Achter Weltcupsieg für Beat Feuz

Achter Weltcupsieg für Beat Feuz
25.11.2017 22:06:14 | skionline.ch, Elina Kalela
APA  EK  - Schweizer Weltmeister Beat Feuz hat am Samstag beim Speed-Auftakt der alpinen Skiherren in Lake Louise in Kanada gewonnen. Platz zwei ging an Olympiasieger Matthias Mayer.  Erstmals seit dem Super-G von 2013 siegte damit in Kanada kein Norweger. Achtfach-Gewinner Aksel Lund Svindal glänzte aber beim Comeback als Dritter.

Das erste Hochgeschwindigkeitsrennen der Olympiasaison stand ganz im Zeichen der Trauer um den knapp zwei Wochen davor tödlich verunglückten David Poisson. Spezielle Startnummern, Trauerflor und Banner im Ziel erinnerten an den Franzosen. Gefahren wurde zudem auf verkürzter Strecke, weil in der Landezone des ersten Sprungs zu wenig Schnee war.

Dafür fanden die 75 Fahrer für Kanada ungewohnte Europa-Schneebedingungen vor, was dem warmen Wetter geschuldet war.  Beat Feuz fuhr gleich nach Zieldurchfahrt die Faust aus, weil eine schnellere Zeit als jene des zu diesem Zeitpunkt führenden Weltcup-Titelverteidiger Peter Fill (ITA) meist schon die halbe Miete ist.

Tatsächlich hielt die Bestzeit bis zum Schluss, was Feuz jubeln ließ. "Während die "Elche" also ausgebremst wurden, könnte das Duell des österreichischen Abfahrts-Olympiasiegers gegen den 30-jährigen Weltmeister aus der Schweiz stattdessen nun die Ski-Szene beleben. Denn beide Goldmedaillen-Gewinner sind nach einer problemfreien Vorbereitung in einer beneidenswerten Frühform.

"Ein Sieg zum Saisonauftakt ist etwas Unglaubliches. Das ist mir noch nie gelungen", freute sich Feuz über seinen achten Weltcuperfolg. Es war sein erster in Lake Louise und der erste als Weltmeister. Dabei war Feuz wegen einer dramatischen Knie-Entzündung vielfach schon abgeschrieben worden. Im Vorjahr kam er mit einer Gesichtslähmung nach Kanada. "Da sieht man, was möglich ist, wenn es einmal keine Probleme gibt", scherzte der 30-jährige Emmentaler, der in Innsbruck lebt.

Feuz ist nicht nur ein großartiger Skifahrer, sondern auch ein Ballgenie. Er stellt sich etwa beim Schweizer "Nationalsport" Hornussen äußerst geschickt an. Als Neuling benötigte er nur sieben Monate, um sich im Golf Handicap 13 zu erspielen. Und ganz groß ist Feuz im Tennis. Das musste auch Mayer schon mehrmals zur Kenntnis nehmen. Denn in einigen Tennis-Duellen ist der Österreicher dem Schweizer bereits unterlegen. Feuz ist so gut, dass er vergangenen Sommer bei seinem Heimatverein Oberperfuß den Titel holte. In Lake Louise besiegte er vor der Abfahrt seinen Kumpel Mayer auch im Fußballtennis. "Das hat ihn offenbar auch auf der Piste motiviert", musste Mayer eingestehen, dass gegen den multitalentierten "Kugelblitz" derzeit da wie dort kein Kraut gewachsen ist.

Feuz gegen Mayer, das ist auch ein Duell Andreas Evers gegen Sepp Brunner. Evers ist der Nachfolger Brunners als Speed-Cheftrainer in der Schweiz. "Dieser Sieg gehört Beat aber ganz alleine beziehungsweise allen, die hier mitarbeiten", meinte jener Evers, der einst Hermann Maier betreut hat.

Feuz erhielt vom neuen Coach Extra-Lob. "Beat ist ein außergewöhnlicher Skifahrer. Wenn du so etwas überwindest wie diese Knieverletzung und dann wieder Spitzenleistungen abrufst, musst du auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit sein", sagte Evers.

Weil Mauro Gaviezel, Gilles Roulin und Patrick Küng die Plätze acht, zwölf und dreizehn belegten, kamen insgesamt vier Schweizer-Abfahrer in die Top-15.

Publikumsliebling Erik Guay (CAN) war beim großen Heimrennen nicht am Start, weil sich der 36-jährige Super-G-Weltmeister beim einzigen Training den Rücken beleidigt hatte. Svindal strahlte nach mehreren Verletzungspausen und Operationen über ein gelungenes Comeback. Immerhin verwies der achtfache Lake-Louise-Sieger Weltcup-Titelverteidiger Fill auf Platz vier. "Die Bedingungen waren heute deutlich besser als im Training", sagte der Norweger. Adrien Theaux, der am Freitag für die Bestzeit im einzigen Training gesorgt hatte und einer der besten Freunde von Poisson war, war als Siebenter bester Franzose auch im Rennen.

Ergebnisse Abfahrt Lake Louise

Foto: Agence Zoom