Sportparlament schickt "Sion 2026" ins Olympia-Rennen

Sportparlament schickt
11.04.2017 19:44:19 | skionline.ch, Peter Gerber
pd. In Sion sollen 2026 die Olympischen Winterspiele und Paralympics stattfinden. Das Sportparlament schickt damit die Schweizer Kandidatur ins Rennen.

Ein entscheidender Schritt für eine Schweizer Olympia-Kandidatur ist getan. Das Sportparlament – oberstes Organ des Schweizer Sports, das sich aus den 86 Mitgliedsverbänden von Swiss Olympic zusammensetzt – hat das Projekt «Sion 2026. Die Spiele im Herzen der Schweiz» offiziell als Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 bestätigt. Die Delegierten der Sportverbände haben damit den Entscheid des Exekutivrats von Swiss Olympic vom 7. März 2017 ratifiziert. Gleichzeitig sagte das Sportparlament ebenfalls einstimmig Ja zum Antrag, dass Swiss Olympic 8 Millionen Franken aus seinen Reserven an die Kosten der Kandidaturphase beisteuert.

Dass die Unterstützung für «Sion 2026» gross sein würde, hatte sich an diesem Abend im Haus des Sports nach der emotionsreichen Präsentation des Komitees von «Sion 2026» herauskristallisiert. Bekannte Sportlerinnen und Sportler aus allen Landesteilen waren laut einer Medienmitteilung von Swiss Olympic extra nach Ittigen gereist und zeigten sich begeistert von der Idee, den weltgrössten Wintersportanlass in der Schweiz zu organisieren. Durch ihre Präsenz haben die anwesenden Athleten wie etwa Fanny Smith, Didier Défago, Mélanie und Loïc Meillard oder Virginie Faivre ein starkes Signal ausgesendet. Didier Défago: «Die Unterstützung seitens des Sports ist sehr motivierend und macht mich sehr glücklich. Die Spiele würden einen positiven Einfluss auf verschiedenste Gebiete unserer Gesellschaft haben: Im Mittelpunkt wird aber die Redynamisierung des Sports in unserem Land stehen und insbesondere die Aufwertung des Wintersports.» In den kommenden Monaten wird dieses Signal in der ganzen Schweiz aufgenommen werden, während gleichzeitig das Kandidaturprojekt weiterentwickelt wird.
 
Jürg Stahl, Präsident von Swiss Olympic, sagt: «Die klare Botschaft, die der Schweizer Sport ausgesendet hat, ist sehr wichtig für uns. Sie zeigt, dass die Grundzüge des Projekts von «Sion 2026» sehr solide sind. Wichtig ist dieser Support gerade auch für die nächste Phase, in der es insbesondere darum geht, die Unterstützung des Bundes zu erhalten. Wir sind auch sehr dankbar, können wir auf den Support der Athleten zählen. Auch dank ihnen können wir der Schweizer Bevölkerung aufzeigen, warum die Spiele in der Schweiz eine grossartige Idee sind.»
 
Jean-Philippe Rochat, Präsident des Kandidaturkomitees «Sion 2026. Die Spiele im Herzen der Schweiz», ergänzt: «Der von Swiss Olympic ins Leben gerufene Prozess hat uns gefordert, hart zu arbeiten und gleichzeitig kreativ zu sein. Wir sind den Schweizer Sportverbänden für die Unterstützung dankbar, die wir heute erfahren haben und sind uns aber auch der Verantwortung für den Schweizer Sport bewusst. Der Sport steht im Zentrum unseres Projekts und wird es auch immer sein.»

Das Projekt «Sion 2026» kann nun die nächsten Etappen in Angriff nehmen. Zunächst muss die Detailplanung so vorangetrieben werden, dass es den Behörden auf Bundesebene im Herbst vorgelegt und die Vernehmlassung des Budgets gestartet werden kann. Die Zusammenarbeit mit einer interdepartementalen Arbeitsgruppe auf Bundesebene läuft bereits. Parallel dazu wird mit den Vorbereitungsarbeiten für die internationale Kandidaturkampagne begonnen. Das Datum der offiziellen Einreichung der Kandidatur beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) muss noch bestätigt werden, ist aber für Anfang 2018 vorgesehen.

Im Mai 2018 wird der Bundesrat dem Parlament wohl einen Antrag zur Übernahme der Sicherheitskosten (Kostendach) stellen und der National- und der Ständerat werden dann zu entscheiden haben. Im Kanton Wallis dürfte das Stimmvolk an der Urne entscheiden, ob es die Spiele will. Im Sommer 2019 werden die Spiele dann seitens des IOC definitiv vergeben. Mögliche Konkurrenten für Sion sind Stockholm, Innsbruck, Calgary, Lillehammer, Sapporo und Almaty.
Foto: Agence Zoom