Skitourenrennen – eine Skisportart wird olympisch

Skitourenrennen – eine Skisportart wird olympisch
10.07.2017 07:07:44 | skionline.ch, Peter Gerber
pd/peg. Das Exekutivkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat in Lausanne beschlossen, die Sportart Skitourengehen ins Programm der der Olympischen Jugendspiele 2020 in Lausanne aufzunehmen. Damit ist der nächste Schritt getan und eine "neue" Skisportart ist dem Olympischen Traum näher.

Die Sportart Skitourenrennen hat auf dem Weg zur neuen Olympischen Sportart die nächste Hürde genommen. Diese Sportart, die ein wichtiger Bestandteil der Tradition der (Schweizer) Wintersportarten geworden ist wird  die achte Sportart der Olympischen Jugendspiele 2020 in Lausanne mit Wettkämpfen (und somit Medaillen) in den Disziplinen Single, Sprint und Mixed Staffel. Die Rennen finden in Villars (Kanton Waadt) statt. Damit steht die Sportart Skitourenrennen definitiv im Vorhof zu Olympia. Ob das Skitourenrennen an den Winterspielen in Peking 2022 bereits im Programm sein wird, ist noch nicht bestimmt, die Chancen indes bestehen. In den Jahren 1924, 1928, 1936 und 1948 war der Militärpatrouillenlauf, ein Vorläufer des Skitourengehens, bereits Olympische Disziplin.

Vor rund drei Jahren ist der internationale Verband im Skitourenrennen (ISMF/International Ski Mountaineering Federation) vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) teilweise und provisorisch anerkannt worden. Im August 2016 hatte die IOC-Vollversammlung – im Vofeld der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro – dem ISMF die vollständige Anerkennung zuteil werden lassen und damit diesem Wintersport-Verband den ersten Schritt Richtung Olympischer Sportart ermöglicht (skionline.ch berichtete). Um diese Anerkennung vergeben zu können, hatte das IOC über längere Zeit die Strukturen und Prozesse des internationalen Verbands beobachtet und geprüft. Einer der wichtigsten Gründe für den positiven Entscheid war damals, dass das Skitourenrennen (in Österreich und Deutschland heisst der Sport Skibergsteigen) eine nachhaltige und saubere Wintersportart ist. Die Entwicklungen im Bereich Marketing und die Fortschritte in der internationalen Zusammenarbeit hätten ebenso zum Erfolg beigetragen. Zudem richte die ISMF als Dachverband gezielt ihr Augenmerk auf die Jugend, engagiere sich im Kampf gegen Doping und weise stets wachsende Zahlen bei den teilnehmenden Athletinnen und Athleten auf.




Insgesamt werden in sämtlichen acht Sportarten 1880 Athletinnen und Athleten im Jahr 2020 nach Lausanne kommen. In Folge dessen wird die Konkurrenz und somit die Qualität der Wettkämpfe erhöht und die Anzahl weiblicher Teilnehmerinnen gegenüber deren männlichen Mitstreitern ausgeglichen. Zum ersten Mal werden also gleich viele Frauen wie Männer an den YOG teilnehmen. Doch das ist noch nicht alles: Dieser Zuwachs an Athleten bedeutet nicht etwa mehr Druck für die Organisatoren, im Gegenteil. Das IOC führt auch hier ein neues System ein, nämlich das der «zwei Wellen». Somit wird zwar die Anzahl Athleten erhöht, jedoch verringert sich deren Aufenthaltsdauer vor Ort. Dieses System erlaubt es somit, bedeutend mehr Athleten in einer verlängerten Dauer von drei Tagen zu empfangen. Die YOG finden nun somit vom 10. bis 22. Januar 2020 statt.
 
Quelle: Lausanne 2020
Foto: ISMF