Anna Veith – schmerzfrei und mit langfristigen Zielen

Anna Veith – schmerzfrei und mit langfristigen Zielen
04.07.2017 19:40:29 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Die Österreicherin Anna Veith setzt sich auf dem Weg zurück nur langfristige Ziele. Immerhin ist die 28-Jährige nach der jüngsten Knieoperation schmerzfrei, wie sie im Gespräch mit dem Journalisten der "Tiroler Tageszeitung" gesagt hat.

Ein klares Nein gibt es von Anna Veith zu einem Start in Sölden zum Weltcup-Auftakt Ende Oktober, offen lässt sie die Möglichkeit, dass sie das in Sotschi 2014 gewonnene Super-G-Gold bei den Olympischen Spielen in Korea verteidigen wird. "Mit dem Thema setze ich mich noch gar nicht auseinander", sagt Veith im Interview mit der "Tiroler Tageszeitung". Ihr Fokus liege ganz klar auf dem Fitwerden. "Sonst wird es nicht funktionieren." Nach dem im Oktober 2015 erlittenen Kreuzband-, Innenband- und Patellasehnenriss im rechten Knie und der im vergangenen Februar im andern Knie operierten Patellasehne kümmert sich die Salzburgerin um langfristige Ziele, wie sie es formuliert.

Der Weg, auf dem sie sich befinde, stimme, ist Veith überzeugt. "Die Knie reagieren gut auf die Behandlung. Durch die Operation im Februar ist eine grosse Last von mir abgefallen, denn seitdem bin ich endlich komplett schmerzfrei. Ich kann das Training so steuern, dass ich es bestmöglich verkrafte und mich so wieder stärke." Weil ihr das Skifahren so viel bedeute und sie in den Rennen des vergangenen Winters gespürt habe dass es noch geht, sei auch die Motivation gross. "Für mich ist das grösste Ziel, so fit zu sein, dass ich wieder so Ski fahren kann, wie ich es mir vorstelle, und mein Körper mich nicht mehr einbremst. Ich will es wieder erleben, dass ich an den Schwüngen und am Rennfahren richtig Spass habe. Erst dann kann man sich mit dem Rennkalender beschäftigen", so die ehemalige Gesamtweltcupsiegerin auf die Frage, ob die grosse Kristallkugel wieder zum Thema werden könne.

Dass sie vom vorwiegend individuellen Training der früheren Jahre jetzt wieder in einer Gruppe eingebettet sei, entspreche ihrem eigenen Wunsch. Veiths Trainer Meinhard Tatschl ist zuständig für die Gruppe "Back to race" mit Fahrerinnen, die nach Verletzungen wieder aufgebaut werden. "Es ist einfach wichtig, Anhaltspunkte und auch den Austausch mit den anderen zu haben. Gerade in einer Zeit, in der man mit dem Körper kämpft, kann das helfen." Grundsätzlich aber ist Veith auch der Ansicht, dass jede Athletin/jeder Athlet die Möglichkeit brauche, individuell an den Stärken arbeiten zu können. "Ein guter Trainer kriegt das auch in der Gruppe hin und sieht, welche Stärken er bei welchem Läufer fördern muss. Entscheidend ist, dass jeder das Beste für sich findet. Darum geht es. Der Verband hat das erkannt, unterstützt das und das funktioniert bei uns sehr gut", lob Veith den ÖSV, mit dem sie noch im Sommer 2015 (u.a. wegen eines Sponsorenstreits) ziemlich im Clinch gelegen hatte (skionline.ch berichtete).
Foto: Agence Zoom
Quelle. www.tt.com