Shiffrin fängt Schild in Flachau noch ab

 Shiffrin fängt Schild in Flachau noch ab
09.01.2018 22:11:46 | Christof Thöny
APA - Bernadette Schild hat ihren ersten Weltcupsieg und den ersten der ÖSV-Slalomdamen seit 31 Rennen verpasst. Die Salzburgerin führte am Dienstag zur Halbzeit des Flutlichtslaloms in Flachau, am Ende ging der Sieg vor der Rekordkulisse von 15.000 Zuschauern in einem dramatischen Finale aber doch an Mikaela Shiffrin. Die US-Seriensiegerin gewann 0,94 Sekunden vor Schild und 1,43 vor Frida Hansdotter.

Shiffrin musste aber auf dem Kurs ihres Trainers Mike Day eine Laufbestzeit auspacken, um sich vor Schild und Flachau-Spezialistin Hansdotter doch noch ihren fünften Slalom-Saisonsieg in Folge zu sichern. Mit 41 Weltcuperfolgen stellte sie zudem in einem Rennen, in dem mit Wendy Holdener, Petra Vlhova und Melanie Meillard drei Mitfavoritinnen ausschieden, die U23-Marke von Skilegende Annemarie Moser-Pröll ein.

 "Ich habe im ersten Durchgang viel falsch gemacht und bin viel zu sauber gefahren. Im zweiten war ich im Kopf viel besser drauf", sagte Shiffrin, nachdem sie mit dem 200. Weltcupsieg der US-Damen auch den mit 67.490,66 Euro größten Siegerscheck im Damenweltcup sowie zum dritten Mal den Titel einer "Snow Space Salzburg princess" erobert hatte.

Mehr als 33.000 Euro gab es für Schild, die zunächst auf einer trotz stundenlangem Starkregen tadellosen Piste nahtlos an ihre Laufbestzeit von Kranjska Gora angeschlossen und erneut Bestzeit hingelegt hatte. Und das, obwohl ihr die mittelsteile Hermann-Maier-Piste mit ihren vielen Übergängen eigentlich nicht sonderlich liegt.

Angesichts der "Raketenfahrt" Shiffrins in der Entscheidung entschied Schild, auf Nummer sicher zu gehen statt einen Ausfall zu riskieren. "Ich habe Mika fahren gesehen, es war schon oben ein richtiges Feuerwerk", sagte Schild. "Ich habe dann wohl unbewusst beschlossen, zurück zu ziehen und einen sicheren Lauf zu fahren", sagte sie, nachdem sie ihr bestes Weltcupergebnis egalisiert hatte. "Ich wollte unbedingt ins Ziel und daheim auf das Stockerl kommen. Ich bin auch mit Platz zwei superhappy."

Das war auch Ski-Superstar Shiffrin. "Das war eine große Show heute", sagte die 22-Jährige, die sich im Vorjahr noch sehr über Platz drei geärgert hatte. "Heute habe ich alles aus dieser Piste herausgeholt."

"Dass sie die Marke Moser-Prölls geknackt habe, sei eben so. "Annemarie ist eine Legende. Aber das war eine andere Zeit, man kann es nicht vergleichen." Die nächste Rekordmarke ist eine ganz heikle, nämlich die 35 Slalomsiege von Marlies Raich, Schilds zurück getretener Schwester. Shiffrin hält seit Flachau bei 30 Slalom-Erfolgen. "Fünf Siege sind nicht viel. Aber erstens muss man die erst einmal schaffen, außerdem ist Marlies mein Vorbild", verbeugte sie sich vor der im Zielraum anwesenden Österreicherin.

Nachdem Wendy Holdener nach einem Einfädler schon im ersten Lauf ausgeschieden war, konnte Melanie Meillard, die an der aussichtsreichen 5. Position gelegen war, den zweiten Lauf ebenfalls nicht beenden. Sie schied bereits nach vier Toren aus. Beste Schweizerin wurde Denise Feierabend als 11. Für die jungen Athletinnen Carole Bissig (18.) und Aline Danioth (20.) brachte der Nachtslalom erfreuliche Ergebnisse. Sie hatten mit hohen Startnummern die Qualifation für den zweiten Lauf geschafft und konnten sich mit guten Leistungen in diesem noch verbessern, Bissig sogar um zehn Ränge, mehr als alle anderen Läuferinnen. "Es ist super mit so vielen Zuschauern die einem zurufen. Die Atmosphäre ist unvergleichbar. Mir ist ein guter Lauf gelungen" sagte Bissig in Zielraum in Flachau. "Es ist einfach toll, wenn man mit dieser Top Nummer die Bestleistung abrufen kann".
Beide Damen schrammten nur knapp an ihrem jeweils besten Karriereergebnis vorbei. Michelle Gisin landete nach einem schweren Fehler im zweiten Durchgang auf dem 21. Rang. 

Ergebnisse

Foto: Agence Zoom