Brignone gewinnt in Bad Kleinkirchheim Super-G

Brignone gewinnt in Bad Kleinkirchheim Super-G
13.01.2018 12:49:00 | Christof Thöny
APA, CT - Federica Brignone hat das erste Ski-Rennen des Wochenendes bei den Alpin-Damen in Bad Kleinkirchheim gewonnen. Die 27-jährige Italienerin feierte in Kärnten ihren siebenten Weltcup-Sieg und den zweiten ihrer Karriere im Super-G.  Lara Gut (+0,18 Sek.) wurde zweite und Cornelia Hütter (0,46)  Dritte. Die Französin Tiffany Gauthier folgte auf Rang vier vor der Italienerin Nadia Fanchini und der zweitbesten Österreicherin Tamara Tippler. Fünf weiter Schweizerinnen landeten auf Top 30. Der Super-G war wegen der tagelangen Pistenprobleme auf Samstag vorgezogen worden, auch am Renntag war die Strecke vor allem unten
unruhig und ruppig. Lange glaubte Hütter deshalb nicht an einen Podestplatz. Am Ende war die 23-jährige Steirerin "überglücklich".

Zufrieden zeigte sich Lara Gut mit ihrer Fahrt auf der Franz-Klammer-Strecke, auch wenn sie vor dem Ziel noch ein Tor touchiert und dabei sogar einen Stock verloren hatte. Die Saison verlaufe für sie nach Plan, meinte sie im Ziel, nachdem sie nunmehr nach ihrer Verletzung in Rennen wie diesem wieder um den Sieg mitfahren könne. Bei schwierigen Verhältnissen zeigten in Abwesenheit von Mikaela Shiffrin viele Läuferinnnen gute Fahrten. 

Die ÖSV-Damen lieferten ein starkes Teamergebnis ab. Mit Hütter (3.), Tamara Tippler (6.), Ricarda Haaser (8.) und Christine Scheyer (10.) landeten gleich vier in den Top-Ten. Anna Veith, die den zuvor letzten Super-G in Val d'Isere gewonnen hatte, wurde 15. Weltmeisterin Nicole Schmidhofer schied aus.

Schlechte Sicht und die vor allem unten unruhige Piste verlangten den Damen alles ab, gleich 15 Ausfälle gab es. Dass sich die Ungarin Edit Miklos fast genau ein Jahr nach ihrem fatalen Zauchensee-Sturz erneut am Knie verletzte, hatte aber nur bedingt mit der Piste zu tun. Miklos stürzte ins Ziel und musste von dort abtransportiert werden. 

Haarig verlief auch die Fahrt von Gut. Die Schweizerin blieb im steilen Zielhang bei Höchstgeschwindigkeit mit einem Arm am Tor hängen und verlor den Stock. Im Ziel gestand die Tessinerin, die sich vor elf Monaten einen Kreuzbandriss zugezogen hatte: "Ich hatte Glück, dass es mich nicht gedreht hat." Wegen der Pistenprobleme musste der Super-G immer wieder unterbrochen werden, um die Strecke zu salzen und zu rutschen. Es dauerte 50 Minuten, bis die für eine Wertung erforderlichen 30 Läuferinnen im Ziel waren. "Die Fahrten unserer jungen Mädchen waren wegen der Sicht und der Piste deshalb echte Superleistungen", lobte
ÖSV-Sportchef Hans Pum.

Tina Weirather belegte den 7. Rang und von den Schweizer Läuferinnen konnten sich Michelle Gisin (14.), Joana Hählen (16.), Corinne Suter (19.), Jasmine Flury (22.) und Priska Nufer (28.) in den Punkterängen klassieren.

Brignone freute sich über ihren siebenten Weltcupsieg. "Die Wolken waren sogar gut, weil da die Sicht gleichmäßiger ist", lautet das Urteil der Italienerin, die am Saisonbeginn wegen Hüftproblemen pausieren hatte müssen. Trotzdem hatte sie noch vor dem Jahreswechsel den Riesentorlauf in Lienz gewonnen. Ihren Sieg
widmete die Italienerin ihrer erkrankten Teamkollegin Elena Fanchini. Die Abfahrts-Vizeweltmeisterin (32) von 2005 hat die Olympia-Saison wegen eines gutartigen Tumors abbrechen müssen

Schon nach der Besichtigung habe sie die Sieg-Linie im Kopf gehabt, erzählte Brignone. "Ich habe mir die Fahrten von Sofia Goggia und Lindsey Vonn angeschaut, das hat mich noch sicherer gemacht." Es war ihr zweiter Sieg in einem Super-G, sie ist nun im fünften Saisonrennen die fünfte unterschiedliche SG-Siegerin. "Heute
musste man 110 Prozent geben. Ich bin superhappy."

Das Programm beim Damen-Skiweltcup in Bad Kleinkirchheim ist neuerlich angepasst worden. Der für Samstagnachmittag nach dem Super-G angesetzt gewesene, zweite Teil des Abfahrtstrainings wurde auf Sonntagfrüh (9.00 Uhr) verschoben. Der Abfahrts-Start ist um 11.15 Uhr geplant.

Wegen der Pistenprobleme hat in Kärnten das erste Abfahrts-Training am Donnerstag abgesagt werden müssen. Am Freitag hatte man nur bis zum Super-G-Start fahren können. Der restliche Teil des Trainingslaufs soll nun Sonntagvormittag bis ins Ziel über die Bühne gehen, damit ein Rennen möglich ist.

Ergebnis

Foto: Agence Zoom