Die Riesenslalomfahrer verabschieden sich von ihren Ski

Die Riesenslalomfahrer verabschieden sich von ihren Ski
17.03.2017 12:17:56 | skionline.ch, Peter Gerber
APA. Mit dem Riesenslalom am Samstag verabschieden sich die Rennfahrer vom bisherigen Material. Der zukünftige Ski habe so seine Tücken, sagt Marcel Hirscher.

Mit den vier Technikrennen wird am Wochenende in Aspen der Ski-Weltcup beendet. Gesamtweltcupsieger Marcel Hirscher hat sich die kleinen Kugeln im Riesenslalom und Slalom bereits geholt, bei den Frauen steht Mikaela Shiffrins Sieg im Slalom fest, offen ist noch die Entscheidung im Riesenslalom. Die Männer verabschieden sich am Samstag auf Weltcup-Ebene von ihren Riesenslalom-Ski, ab der Saison 2017/18 wird wieder mit einem kürzeren Radius gefahren. 2012 wurde unter viel Kritik von Aktiven und Herstellern von 27 auf 35 Meter erweitert, nun geht man wegen der seitdem aufgetretenen körperlichen Probleme bei den Fahrern (Knie, Rücken) auf 30 Meter zurück. Getestet wird das Material bereits, zugelassen ist es erst ab 1. Juli. Bei früherer Verwendung etwa in FIS-Rennen, wie es offenbar zuletzt passiert ist, droht der Internationale Skiverband (FIS) mit harten Sanktionen.

Auch Gesamtweltcupsieger Hirscher machte in Aspen zu Testzwecken zwei Fahrten mit den neuen Ski. Und blickt der Zukunft mit gemischten Gefühlen entgegen. "Habe die Ehre, ich hatte keine Gaude", sagte der Österreicher. Es habe lange gedauert, aber jetzt sei man mit dem gegenwärtigen Material endlich an dem Punkt angekommen, wo man hinwollte. "Wenn ich mir meinen ersten Durchgang in Kranjska Gora anschaue, muss ich sagen, das ist Skifahren. Auf der Taillierung durchziehen den ganzen Steilhang runter", trauert er jetzt schon ein wenig.

Er habe das Fahren auf dem neuen Material "fast als gefährlich empfunden", aber es seien ja nur zwei Fahrten gewesen und er sei auch überzeugt, dass es für die Jungen sicherlich besser sein werde. "Für manche wird es leichter sein, den Sprung in den Riesenslalom zu schaffen, weil es technisch nicht mehr so hoch anspruchsvoll sein wird, so komplex. Und für den Körper, rein was die Pumpe betrifft, wird es nicht mehr so anstrengend werden. Aber die Knie .... es ist halt alles wieder schneller, was die Kräfteentwicklung betrifft", gab der 28-Jährige zu bedenken.

Es warte viel Arbeit, man fange komplett wieder bei null an. "Mit den Notizen der vergangenen fünf Jahre kann ich jetzt ein Lagerfeuer machen." Hirscher ist sich sicher, dass es speziell am Anfang "irrsinnige Unterschiede" geben wird. "Aber in Sölden wird das nicht mehr das Thema sein. Wenn man zwanzig Tage auf den Latten verbracht hat, weiss man, wie was reagiert, und kann mit dem umgehen." Es werde aber definitiv zusätzliche Vorbereitungszeit benötigen und eventuell die Vorbereitung im Sommer auf den Kopf stellen.

Bei den Frauen ändert sich das Riesenslalom-Material nicht. Weltmeisterin Tessa Worley und Shiffrin haben in dieser Disziplin jeweils drei Saisonrennen im Weltcup gewonnen, die Französin geht aber mit 80 Zählern Vorsprung in den finalen Bewerb am Sonntag und dürfte sich die Kugel nicht mehr nehmen lassen. Für beide wäre es das erste Riesenslalom-Kristall. Im Slalom hat Shiffrin zum vierten Mal in ihrer Karriere die Disziplinwertung gewonnen.
Fotos: Dani Fiori / Agence Zoom