Beat Feuz siegt in Wengen

Beat Feuz siegt in Wengen
13.01.2018 14:23:23 | Christof Thöny
APA - Erstmals seit 2014 ist den Schweizer Alpin-Herren wieder ein Heimsieg beim Ski-Weltcup-Abfahrtsklassiker in Wengen gelungen. Damals gewann im Berner Oberland Patrick Küng, am Samstag ließ Beat Feuz mit Startnummer eins die Konkurrenz hinter sich. Der regierende Weltmeister gewann 0,18 Sekunden vor dem Norweger Aksel Lund Svindal. Olympiasieger Matthias Mayer (+0,67 Sek.) belegte den dritten Platz. Der vierte Platz ging an Hannes Reichelt (AUT). Fünfte wurde Thomas Dressen (DEU).

Für Feuz war es der zweite Lauberhornsieg nach 2012 und der zweite Saisonsieg: Der 30-Jährige hatte Ende November schon die Abfahrt in Lake Louise gewonnen. Er ist erste der sechste Doppelsieger in Wengen, Franz Klammer hatte die Lauberhorn-Abfahrt als Einziger drei Mal gewinnen können.  Bei der Startnummernvergabe und beim Rennen hatte er alles richtig gemacht. "Der Poker war, dass es, wenn es schön wird, im oberen Streckenabschnitt immer langsamer wird", sagte der Weltmeister, der mit seiner Wahl recht behielt. Aber er lieferte auch eine sehr starke Fahrt ab und landete seinen zweiten Abfahrtssieg in Wengen-Klassiker nach 2012. "Was gibt es Schöneres, als hier am Start zu stehen vor so vielen Leuten? Jeder Sieg ist etwas Spezielles, es war ein genialer Tag", meinte er nach dem neunten Weltcupsieg seiner Karriere.

"Der Rückstand ist wenig, aber in Beaver Creek war es umgekehrt, da hatte ich die Hundertstel auf meiner Seite", sagte der mit Nummer 3 gestartete Svindal, der das Rennen erst in der Zielkurve verlor. Im Kernen-S hatte er mit dem Kopf die Bande rasiert und den Helm dabei zerschrammt. "So eng ist nicht gut", nahm es Svindal mit Humor. Er landete zum fünften Mal im fünften Abfahrtsrennen in diesem Winter auf dem Podest, führt die Disziplinwertung mit 58 Zählern Vorsprung auf Feuz an.

Eine starke Leistung lieferten die Österreicher ab, auch wenn es mit dem ersten Abfahrtssieg in diesem Winter wieder nicht klappte. "Es ist ein Kindheitsraum, in Wengen am Podest zu stehen. Ein großartiger Tag, Superwetter, es kann nicht schöner sein", schwärmte Olympiasieger Mayer, der bei diesem Klassiker erstmals das Stockerl erklimmte. Die Anstrengungen des langen Kombinationstages am Freitag (Platz acht) hatte er gut weggesteckt. "Nehm' ich", kommentierte er seinen dritten Rang. "Von den zwei kann man sich schlagen lassen." Er habe eine gute Fahrt gehabt. "Oben haben leider alle verloren, die hintennach gestartet sind. Es wird einfach ein bisschen wärmer oben, aber es ist super zum Fahren gewesen, es hat mir richtig getaugt."

Wengen-Spezialist Reichelt, der nach fünf Stockerlplätzen in Folge als Vierter knapp am Podest vorbeiraste, hatte sich nichts vorzuwerfen. "Im oberen Teil habe ich viel Zeit liegen gelassen, aber mit der Nummer war es sicher eine gute Leistung. Die Nummer ist im Moment nicht mein Freund", sagte der mit 19 ins Rennen gegangene Salzburger.

Mit Gilles Roulin (14.) und Gian Luca Barandun (15.) konnten zwei junge Schweizer aufzeigen, auch Marc Gisin überzeugte mit Rang 19. Nicht zufrieden mit ihren Fahrten waren Mauro Caviezel (22.) und Patrick Küng (31.). Ohne Weltcuppunkte in Wengen sind auch Nils Mani (Platz 34), Urs Kryenbühl (Platz 40), Stefan Rogentin (Platz 44) und Ralph Weber (Platz 47) geblieben.

Ergebnisse

Foto: Agence Zoom