Elia Zurbriggen gewinnt die EC-Riesenslalom-Wertung

Elia Zurbriggen gewinnt die EC-Riesenslalom-Wertung
18.03.2017 14:09:23 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Doppelter Erfolg für Elia Zurbriggen in Innichen. Der Walliser gewinnt den letzten Europacup-Riesenslalom des Winters und damit auch die Disziplinenwertung.

Dank des Sieges im letzten Europacup-Riesenslalom des Winters überholte Elia Zurbriggen den vor dem Rennen in der Disziplinen-Wertung mit einem Zähler Vorsprung führenden Finnen Samu Torsti noch und sicherste die Auszeichnung als bester Riesenslalom-Fahrer des Europacup-Winters 2016/17. Der 26 Jahre alte Zurbriggen hat mit dem Rennen in Innichen gar dreifach gewonnen, weil er sich für die nächste Weltcup-Saison einen fixen Startplatz für sämtliche Riesenslaloms hat sichern können. Er sei ziemlich nervös gewesen, gibt Zurbriggen zu. "Nach dem 1. Lauf habe ich so richtig realisiert, dass es für mich noch zum Sieg in der Disziplinen-Wertung reichen könnte. Es war alles sehr eng und ich musste im 2. Lauf Vollgas geben – was grundsätzlich besser ist, als wenn man taktiert", sagte der Walliser. Dass mit Cyprien Sarrazin der Führende der Disziplinen-Wertung abwesend und in Aspen beim Weltcup-Final engagiert war, hat die Aufgabe für Zurbriggen erleichtert.

Nach dem 1. Lauf von Innichen lag Torsti noch mit 0,10 Sekunden Vorsprung auf Zurbriggen in Führung, fiel dann aber mit der lediglich fünfzehntbesten Zeit in der Entscheidung zurück. Zurbriggen war im 2. Lauf fast sechs Zehntelsekunden schneller als der Finne und konnte diesem den Sieg im Rennen und auch jenen in der Disziplinenwertung auf den letzten Drücker noch entreissen. Es war dies Zurbriggens insgesamt vierter Sieg in einem Europacup-Rennen, sein dritter in der zu Ende gehenden Saison. Einer Saison, die vor allem in den Monaten Februar und März eine äusserst erfolgreiche war. Mit Ausnahme eines FIS-Super-G in Zinal (12. Rang) klassierte sich Zurbriggen in sämtlichen Rennen seit dem 1. Februar 2017 – egal ob Stuve Weltcup, Europacup oder FIS – in den Top-10. "Bis in den Januar war es eine etwas verkorkste Saison. Es wollte nicht so richtig laufen. Viele kleine Dinge haben mit dann aber das Selbstvertrauen zurück gebracht und im Februar/März haben sich das Kämpfen und die Geduld ausbezahlt." Gerade im Europacup konnte der Walliser in dieser Zeit mit drei Siegen und je einem zweiten und einem vierten Platz überzeugen.

Es sei vor der Saison eines der Ziele gewesen, sich über den Europacup den fixen Startplatz im Weltcup 2017/18 zu sichern, sagt Zurbriggen. "Im Januar aber war der Gedanke an dieses Ziel weit weg. Vielleicht hat mir das auch zu etwas etwas mehr Lockerheit verholfen. Ich habe Rennen für Rennen genommen und zum Glück haben sich dann auch die Erfolge eingestellt." Sieg in der Europacup-Disziplinen-Wertung, drei Renn-Siege im Europacup und mit Platz 8 die beste Klassierung im Weltcup überhaupt – wenig erstaunlich, dass Elia Zurbriggen vom zu Ende gehenden Winter schärmt. "Es ist ganz klar meine bisher beste Saison, auch die FIS-Punkte waren noch nie so gut für mich. Das gibt Mumm für das Sommertraining, denn gewonnen habe ich noch nichts. Ich habe einen fixen Startplatz im Weltcup, muss und will mich aber auf dieser Stufe erst noch beweisen." Bevor es aber für Zurbriggen wieder los geht wird er – gemeinsam mit Ski-Kollege Joel Müller – in der Zermatter Band "WintersHome" für die Musik sorgen. "Darauf freue ich mich. Das ist ein perfekter Ausgleich für mich", sagt Zurbriggen.

Einen Sprung nach vorne tat auch Manuel Pleisch. Der Schweizer – 13. nach dem 1. Lauf – verpasste letztlich als Vierter das Podest nur um 4 Hundertstelsekunden. Auch Europacup-Gesamtsieger Gilles Roulin schaffte es als Achter und seinem besten Riesenslalom-Ergebnis im Europacup überhaupt noch in die Top-10.

Innichen (It). Europacup, Riesenslalom. Männer: 1. Elia Zurbriggen (Sz) 2:16,84. 2. Samu Torsti (Fi) 0,46 zurück. 3. Daniel Meier (Ö) 0,80. 4. Manuel Pleisch (Sz) und Marcus Monsen (No) je 0,84. 6. Christian Hirschbühl (Ö) 0,90. 7. Rasmus Windingstad (No) 0,96. 8. Gilles Roulin (Sz) 1,07. 9. Eemeli Pirinen (Fi) 1,25. 10. Johannes Strolz (Ö) 1,49. – Ferner: 12. Sandro Jenal (Sz) 1,62. 18. Stefan Rogentin (Sz) 2,02. 25. Cedric Noger (Sz) 2,99. – Im 2. Lauf ausgeschieden (u.a.): Pierre Bugnard (Sz), Thibaut Favrot (F). – Im 1. Lauf ausgeschieden (u.a.): Marc Rochat (Sz), Joel Müller (Sz), Amaury Genoud (Sz), Bjoernar Neteland (No).

Europacup. Riesenslalom (Schlussklassement): 1. Elia Zurbriggen (Sz) 541. 2. Samu Torsi (Fi) 522. 3. Cyprien Sarrazin (F) 505. 4. Rasmus Windingstad (No) 436. 5. Marcus Monsen (No) 350. 6. Gino Caviezel (Sz) 326. – Ferner: 13. Sandro Jenal (Sz) 173. 19. Gilles Roulin (Sz) 138. 22. Manuel Pleisch (Sz) 109. 28. Marco Odermatt (Sz) 82. 33. Cedric Noger (Sz) 54. 37. Amaury Genoud (Sz) 43. 44. Joel Müller (Sz) 37. 49. Stefan Rogenin (Sz) 20. 61. Luca Aerni (Sz) 8. 71. Ramon Zenhäusern (Sz) 4. – Gesamtwertung (37/38): 1. Gilles Rouzlin (Sz) 1060. 2. Stefan Rogentin (Sz) 686. 3. Marcus Monsen (No) 637. 4. Gian Luca Barandun (Sz) 609. 5. Nicklas Köck (Ö) 566.
Foto: Agence Zoom