Yannik Dobler – via Neuseeland ins C-Kader von Swiss Ski

Yannik Dobler – via Neuseeland ins C-Kader von Swiss Ski
12.08.2017 09:13:12 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Der 20 Jahre alte Männedörfler Yannik Dobler will ins C-Kader von Swiss Ski. Sein Weg dorthin hat am 22. Juli in Neuseeland begonnen.

In wenigen Tagen ist sie schon vorbei, Yannik Doblers Zeit in Neuseeland. Noch bevor das erste Rennen des Australien-Neuseeland-Cups über die Piste gehen wird, befindet sich der 20-Jährige wieder in der Schweiz. Um viele gemachte Erfahrungen und gesammelte Eindrücke reicher. „Ich bin zum ersten Mal hier in Neuseeland. Alles was ich bisher gesehen habe ist sehr eindrücklich. Alles wirkt so unberührt und wild. Die Aussicht von den Bergen hinunter ist einfach unbeschreiblich“, kommt Dobler ins Schwärmen.

Die Bilder der schönen Landschaft sind fürs Gemüt und das Fotoalbum wichtig. Hauptgrund dafür, dass der für den Skiclub Obersaxen fahrende Zürcher am 21. Juli die lange Reise nach Neuseeland angetreten hat ist ein ganz anderer. Er will sich in den technischen Disziplinen perfekt auf den kommenden Winter vorbereiten, schliesslich hat Dobler klare Vorstellungen: „Das grosse Ziel für diese Saison ist, dass ich mich für das C-Kader qualifizieren kann. Sollte es 2017/18 schon zu Europacup-Einsätzen reichen, umso besser“.

Für die – übrigens durch seine Familie finanzierten – Trainingstage in Neuseeland hatte sich Dobler aus pragmatischen Gründen entschieden. Wegen der im Vergleich zu europäischen Gletschern tieferen Lage könne er, da die Ermüdung später einsetze, grössere Umfänge trainieren. Dobler spricht von besserer Qualität und höherer Quantität des Trainings. Auch die Schneeverhältnisse seien ideal, so der Zürcher. „In Neuseeland kann ich mehr Schneetage absolvieren. Ich konnte bis jetzt den Aufbau gründlicher machen und mit viel  freiem Skifahren zu Beginn perfekt einsteigen. Zu guter Letzt kann ich hier auf Schnee trainieren, den ich auch im Winter bei den Rennen vorfinden werde und die unterschiedlichen Pistentopographien sind ein weiterer Vorteil.“

Für die gesamte Zeit in Neuseeland hat sich Yannik Dobler dem Global Racing Team von Paul Epstein angeschlossen. Der Österreicher Magnus Walch, die Belgier Tom Verbeke und Dries van den Broecke, Harry Laidlaw (Australien) und der Norweger Per Thorstein Haugen bilden Epsteins aktuelles Kernteam. Dazu stossen immer wieder Fahrer, die wie Yannik Dobler eine festgelegte Zeit mit dem Team verbringen und dieses nach einigen Wochen wieder verlassen. „Viel profitieren kann ich sicherlich von Magnus Walch. Es ist beeindruckend, wie genau und korrekt er arbeitet. Natürlich war ich ein wenig angesäuert wegen seines grossen Vorsprungs beim Sieg im Riesenslalom von Coronet Peak. Mein Rückstand von 3,19 Sekunden hat mich bessere FIS-Punkte gekostet.“

Dass beim 20-Jährigen der Sport aktuell an erster Stelle steht und er hier prioritär seine Ziele verfolgen will unterstreicht die Tatsache, dass er sich mit dem Wirtschafts-Fernstudium am Studienzentrum Pfäffikon (Schwyz) Zeit lassen will. Als Mitglied des Nationalen Leistungszentrums Ost (NLZ Ost) steht Yannik Dobler an der Schwelle zu den Swiss-Ski-Kadern und damit im Vorzimmer zu Europacup- und später eventuell Weltcup-Rennen. In diese Richtung soll es in den nächsten Jahren gehen und für diesen Weg hat Dobler die Reise nach Neuseeland gemacht. Hier soll ein wichtiger Schritt gemacht werden, respektive zu einem grossen Teil bereits gemacht worden sein. Schon der kommende Winter wird zeigen, welche Rendite die Investition ins Abenteuer Ozeanien auf den europäischen Pisten abwirft.
Foto: Anne Barwood