Lindsey Vonn triumphiert auch in zweiter Garmisch-Abfahrt

Lindsey Vonn triumphiert auch in zweiter Garmisch-Abfahrt
04.02.2018 14:14:33 | Christof Thöny
APA, CT - Lindsey Vonn hat das Abfahrts-Double in Garmisch-Partenkirchen geschafft. Die US-Amerikanerin setzte sich am Sonntag bei ihrem 81. Sieg im alpinen Skiweltcup wie am Vortag vor Sofia Goggia (ITA/+0,11 Sek.) durch. Dritte wurde Tina Weirather aus Liechtenstein (0,12). Für Vonn war es der dritte Saisonsieg in der Abfahrt. In der Disziplinen-Wertung fehlen ihr nur noch 23 Punkte auf Goggia. In den letzten Tagen hatte die Amerikanerin nicht zuletzt mit ihren Aussagen über ihre derzeitigen Prioriäten (im Hinblick auf Männer und den Skisport) für Aufsehen gesorgt. Dass ihr in punkto Skifahren derzeit sehr vieles gelingt, konnte sie innerhalb von rund 24 Stunden zweimal auf der klasischen Kandahar-Strecke unter Beweis stellen. Auch ihre Favoritenrolle für die bevorstehenden Olympischen Spiele stellte sie damit eindrucksvoll unter Beweis, wobei sie mit Goggia natürlich eine starke Konkurrentin hat. 

Am Samstag hatte Vonn mit dem läppischen Vorsprung von zwei Hundertstelsekunden vor Goggia gewonnen. Die Italienerin hatte diesmal das Glück auf ihrer Seite, blieb sie doch nur eine Hundertstel vor der L Liechtensteinerin Weirather. Abfahrts-Vizeweltmeisterin Stefanie Venier, knapp 24 Stunden davor als 23. noch im geschlagenen Feld, landete 0,37 Sekunden hinter der Siegerin auf Platz 4.

"Es ist niemals leicht. Ich werde mich nach den Spielen auf diese Rekorde konzentrieren. Im Moment geht es nur darum, Selbstvertrauen für Olympia aufzubauen, das ist mein einziges Saisonziel", betonte Vonn, die nun schon insgesamt neun Weltcup-Siege in Garmisch gesammelt hat. Nur in Lake Louise (18) und Cortina d'Ampezzo (12) war die 33-Jährige noch erfolgreicher. In Hinblick auf Olympia habe sie allerdings ihr Tempo stellenweise dosiert. "Das war wirklich nicht an der Grenze für mich", stellte Vonn klar. "Es fällt mir schwer, mich auf diese Rennen zu konzentrieren, weil die Strecke in Jeongseon immer im Kopf ist."
 
Außerdem habe sie am Start kein gutes Gefühl gehabt, da sich am Vortag Teamkollegin Jacqueline Wiles bei einem Sturz das Kreuzband gerissen hatte. Drei Startnummern vor ihr war Teamkollegin Stacey Cook gestürzt, weshalb das Rennen kurz unterbrochen war. Goggia versicherte, dass ihr der Zweikampf mit der lebenden Legende Vonn weiterhin Spaß mache. Sie hoffe allerdings darauf, den Spieß in Südkorea umdrehen zu können. Ihre Leistung beschrieb die immer besser auf Deutsch parlierende 25-Jährige in perfektem Dialekt als "passt scho'". Im Abfahrts-Weltcup liegt Goggia jetzt 23 Punkte vor Vonn in Führung.

Nicht ganz auf dem Niveau der weltbesten Fahrerinnen bewegt sich derzeit noch Lara Gut, die nach ihrer Verletzung den Anschluss an die Weltspitze in der Abfahrt noch nicht gefunden hat. Sie belegte in Garmisch den 20. Platz. Wesentlich besser lief es für Michelle Gisin, die mit einer starken Fahrt hinter der Österreicherin Venier Fünfte wurde. (+0,57). Ihre Formkurve zeigt damit eindeutig nach oben. Dies gilt auch für Corinne Suter, die besonders im oberen Teil eine starke Fahrt gezeigt hatte und bei den ersten zwei Zwischenzeiten sogar in Führung lag. Am Ende belegte sie den elften Rang, knappt gefolgt von Jasmine Flury, die 13. wurde. Joana Hählen verpasste nach einigen Fehlern Weltcuppunkt und wurde 38. 

Die Kandahar-Abfahrt war das letzte Rennen der alpinen Disziplinen vor den Olympischen Spielen in Südkorea. Nun reisen auch die Speedspezialistinnen in den Fernen Osten, wo die Spiele am kommenden Freitag eröffnet werden.

Ergebnis

Foto: Agence Zoom