Hütter-Abfahrtssieg in Lake Louise vor Weirather

Hütter-Abfahrtssieg in Lake Louise vor Weirather
01.12.2017 22:11:27 | skionline.ch, Elina Kalela
APA,   EK - Cornelia Hütter ist ein Traum-Comeback gelungen. Die Österreicherin gewann gleich ihr erstes Ski-Weltcup-Rennen nach ihrem am 4. Jänner in Saalbach erlittenen Kreuzbandriss. Die 25-Jährige setzte sich in der ersten von zwei Abfahrten in Lake Louise 0,09 Sekunden vor der Liechtensteinerin Tina Weirather und 0,30 vor der sensationell starken US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin durch.

Für Hütter war es der zweite Weltcupsieg nach dem Super-G im März 2016 in Lenzerheide. Bei starkem Schneefall war Michelle Gisin als achte (+0,97) am Freitag die beste Schweizerin,  Lara Gut fährt auf den Platz 9  (+1,07). Österreicherin Anna Veith kam bei ihrem Comeback mit 2,11 Rückstand an die 21. Stelle. Mit einem Sturz endete das Vorhaben von Lindsey Vonn, den 19. Sieg in ihrem Lieblings-Weltcuport zu feiern. Die US-Amerikanerin schien aber glimpflich davongekommen zu sein, sie fuhr letztlich auf eigenen Skiern ins Ziel.

Weil Vincent Kriechmayr den Super-G in Lake Louise für sich entschied, gab es nach fast zwei Jahren damit wieder einmal österreichische Siege von Damen und Herren an einem Tag.

Die 25-jährige Hütter brauchte einige Zeit, um zu realisieren, was ihr da gelungen war. "Es ist unbeschreiblich. Ich bin am Start gestanden und wusste, ich habe es drauf. Ich wusste nur nicht, ob ich es auf die Piste bringe. Es ist einfach so schön, wieder am Start zu stehen", sagte sie im ORF-TV-Interview. Man müsse einfach von sich selbst überzeugt sein, und so müsse man am Start stehen. Das sei nicht immer so einfach, es gelinge ein paar Mal und ein paar Mal nicht. "Heute ist es gut gegangen und morgen schauen wir weiter." Da steht die nächste Abfahrt auf dem Programm.

Nach 19 Jahren und den zwei Erfolgen 1998 von Renate Götschl gewann damit erstmals wieder eine ÖSV-Dame eine Abfahrt in Lake Louise. In den vergangenen Jahren war Vonn die überragende Läuferin ebendort, sie schied am Freitag mit knapp bester letzter Zwischenzeit kurz vor dem Ziel aus. Vonn hatte auf dem Hochgeschwindigkeitskurs mit dem Innenski den äußeren touchiert, kam zu Sturz und durchschlug zwei Fangzäune.

War es für Hütter das erste Weltcuprennen nach dem Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie sowie einen Riss des Innen- und Außenmeniskus, so kehrte auch Anna Veith nach einer Knieoperation auf die Rennpiste zurück. Es wurde ein 21. Rang. "Ich bin froh, dass ich gesund herunten bin. Wie man sieht, ist es immer wieder gefährlich", meinte die Salzburgerin mit Verweis auf Vonn. "Mit der Fahrt war ich nicht so zufrieden. Ich habe versucht, mich reinzuklemmen, aber es war noch ein bisserl Unsicherheit dabei."

Hochzufrieden war Shiffrin. Die bisherige Technikspezialistin bestritt nach Lake Louise 2016 (13. und 18.) erst ihre insgesamt dritte Weltcupabfahrt und landete gleich auf dem Podest. "Das ist ein bisschen verrückt. Ich hatte auch Glück mit der Startnummer, es begann immer mehr zu schneien. Aber ich habe mich auch sehr gut gefühlt, war aggressiv, habe aber nicht zu viel Risiko genommen. Das Podium ist wunderbar." Die Pokalverteidigerin hat als Führende im Gesamtweltcup nun 129 Punkte Vorsprung auf die Deutsche Viktoria Rebensburg, die Tagessiebente wurde.

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Conny Hütters Papa freut sich über den Erfolg seiner Tochters im Zielgelände von Lake Louise



Fotos: Agence Kennedy & skionline/ M Belisle-Kennedy