Die Schmerzen sind zu stark – Larissa Yurkiw hört auf

Die Schmerzen sind zu stark – Larissa Yurkiw hört auf
12.05.2016 09:21:37 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Überraschung im Frauen-Weltcup. Die kanadische Abfahrerin Larisa Yurkiw beendet ihre Karriere. Die Schmerzen und immer wieder auftauchenden Knieprobleme haben die 28-Jährige zu diesem Schritt gezwungen.

Larisa Yurkiw beendet ihre Karriere als Rennfahrerin. Diese für viele überraschende Mitteilung verbreitete die 28 Jahre alte Kanadierin via soziale Medien und löste damit Erstaunen aus. Gegenüber skionline.ch bestätigt Yurkiws Trainer das Karriereende seines Schützlings. "Was für viele überraschend sein mag, ist es für ihr nahes Umfeld nicht. Die Schmerzen waren einfach zu gross. Larisa hatte schon während einiger Zeit in der Rennvorbereitung und in den Trainings Schmerzen, die für sie hart am Limit des Erträglichen waren. Nun hat sie sich für das Leben nach dem Rennsport entschieden", sagt Mayr.

"Es ist Zeit, auf Wiedersehen zu sagen", beginnt Yurkiw ihre Ankündigung in den sozialen Netzwerken. "Ich habe mich dazu entschlossen, meine Karriere zu beenden. Ich werde dieses Kapitel schliessen und mit dem Schreiben eines neuen beginnen." Es sei schwierig, eine internationale Karriere, die zehn Jahre gedauert habe in einem Beitrag zusammen zu fassen, schreibt die Dritte der Weltcup-Abfahrtswertung 2015/16. "Ich bin vor allem sehr dankbar für die letzten drei Jahre, die ich als unabhängige Fahrerin erlebt habe." Mayr und Yurkiws engstes Umfeld haben auf die Fahrerin eingewirkt, dass sie nicht bereits beim Weltcup-Final in St. Moritz ihr Karriereende aus einer Emotion heraus bekannt gegeben hat, verrät Mayr gegenüber skionline.ch. "Wir wollten, dass sich Larisa für diese wichtige Entscheidung die nötige Zeit lässt." Geändert hat die Zeit an der Tatsache, dass es einfach nicht mehr geht, nichts.

Umgehend reagierten auch Konkurrentinnen von Yurkiw auf die Rücktrittsmeldung. Lara Gut zum Beispiel hielt auf dem Kurznachrichtendienst Twitter folgendes fest: "Ich kann es nicht glauben, dass du nächstes Jahr nicht dabei sein wirst. Danke für alles, was ich mit dir habe teilen dürfen. Ich werde dich vermissen. Und Chapeau vor deiner Entscheidung. Die Gesundheit kommt zuerst – das Leben beginnt jetzt."

Die Karriere der Rennfahrerin mit ukrainischen Wurzeln ist immer wieder von Verletzungen und daraus resultierenden Schmerzen geprägt worden. "Vor kurzer Zeit habe ich meine fünfte Knieoperation hinter mich gebracht – und diese am 'guten' Knie", schreibt Yurkiw. Die Belastung, die ein Abfahrtsrennen mit Tempi bis zu 140 km/h mit sich bringe sei jetzt einfach zu gross geworden. "Ich habe meinen Verletzungen und den Schmerzen nach einer vor sechs Jahren erlittenen schweren Verletzung getrotzt. Mein Chirurg hat vergangene Woche wieder zu mir gesagt, dass er erstaunt sei, dass ich überhaupt wieder habe Rennen fahren können", hält Yurkiw fest. Die vergangene Saison war Yurkiws beste: Dreimal ist die Kanadierin im letzten Winter auf das Abfahrtspodest gefahren und insgesamt fuhr sie 7-Mal in die Top-10.

Seit das kanadische Speed-Team wegen Geldmangel aufgelöst worden ist, war Larisa Yurkiw als privates "Team Larisa" mit dem österreichischen Trainer Kurt Mayr an der Seite im Weltcup unterwegs. Die Kanadierin war Rennfahrerin und Business-Frau in einem und generierte für die Lancierung der Independent-Karriere 150'000 Dollar. Kooperationen mit Norwegen, Deutschland oder Schweden haben die Aufgaben für Yurkiw und ihr Privatteam jeweils etwas vereinfacht. Das ganz grosse Ziel des "Team Larisa" war der Medaillengewinn bei einem Grossereignis. Bei der WM in St. Moritz (2017) oder bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang hätte es soweit sein sollen. Coach Krut Mayr sagte im vergangenen Winter: "Larisa kommt jetzt ins beste Abfahrtsalter. Bleibt sie gesund, ist alles möglich." So weit kommt es nun doch nicht, Yurkiws ramponierte Gesundheit und die zu starken Schmerzen haben das verhindert.

Foto: Agence Zoom