Niels Hintermann steckt mitten in einer Geduldsprobe

Niels Hintermann steckt mitten in einer Geduldsprobe
13.10.2017 09:12:29 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Während die Kollegen auf der Piste trainieren, muss sich Niels Hintermann in Geduld üben. Der Sieger der Lauberhorn-Kombi muss seine Schulterverletzung auskurieren.

Physiotherapie in der Universitätsklinik Balgrist statt Abfahrtstraining auf den Gletschern. Niels Hintermann steckt nach seiner am 13. August beim Abfahrtstraining in Zermatt erlittenen Schulterluxation mitten in der Reha. Weil beim Zwischenfall Nervenbahnen verletzt worden sind befindet sich der 22 Jahre alte Überraschungssieger der Lauberhorn-Kombi mitten in einer Geduldsprobe, wie er im Video-Interview sagt (vgl. unten). Ein erster Plan sieht vor, dass der Bülacher Kaufmann Ende November wieder auf Skiern stehen könnte. Allerdings hängt dieser Fahrplan schwer von den Fortschritten des Genesungsprozesses ab. Alltägliche Tätigkeiten – zum Beispiel Autofahren – sind für Hintermann noch nicht problemlos ausführbar und für einen Einsatz auf Schnee ist die verletzte Schulter schlicht noch nicht stabil genug.



Der Betreuung durch Swiss Ski und den Trainerstab windet Hintermann ein Kränzchen. Andy Evers, der neue Cheftrainer der Schweizer Speedfahrer betone immer wieder, dass er sich genügend Zeit für den Heilungsprozess geben soll. Evers kann mit verletzten Athleten umgehen. Als 2001 sein Schützling Hermann Maier mit dem Motorrad verunfallte und die Karriere des "Herminators" auf dem Spiels gestanden hat, gehörte der Österreicher zum engsten Umfeld Maiers.

Auch wenn das Gesundwerden Geduld und Nerven braucht, so hat Niels Hintermann das Lachen und den Blick für anderes nicht verloren. Jüngst traf der Skirennfahrer mit dem 3 Jahre alten Nils zusammen (vgl. Facebook-Post unten). Der Bub ist mit einem schweren Herzfehler zur Welt gekommen und hat schon fünf schwer Operationen hinter sich. "Er ist drei Jahre alt und hat in seinem kurzen Leben wohl mehr kämpfen müssen als die meisten andern Menschen", schreibt der Lauberhorn-Sieger.
Foto: Agence Zoom