Marcel Hirscher gewinnt Riesenslalom in Adelboden

Marcel Hirscher gewinnt Riesenslalom in Adelboden
06.01.2018 14:37:02 | Christof Thöny
APA, CT/MS - Österreichs Ski-Superstar Marcel Hirscher hat am Samstag vor dem Norweger Henrik Kristoffersen (+0,17 Sek.) und dem Franzosen Alexis Pinturault (0,21) zum dritten Mal den Riesentorlaufklassiker in Adelboden gewonnen und damit seinen sechsten Saisonssieg. Für den auch schon 2012 und 2015 siegreichen Salzburger war es der 25. RTL-Erfolg.
Insgesamt hält er bereits bei 51 Weltcup-Siegen, auf Hermann Maier fehlen nur noch deren drei. Mit dem Sieg am Chuenisbergli feierte Hirscher seinen 51. Weltcupsieg. 

Strahlend schönes Wetter und eine nach massiven Regenfällen überraschend kompakte Piste deckten die Probleme der vergangenen Tage zu. Die Rennen waren wegen eines Erdrutsches und der Sperre der Zufahrtstraße gefährdet gewesen. Letztlich fand der Riesentorlauf am Samstag sogar vor der Rekordkulisse von 31.000 Zuschauern statt.

Mit seinem 51. Weltcuperfolg fehlen Hirscher nun nur noch drei auf seinen Landsmann Hermann Maier (54). Im Podestplatz-Ranking überholte er mit nun 115 Annemarie Moser-Pröll (114), vor ihm liegen nur noch Ingemar Stenmark (155) und Lindsey Vonn (131). Im Riesentorlauf ist Hirscher mit nun 25 Siegen alleiniger Zweiter vor Ted Ligety (USA/24) und hinter Stenmark (46).
Es war der insgesamt sechste Sieg für Hirscher auf dem Chuenisbärgli (jeweils drei im RTL und Slalom), und er war ein hartes Stück Arbeit. 0,11 Sekunden Vorsprung hatte der Salzburger als Halbzeitführender auf seinen ersten Verfolger Kristoffersen. Dieser kämpfte im Finale am Zielhang mit Problemen, ging aber trotzdem in Führung. Auch Hirscher blieb nicht fehlerfrei, trotzdem ging es sich für den Sieg aus.

"Ich bin so ein Wappler, genau da, wo ich mir eh vorgenommen habe, dass ich schön über dem Außenski stehen sollte", kommentierte Hirscher seinen Fehler in einer ersten Reaktion. "Der zweite Durchgang war mit der Kurssetzung sensationell schwierig. Es war eines der schwersten Adelboden-Rennen, die ich habe fahren dürfen",
gestand er.

 Für Kristoffersen war es der sechste zweite Rang in diesem Winter, auch zwei dritte hat er zu Buche stehen. Ein Sieg fehlt damit weiterhin. "Ich habe unten einen großen Fehler gehabt. Es war ein richtiger Kampf. In Alta Badia war ich 1,70 hinten, heute 17 Hundertstel, ich bin sicher auf dem richtigen Weg", nahm er das Positive mit. Im Gesamtweltcup hat Kristoffersen als erster Hirscher-Verfolger nun 114 Punkte Rückstand.

Bester Schweizer wurde Justin Murisier als 11, wenngleich er seine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte. Gino Caviezel schaffte mit Rang 13 seine zweite Top-15-Platzierung in dieser Saison und damit die Olympiaqualifikation. Mit Rang 19 sammelte Elia Zurbriggen in Adelboden erstmals Weltcuppunkte. Loïc Meillard wurde nach einem Fahrfehler ausgehebelt und schied im zweiten Lauf aus.


Dass der Weltcup überhaupt durchgeführt wurde, war nach tagelangem Dauerregen nicht nur den massiven Anstrengungen der Pistenarbeiter geschuldet, sondern auch 20 Arbeitern eines örtlichen Bauunternehmens. Die Straße zwischen Frutigen und Adelboden war an einer Stelle auf einer Länge von ungefähr zwanzig Meter halbseitig komplett abgerutscht und seit Donnerstagnachmittag gesperrt gewesen.

Mit einer Baufirma, die eigentlich Betriebsferien hatte, wurde am Freitag mit Trägern und Platten aus Stahl eine provisorische Notbrücke für eine einspurige Straßenführung errichtet. Am Samstag um 6 Uhr in der Früh konnte die Straße wieder geöffnet werden und die Zuschauer somit zum Rennen anreisen. Der Weltcup-Tross mit Athleten und einigen Medienvertretern erreichte Adelboden am Freitagnachmittag über eine aktivierte alte Straße.

Ergebnis

Foto: Agence Zoom