Justin Murisier mit einem "Innenski-Fehler" auf zwei Rädern

Justin Murisier mit einem
17.06.2017 07:02:47 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Es geht auch anders. Justin Murisier fährt Kurven in relativ hohem Tempo – aber bergauf. Der Walliser bestreitet in Österreich das Offroad-Motorradrennen namens Erzberg-Rodeo.

Extreme Seitenlage, Helm auf dem Kopf, hohes Tempo, auf zwei Skiern, bergab und auf Schnee – so kennt man Justin Murisier, wenn er in Adelboden oder Alta Badia dem Ziel entgegen rast. Für das Wochenende vom 16. bis 18. Juni stehen aber die Vorzeichen anders: Murisier ist auf zwei Rädern, bergauf und auf Schotter unterwegs und die Skier tauscht er gegen ein Husqvarna-TE-300-Motorrad. Der 25 Jahre alte Walliser frönt seinem Hobby, dem Motorradfahren im Gelände. „Einmal pro Jahr fahre ich ein anspruchsvolles Rennen. Vor einem Jahr war ich in Rumänien, jetzt in Österreich“, sagt Murisier. Gemeinsam mit seinem Bruder Kevn, einem guten Freund sowie vier Betreuern bildet Murisier das Team, das nahe der steirischen Stadt Eisenerz erfolgreich sein will.

Der Skirennfahrer ist einer vor rund 1800 Fahrern die verscht haben, sich dank eines schnellen Qualifikationslaufes am Freitag oder Samstag den Platz im Feld des Finals zu sichern. 500 Fahrer werden am Sonntag beim Red Bull Hare Scramble (Video unten), dem wohl härtesten Enduro-Rennen der Welt, den Sieg unter sich ausmachen – viel mehr als 50 Fahrer werden es jedoch kaum bis ins Ziel schaffen. nd Murisier wrd dabei sein. „Ich habe am Freitag bei einem Sturz einige Sekunden verloren. Weil aber nur der bessere der beiden Quali-Läufe vom Freitag und Samstag zählt, habe ich noch eine zweite Chance“, sage der Wallser nach dem ersen Qualifikationslauf. Der Sturz im Übrigen ist ohne Folgen geblieben. Murisier gibt Entwarnung, denn körperlich hat der Walliser keinen Schaden genommen. „Es war wie ein Innenski-Fehler, ich bin einfach weggerutscht“, beruhigt er. Dass Murisier auch auf zwei Rädern ambitioniert unterwegs ist unterstreicht die Tatsache, dass er am Freitag trotz Sturz mit 9;43,148 eine Zeit hingelegt hat, die ihn auf Position 76 brachte. Am Samstag kam er n 9:36,164 ins Ziel und holte sich damit als 78. locker die Finalqualifikation. Im Rennen vom Sonntag schafft Murisier gut die Hälfte. Nach Checkpoint 14 (von 25) erscheint der Walliser nicht mehr in der Rangliste. Insgesamt 25 der 500 Finalisten schaffen es bis ins Ziel.

Die rund 13 Kilometer lange Bergauffahrt der Quali-Strecke sei mit Elementen gespickt, die er auch als Training für seine sportliche Haupttätigkeit nützen könne, sagt Murisier. „Körperliche Koordination, Gleichgewicht und auch die Linienwahl haben Berührungspunkte mit dem Skisport“, so der Walliser, der seit früher Jugend im Gelände Motorrad und seit er 18 Jahre alt ist jährlich (mindestens) ein Enduro-Rennen fährt. „Auf der Strasse bin ich nicht so gerne. Ich finde, es ist ziemlich gefährlich. Nicht wegen des Tempos, aber wegen des vielen Verkehrs. Im Gelände kann ich alles besser kontrollieren und wenn mir etwas passiert bin ich selber schuld und niemand anderes.“

Ungefähr 60 Trainingsstunden verbringt Murisier pro Sommer auf dem Motorrad. Ein Mehrfaches davon aber im Kraftraum für den Skisport. „Das Konditions- und Krafttraining für den Winter leidet nicht unter dem Motorsport. Ich bin absolut im Plan mit meinem Programm und körperlich fühle ich mich fit.“ In den nächsten Tagen aber gilt Murisiers Aufmerksamkeit dem 2-Takter-Verbrennungsmotor. Ans Skifahren denkt der Walliser dann ab kommendem Montag wieder.

 
Foto: Symbolbild Red Bull Content Pool