Svindal führt weites Feld an Favoriten für Wengen-Abfahrt an

Svindal führt weites Feld an Favoriten für Wengen-Abfahrt an
12.01.2018 22:44:42 | skionline.ch, Elina Kalela
APA, EK  - Bühne frei für die Lauberhorn-Abfahrt, die Protagonisten scharren in den Startlöchern: Topfavorit Aksel Lund Svindal aus Norwegen muss am Samstag in Wengen aber mit großer Gegenwehr rechnen, nicht zuletzt die Schweizer haben sich in den Trainings stark präsentiert.

Dritter in Lake Louise, Sieger in Beaver Creek und Gröden, Zweiter in Bormio - Svindal glänzt in seiner Comebacksaison nach Knieoperation in der Abfahrt. Vergangenes Jahr musste er wegen Schmerzen vorzeitig aus Wengen abreisen und erklärte die Saison ein paar Tage später für beendet. Nach wie vor ist Skitraining oft nur eingeschränkt möglich. "Aber mit der Piste hier ist es besser, das hilft schon", sagte Svindal, den ein holpriger Untergrund derzeit freilich alles andere als weiterhilft. Aber auch auf dem Lauberhorn wurde es von Tag zu Tag ruppiger.

Seine Erfolgsserie in Wengen fortsetzen würde gern Beat Feuz, der zwei Podestplätze erreichte und davon 2012 gewann. 2014 gab es durch Patrick Küng den letzten Schweizer Erfolg beim Traditionsrennen.  Der Österreicherische Lauberhorn-Spezialist Hannes Reichelt, der fünf Podestplätze in Serie erreichte und davon 2015 gewann gehört klar auch zu dem Favoriten. "Hoffen wir auf ein faires Rennen. Im Moment ist das Wichtigste, dass ich mit der
Nummer, die ich bekomme, auch wenn sie eine höhere ist, noch konkurrenzfähig bin", sagte der Salzburger, der zuletzt in Bormio Fünfter war. "Es wird ein spannendes Rennen und sicher eine enge Partie." sagte er.

 Die Wetterprognose sagt blauen Himmel und Windstille voraus, womit einem Rennen mit Start in 2.315 m Höhe und über 4.270 m Länge nichts im Wege stehen dürfte. "Ein Rennen von ganz oben, schönes Wetter, die Piste in gutem Zustand - das wäre perfekt. E schaut super aus, hoffen wir, dass es passt auf Samstag hin", meinte Dominik Paris (ITA), der Gewinner von Bormio und Dritte der Kombi-Abfahrt am Freitag. Er sieht für Wengen ebenfalls ein breites Feld an Favoriten - neben den Norwegern auch seine Teamkollegen Peter Fill und Christof Innerhofer und Adrien Theaux. Der Franzose war Schnellster im zweiten Training und ließ die Kombination wegen Rückenproblemen aus, um sich zu schonen.

Vollste Konzentration wird von den Rennläufern auch am Zielsprung noch gefordert, dieser geht sehr weit. Matthias Mayer (AUT) landete in der Kombiabfahrt fast im Fangnetz. "Da muss man taktisch fahren, damit man nicht ins Netz springt. In der Spezialabfahrt wird das jedenfalls noch anstrengender", weiß er. Hannes Reichelt macht sich weniger Sorgen um die Routiniers, als um die jungen Läufer. "Wenn du am Limit hinfährst, wird es sicher gefährlich, ich habe mir heute einiges an Reserve gelassen. Angst habe ich um junge Läufer, die mit weniger Kraft ins Ziel-S kommen und absalutieren. Dann landet man relativ schnell im A-Netz. Es ist sicher eine Limitgeschichte, aber Abfahrtssport soll auch nicht immer zu leicht sein."

Ihre Taktik können am Samstag auf der Lauberhorn zum ersten Mal vier junge Schweizer Abfahrer testen: Gilles Roulin, Stefan Rogentin, Gian Luca Barandun und Urs Kryenbuehl werden morgen auf Weltcupebene in Wengen debütieren.


Live aus Wengen: Gilles Roulin, Stefan Rogentin und Gian Luca Barandun im Interview nach dem ersten Abfahrtstraining


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Foto: Agence Zoom