Remo Mattle, der Teilzeit-Chilene aus dem Rheintal

Remo Mattle, der Teilzeit-Chilene aus dem Rheintal
13.09.2017 11:29:47 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Noch bis zum 25. September trainiert Remo Mattle in Südamerika. Bei den in Chile und Argentinien stattfindenden Rennen ist er meist der einzige Schweizer am Start.

Remo Mattle ist 23 Jahre alt, stammt aus Rüthi im St. Galler Rheintal, fährt für den Skiclub Samnaun und ist aktuell "Teilzeit-Chilene". Der gelernte Zimmermann hat sich für die Zeit zwischen dem 26. Juli und dem 25. September dem chilenischen Skiteam angeschlossen und bestreitet Trainings sowie die Rennen gemeinsam mit den Südamerikanern. "Der Vorteil ist, dass ich hier auf Winter-Schnee trainieren kann und wirklich gute Speed-Pisten vorfinde. Natürlich macht es auch Spass, mal ausserhalb Europas Ski zu fahren", sagt Mattle, der ab den Trainingsmöglichkeiten ins Schwärmen gerät und klare Vorstellungen davon hat, was am Ende seiner Zeit in Südamerika auf der Habenseite stehen soll. "Ich will hier die Standings in den FIS-Punktelisten verbessern und den Südamerika-Cup in sämtlichen Disziplinen in den Top-30 beenden." Im Riesenslalom ist er als derzeit 31. diesem Ziel nahe, in andern Disziplinen liegen noch keine Resultate vor.

Mattle selbst fällt eine Selbsteinschätzung derzeit schwer. Das hat seine Gründe, wie er gegenüber skionline.ch erklärt hat. "Ich habe eine aus gesundheitlichen Gründen schwierige Saison 2016/17 hinter mir und kann mich im Moment noch nicht richtig einschätzen." Mattle litt im vergangenen Winter unter starker Müdigkeit bis hin zur Erschöpfung. "Die Blutwerte haben auf das pfeiffersche Drüsenfieber hingewiesen, aber weitere Symptome dieser Viruskrankheit hatte ich nicht." An besseren Tagen hat er an Rennen teilgenommen. Aktuell würden ihm etwas die Vergleichswerte für die Beurteilung des eigenen Formstandes fehlen, so Mattle. Generell fühle er sich derzeit im Riesenslalom am besten in Form, sagt der ehemalige Junioren-Fussballer des FC Rüthi.

Den Aufenthalt in Südamerika finanziert sich Remo Mattle dank der Unterstützung durch die Eltern und durch Sponsoren. "Und natürlich auch mit selbst verdientem Geld. Ich versuche natürlich alles so kostengünstig wie möglich zu organisieren." Klar wäre die Selektion für ein Swiss-Ski-Kader ein Ziel. Funktioniert dieses Vorhaben nicht, so hat der Zimmermann den BMS-Abschluss in der Tasche. An Plan-B aber denkt der derzeitige "Teilzeit-Chilene" jetzt nicht. Noch stehen in Südamerika Trainings und Rennen als Vorbereitung auf den europäischen Winter an. Und die in den Anden gesammelten Erfahrungen sollen für die Fortsetzung der Saison in den Alpen eine prima Grundlage bilden.