch mit Nicole Good – Sechste im Slalom – war Tschuor sehr zufrieden.

Der Super-G der Männer, in welchem Semyel Bissig zu Bronze gefahren ist, gehört für Tschuor zu den absoluten Höhepunkten der WM. „Da hat einfach alles gestimmt und  Semyel hat die Aufgabe top gelöst. Die Verhältnisse am Berg waren top und die jungen Athleten haben Sport auf ganz hohem Niveau gezeigt.“ Bissig wird von Tschour aber auch in der Kategorie der weniger erfreulichen Erfahrungen erwähnt. Im Slalom und auch in der Kombination habe sich der Zentralschweizer taktisch falsch verhalten, sagt der Nachwuchschef. „Mit einer normalen Leistung hätte Semyel in der Kombi eine Medaille geholt. Loïc Meillard war als designierter Gewinner der Goldmedaille eigentlich nicht angreifbar, Semyel versuchte es trotzdem. Einerseits eine löbliche Einstellung, andererseits aber nicht clever. Seine Linie war zu direkt und er musste dafür büssen. Er war danach enttäuscht, hat diese Enttäuschung aber sportlich verarbeitet und er wird daraus seine Lehren ziehen.“

Unter Wert geschlagen worden sei die Swiss-Ski-Delegation primär im Riesenslalom der Frauen, nach Loïc Meillards Ausfall im Slalom der Männer oder auch im Team-Event. „Da haben wir klar mehr erwartet“,  sagt Tschuor. Im Riesenslalom habe Camille Rast die Rolle der Leaderin nicht ausfüllen können, diesen Umstand aber am Tag danach mit dem Sieg im Slalom perfekt weggesteckt. Ein Problem habe sich in der Abfahrt der Männer gezeigt. „Hier haben wir im Verband etwas ein Loch. In den aktuellen Junioren-Jahrgängen fehlen uns die starken Abfahrer. Das ist von uns erkannt worden.“
 
Foto: Swiss Ski

Die Medaillengewinner auf einen Blick:
Abfahrt. Gold:
Sam Morse (USA) – Silber: Alexander Prast (It) – Bronze: Raphael Haaser (Ö)
Super-G. Gold: Nils Alphand (F) – Silber: Raphael Haaser (Ö) – Bronze: Semyel Bissig (Sz)
Riesenslalom: Gold: Loic Meillard (Sz) Silber: Timon Haugan (No) – Bronze: Victor Guillot (F)
Slalom. Gold: Adrian Pertl (Ö) – Silber: Bjoenr Brudevoll (No) – Bronze: Simon Efimov (Russ)
Kombination. Gold: Loïc Meillard (Sz) – Silber: River Radamus (USA) – Bronze: Georg Hegele (D)

Die Medaillengewinnerinnen auf einen Blick:
Abfahrt. Gold: Alice Merryweather (USA) – Silber: Katja Grossmann (Sz)Bronze: Kira Weidle (D)
Super-G. Gold: Nadine Fest (Ö) – Silber: Franziska Gritsch (Ö) – Bronze: Dajana Dengscherz (Ö)
Riesenslalom: Gold: Laura Pirovano (It) – Silber: Katharina Liensberger (Ö) – Bronze: Chiara Mair (It)
Slalom. Gold: Camille Rast (Sz)Silber: Ali Nullmeyer (Ka) – Bronze: Chiara Mair (Ö
Kombination. Gold: Nadine Fest (Ö) – Silber: Meta Hrovat (Slo) – Bronze: Franziska Gritsch (Ö)

Team-Event:
Gold:
Kanada – Silber: Österreich – Bronze: Belgien