Hirscher weiter mit Schmerzen

Hirscher weiter mit Schmerzen
03.11.2017 13:11:17 | skionline.ch, Elina Kalela
APA - Nach seinem "Doppelpack" an Auszeichnungen gilt es für Marcel Hirscher, schnellstmöglich zurück auf die Skipiste zu kommen. Der 28-jährige Salzburger blickt nach seinem im August erlittenen Knöchelbruch mit Wehmut auf die Kollegen, die bereits zur Vorbereitung auf den ersten Weltcup-Slalom der Olympia-Saison kommendes Wochenende in Levi nach Skandinavien abgehoben sind.

Ob sich das Rennen für Hirscher ausgeht, ist weiter fraglich. Den sechsmaligen Gesamtweltcupsieger plagen bei Belastung weiterhin Schmerzen im Bereich der Bruchstelle. "Der Knochen ist noch nicht so stabil, wie er sein soll", meinte Hirscher. Sobald das Wadenbein nach unten kippe, gebe der Körper eine Rückmeldung. Im Alltag sei das kein Problem, Schneetraining hat er aber schon seit über zwei Wochen keines absolviert.

Vergangenen Samstag gab es eine weitere ärztliche Untersuchung. Seither muss Hirscher von Tag zu Tag entscheiden, ob er sich wieder auf die Piste wagt. Der Schmerz gibt das Pensum vor. "Es raucht jeden Tag der Schädel", erklärte der Doppel-Weltmeister von St. Moritz, der seine Karriere im Februar in Pyeongchang mit Olympia-Gold krönen will.

In den vergangenen Jahren war Hirscher von schweren Verletzungen verschont geblieben. Nun muss er sich in Geduld üben. "Das ist für mich eine neue Lebensaufgabe." Besonders schmerze es, dass die Teamkollegen bereits nach Skandinavien abgehoben seien und dort optimale Trainingsbedingungen vorfinden würden. "Die Levi-Woche ist die beste Vorbereitungswoche im ganzen Jahr. Darum beneide ich sie schon sehr."

Hirscher kann die Rückkehr auf die Piste kaum noch erwarten. "Es kann sich nur um Wochen handeln", sagte der Annaberger, der schon den Weltcup-Auftakt in Sölden verpasst hätte. Hirscher war dort einer der Nutznießer der wetterbedingten Absage. "Ich habe keine Punkte verloren. Trotzdem hätte ich gerne irgendwie schon ein Rennen gesehen. Alleine, um die Kräfteverhältnisse einschätzen zu können."

Die Kritik seines US-Rivalen Ted Ligety am Ablauf der Absage im Ötztal quittierte Hirscher im ORF-Interview in Prag mit einem Lachanfall. In der tschechischen Hauptstadt nahm der Skistar die von der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees (ANOC) verliehene Trophäe als "Europas Sportler des Jahres" entgegen. Zeitgleich wurde Hirscher in Wien zum vierten Mal als Österreichs "Sportler des Jahres" ausgezeichnet.

Foto: Agence Zoom