Magnus Walch – oder Freiheit, Freude, Kugelfisch

Magnus Walch – oder Freiheit, Freude, Kugelfisch
08.08.2017 12:56:08 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Vor einer Woche Zweiter, am Dienstag Erster. Der Österreicher Magnus Walch ist in Neuseeland nahezu perfekt in den Rennwinter 2017/18 gestartet. Statt "Friede, Freude, Eierkuchen" heisst es bei ihm "Freiheit, Freude, Kugelfisch".

Der 25 Jahre alte Magnus Walch hat Nachholbedarf. Weil er – auch wegen einer Schulterverletzung, die zwischen Mitte Dezember 2016 und Anfang Februar 2017 keine Rennen zugelassen hat – den ÖSV-Kaderstatus Ende Winter 2016/17 eingebüsst hat, muss er Resultate bringen und gute Punkte machen. Mit einem zweiten Platz in Cardrona und dem heutigen Sieg von Coronet Peak ist dem Vorarlberger der Einstieg in die Saison geglückt und den Ausfall im Rennen vom Montag hat er so bestens kompensieren können. „Der erste Lauf am Dienstag war noch etwas verhalten, im zweiten habe ich dann viel riskiert und einen sehr guten Lauf erwischt“, zog Walch Bilanz nach seinem ersten Saisonerfolg.

Der Österreicher hat nach dem Verlust der Kaderzugehörigkeit jenen Weg eingeschlagen, der vor einem Jahr Marcel Mathis, seinen Kollegen aus Vorarlberg, zurück ins Team des ÖSV gebracht hat. Magnus Walch ist einer von derzeit fünf Fahrern, die den Kern des Global Racing Teams des ehemaligen US-Rennfahrers Paul Epstein bilden. „Ich erlebe derzeit eine geniale Zeit in Neuseeland. Wir hatten einige top Trainingstage und ich freue mich auf die Rennen hier“, so Walch, der in Ozeanien auch die Wettkämpfe des Australien-Neuseeland-Cups bestreiten wird. „Wir haben eine coole Mannschaft mit Athleten aus unterschiedlichen Nationen und wir alle haben einfach richtig Spass beim Skifahren.“ Derzeit gehören für einige Wochen noch vier weitere Fahrer – darunter der Schweizer Yannik Dobler – zum Team dazu.

Im Vergleich zum Verbandsbetrieb habe er mehr Freiheiten und die Freude der Fahrer an deren Tun sei stärker spürbar, sagt Walch. Dennoch will er zurück ins ÖSV-Kader. Logisch, denn schliesslich gehören Weltcup- und Olympia-Rennen zu den anvisierten Zielen. Er, der die Skihotelfachschule in Bad Hofgastein abgeschlossen hat, wird durch seine Familie und den Hauptsponsor Lech/Zürs am Arlberg auf diesem Weg unterstützt.

Gemeinsam mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Linus führt Magnus Walch eine besondere To-do-Liste auf der Dinge stehen, welche die beiden in ihrem Leben (mindestens) einmal gemacht haben wollen. Da gehört Surfen vor Hawaii ebenso dazu wie Fallschirmspringen oder das Bestreiten eines Ironman-Triathlons. Im März 2006 konnte Walch, nachdem er in Nozawa Onsen (Japan) einen Riesenslalom gewonnen hatte, ein besonderes Vorhaben umsetzen. Seit diesem Tag sind „Kugelfisch essen und überleben“ abgehakt. Hinter Top-Platzierungen im Weltcup und bei Olympischen Spielen fehlt der Haken noch. In Neuseeland holt Magnus Walch nun zum zweiten Mal Anlauf, damit er dereinst auch zu diesen Punkten sagen kann: „ist erledigt“.

Coronet Peak (Neuseeland). FIS-Riesenslalom, Männer: 1. Magnus Walch (Ö) 1;49,35. 2. Maarten Meiners (Holland) 1,75 zurück. 3. Andreas Zampa (Svk) 1,92. 4. Joseph Young (Ka) 2,61. 5. Per Torstein Haugen (No) 2,62. – Ferner: 9. Yannik Dobler (Sz) 3,19. 15. Florian Spiecker (Ö) 3,92. – Im 2. Lauf ausgeschieden (u.a.): Sandro Wiggenhauser, Matteo Piazza (beide Sz), Krystof Kryzl (Tschechien) und Willis Feasey (Neuseeland). – Im 1. Lauf ausgeschieden (u.a.): Manuel Pleisch (Sz), Thomas Dorner (Ö). – Nicht zum 2. Lauf gestartet: Marco Pfiffner (Lie). – Nach dem 1. Lauf disqualifiziert: Adam Barwood (Neuseeland). – 71 Fahrer gestartet, 41 klassiert.
 
Foto: Anne Barwood
Quelle (Info To-do-Liste): skiweltcup.tv