Marcel Hirscher: "Jeder Punkt zählt"

Marcel Hirscher:
18.03.2015 19:07:37 | skionline.ch, Peter Gerber
APA.  Kjetil Jansrud hat in der Abfahrt von Meribel auf die Siegerstrasse zurückgefunden und seine Chance auf den Gewinn des Gesamtweltcups am Leben gehalten. Im Super-G am Donnerstag (19. März/9.30 Uhr) kommt es zum Duell mit Marcel Hirscher.

Für den 29-jährigen Kjetil Jansrud war es der erste Sieg in einer Weltcup-Abfahrt seit Kitzbühel, danach hatte er mit den Rängen 14, 19 und 7 leicht geschwächelt. Mit dem Sieg sorgt er weiterhin für Spannung im Gesamtweltcup. Jansrud sieht die grössere Chance auf das grosse Kristall nach wie
vor bei Marcel Hirscher, will aber kämpfen bis zum Schluss. "Wenn ich nach der Abfahrt auch den Super-G gewinne und somit insgesamt 200 Punkte gutmache, kann Marcel immer noch alles mit einem guten Riesenslalom entscheiden. Oder dann im Slalom. Aber man kämpft bis zum Ende. Es ist noch nicht entschieden und ich kann es noch schaffen."

Der Gewinner der Abfahrts- und Super-G-Wertung in dieser Saison will seine Leistung auch am Donnerstag abrufen. "Ich will jedes Rennen gewinnen, und am Donnerstag habe ich eine neue Chance. Schauen wir, was wird. Ich will nicht in die Situation kommen, in der man sich wünscht, dass der andere schlecht fährt, damit man selbst die Kugel gewinnt. Ich mache, was ich kann. Ich freue mich über heute und hoffe, dass ich es morgen wieder bringen kann."

Marcel Hirscher hat sich am Mittwoch daheim noch die Abfahrt und den Sieg von Kugel-Konkurrent Kjetil Jansrud vor dem Fernseher angeschaut, ehe er in den Flieger Richtung Weltcupfinale in Meribel stieg. Für den Super-G am Donnerstag hat er sich vorgenommen "gut skizufahren und zu punkten, denn jeder Punkt zählt", sagte er nach der Ankunft in Hochsavoyen.

64 Zähler Vorsprung hat Hirscher im Gesamtweltcup auf Jansrud noch, der Norweger hatte in der Abfahrt ordentlich aufgetrumpft. "Das war eine sensationelle Leistung, ein verdienter Sieg. Für mich ist das aber keine Überraschung. Ich habe immer gesagt, dass er im Moment einer der besten Speedfahrer ist, deshalb ist er auch für morgen mein Top-Favorit", meinte der Salzburger. Der Wunsch nach einer niedrigen Startnummer im Super-G erfüllte sich für Hirscher, er bekam die 6 zugelost. Jansrud geht mit 17 ins Rennen. "Mit einer hohen Nummer wäre es für mich schwierig geworden, weil es schon sehr weich ist. Die niedrige Nummer ist sicher kein Nachteil."

Der 26-Jährige rechnet damit, dass das Rennen um den Gesamtweltcup bis zum Schluss spannend bleiben wird. "Natürlich kann man den Druck nicht wegreden, aber ich versuche, gut damit umzugehen", meinte Hirscher, der vergangenes Wochenende bei den Technikrennen in Kranjska Gora mit großer Nervösität zu kämpfen gehabt hatte.
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