Dreßen ließ deutsches Abfahrerherz höherschlagen

Dreßen ließ deutsches Abfahrerherz höherschlagen
03.12.2017 13:23:00 | skionline.ch, Elina Kalela
APA - "Dreßen. Mit Betonung auf dem ersten E!" Thomas Dreßen musste nach dem ersten Weltcup-Podest seinen Namen in den USA erst einmal buchstabieren. Platz sechs war sein bestes Ergebnis gewesen, dann raste der 24-Jährige am Samstag in Beaver Creek hinter Ski-Gigant Aksel Lund Svindal und Weltmeister Beat Feuz auf Platz drei und als erster Deutscher seit 2004 (Max Rauffer) auf ein Abfahrtspodest.

"Ich bin ein bissl sprachlos. Ich wusste vom Training, dass ich nicht langsam bin. Dass ich das dann aber umgesetzt habe, ist ein Traum", sagte der junge Mann aus der Nähe von Garmisch-Partenkirchen. Dreßen war in Colorado erstmals als Mitglied der Weltranglisten-Top-20 gestartet und er nutzte seine gute Startnummer 10 sofort. "Ich wusste, dass es ein guter Lauf war. Im Ziel habe ich beim Warten aber dennoch geschwitzt wie die Hölle", erinnerte er sich an den Moment, als der Südtiroler Christof Innerhofer auf Platz vier raste.



Deutschlands Skirennfahrer sind im Olympiawinter ordentlich auf dem Weg. Bei den Damen gibt Viktoria Rebensburg den Ton an und bekommt von Kira Weidle und Co. Unterstützung. Bei den Herren hat Felix Neureuther den ersten Saisonslalom gewonnen, ehe ihn ein Kreuzbandriss ereilte.

Dreßen sorgte in den Rocky Mountains für den ersten deutschen Podestplatz in der Abfahrt nach fast 13 Jahren. Zehn Wochen vor Olympia gelang zudem dank Platz 7 für Andreas Sander das beste DSV-Team-Resultat seit fast 25 Jahren. Zwei deutsche Abfahrer in den Top 7 hatte es zuletzt im Jänner 1992 beim Sieg von Markus Wasmeier und Platz drei von Hansjörg Tauscher in Garmisch gegeben.

"Die Form stimmt in allen Teams. Und ich bin sicher, der Felix kommt zurück und wird wieder genauso gut", ist Dreßen überzeugt. Herrenchef Mathias Berthold habe seinerzeit die Parole der Rückkehr aufs Podest ausgegeben. "Jetzt habe ich das geschafft, das macht mich stolz."

Speedcoach in Deutschland ist der ebenfalls aus Österreich stammende Christian Schwaiger. "Er hat mit Maria (Höfl-Riesch, Anm.) alles erlebt und weiß, worauf's in der Abfahrt ankommt. Auf seiner Erfahrung können wir aufbauen", so Dreßen. Der Bayern ist skifahrerisch in Österreich groß geworden: er hat die Ski-Hauptschule Neustift sowie das Skigymnasium Saalfelden besucht.

Foto: Agence Zoom