Manuel Pleisch ist in Neuseeland auf der Suche

Manuel Pleisch ist in Neuseeland auf der Suche
09.08.2017 09:45:07 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Die Schweizer B-Kader-Athleten Manuel Pleisch und Bernhard Niederberger trainieren in Neuseeland. Pleisch will sich mit dem neuen Riesenslalom-Ski "anfreunden". Wegen der zu warmen Temperaturen und der zu weichen Piste mussten die für den 9. August vorgesehen gewesenen Slaloms (Männer und Frauen) in Coronet Peak abgesagt werden.

Die Resultate sind zweitrangig. Noch. Für Manuel Pleisch, der schon seit einigen Tagen und bis zur Ankunft des restlichen Schweizer Teams gemeinsam mit Bernhard Niederberger und mit den Neuseeländern (mit Cheftrainer Adrian Bernasconi) in Cardrona trainiert, stehen zur Zeit andere Dinge im Vordergrund. "Mein Hauptziel ist, dass ich den neuen Riesenslalom-Ski so schnell wie möglich in den Griff bekomme. Auch wenn die Resultate in den Rennen vorläufig noch zweitrangig sind, bereite ich mich so gut wie möglich vor. Ein Rennen dient immer als gute Standortbestimmung dafür, wie gut man das Material schon abgestimmt hat." Der 27-Jährige ist also auf der Suche. Auf der Suche nach dem Gefühl für den neuen Ski und auf der Suche nach den schnellsten Arbeitsgeräten und der besten Abstimmung.

Für den noch bis zum 2. September dauernden Aufenthalt hat Riesenslalom-Spezialist Pleisch vier Paar Ski für seine bevorzugte Disziplin und 2 Paar Slalom-Ski mitgenommen. "Jeder Ski ist ein potentieller Rennski. Es ist jedoch noch viel zu früh, um die Auswahl schon treffen zu können. Es kann sein, dass hier ein Ski super funktioniert aber auf europäischen Verhältnissen gar nicht." Grundsätzlich sei es so, dass erst die Trainings unmittelbar vor einen Rennen Klarheit über die Wahl des Skis bringen würden. "Was beim Rennen A passt kann beim Rennen B dann aber schon wieder falsch sein." Bis zur Ankunft des restlichen Swiss-Ski-Teams in der Unterkunft von Wanaka ist Pleisch in Neuseeland auch sein eigener Servicemann. "Mit dem Team reist auch ein Servicemann von Stöckli an, der mich dann in Materialfragen und -pflege unterstützen wird."

Pleisch und Niederberger, die das Sommertraining auf eigene Faust und ausserhalb des Swiss-Ski-Kaders absolvieren mussten, haben in Neuseeland vier Skitage in den Beinen. Allerdings haben es die Verhältnisse mit den Schweizern noch nicht wirklich gut gemeint. Zu warmes Wetter und Regen haben die Pisten aufgeweicht und unruhig werden lassen. Zum Teil entschädigt wird der Bündner durch die landschaftlichen Vorzüge Neuseelands. "Die Landschaft  ist wunderschön. Wenn die Sonne mal durch die Wolkendecke durchdrückt, dann gibt es super Bilder." Letztlich aber sei er nicht im Ferienlager, sondern wolle möglichst viel und intensiv trainieren. Da für die kommenden Tage tiefere Temperaturen angekündigt werden, ist Pleisch für die Fortsetzung seines Neuseeland-Aufenthalts denn auch positiv gestimmt. Daran ändern auch die beiden bisher eingefahrenen Renn-Nuller nichts. "Die Rennen waren in erster Linie dafür da, den Hang kennen zu lernen. Ein gutes Resultat war also nicht zu erwarten, da ich auf diese Rennen kaum eine vernünftige Vorbereitung hatte. Das wird Ende August, wenn hier die Rennen des Neuseeland-Australien-Cups gefahren werden, anders sein."
 
Fotos: Manuel Pleisch / Anne Barwood