Neu-Start in Riesentorlauf-Saison mit vielen Fragezeichen

Neu-Start in Riesentorlauf-Saison mit vielen Fragezeichen
02.12.2017 20:00:00 | skionline.ch, Elina Kalela
APA,  EK - Fünf Wochen nach der Sturm-Absage in Sölden geht der Weltcup-Auftakt im Riesentorlauf erst diesen Sonntag in Beaver Creek in Szene. Mit Marcel Hirscher und Ted Ligety hatten die Dominatoren der vergangenen Jahre zuletzt gesundheitliche Probleme, die Favoritenrolle liegt daher eher bei den Franzosen rund um Alexis Pinturault sowie Henrik Kristoffersen. Der Riesentorlauf in Beaver Creek war in den vergangenen sieben Jahren stets eine Angelegenheit zwischen Hirscher und Ted Ligety. Seit 2010 haben nur der US-Amerikaner (5) oder der Österreicher (2) dort gewonnen. "Das spielt es derzeit aber sicher nicht", fürchtet Hirscher.

Der Österreicher versucht nach seinem Knöchelbruch bis zum Schluss seinen Rückstand zu verkleinern. Hirscher verzichtete deshalb sogar auf eine "Titelverteidigung" im Super-G und schob stattdessen am Freitag ein Slalomtraining ein. Nach den letzten drei Testfahrten am Samstagvormittag und der
Hangbefahrung am Nachmittag hoffte der Salzburger, bereit zu sein. "Fortschritte sind da. Aber es fehlen natürlich tausende Tore und Stunden auf Schnee. Wenn früher Walter Röhrl auf Eis mit zu kurzen Nägeln gefahren ist, hatte er auch keinen Grip", beschrieb er die Situation. Er habe deshalb zunächst große Sachen geändert, outete sich Hirscher, ohne Details zu verraten. "Und es ist erheblich besser geworden." Das Positivste an Hirschers Situation ist, dass sein im August gebrochener Knöchel keine Probleme mehr macht. "Es hat natürlich länger gedauert, als operieren zu gehen. Aber dafür habe ich jetzt keine Nachwehen."

Ligety traut seinem Konkurrenten hingegen schon wieder viel zu. "Marcel wird schnell sein", ist Ligety überzeugt. Seine heftige Kritik an der windbedingten Absage von Sölden mit Hinweis darauf, dass diese auch wegen des Fehlens von Hirscher erfolgt sei, ist noch allgegenwärtig. Sein Tweet sei ein Scherz gewesen, der nicht von allen verstanden worden sei, beteuerte Ligety nun. Er habe sein Posting ja auch mit Emojis versehen, führte er als Beweis an.

Die Rollen von Hirscher und Ligety im RTL belegen am besten Zahlen. Von den 44 jüngsten Rennen sind nur vier nicht entweder an Hirscher (17), Ligety (14) oder Alexis Pinturault (9) gegangen. Die anderen Sieger waren die beiden Franzosen Mathieu Faivre und Thomas Fanara, Kristoffersen sowie Felix Neureuther.

Auch in Beaver Creek hieß in den vergangenen sieben Jahren das Duell stets Hirscher (2 Siege) gegen Ligety (5). Ob eine Fortsetzung möglich sei? "Von meiner Seite eher nicht", winkte Hirscher ab. Doch auch Ligety musste wegen diverser Beschwerden und einer Rücken-OP zuletzt pausieren. Der letzte GS-Podestplatz des Olympia- und einstigen Seriensiegers war der Sieg beim Saisonstart in Sölden 2015.


Was auch immer am Sonntag sportlich passiert: Es ist auf jeden Fall der erste Renneinsatz für die neuen Riesentorlauf-Ski mit dem verkleinerten Radius. "Es wird deshalb ein ganz spannendes Rennen", ist Hirscher überzeugt. "Es wird die erste wirkliche Standortbestimmung. Einige werden sich freuen, einige werden fast weinen."

Live Timing Start am Sonntag um 17:45 / 20:45

Foto: Agence Zoom