Temperaturen machen Sorgen – Zwei "Riesen"-Favoriten

Temperaturen machen Sorgen – Zwei
16.02.2017 19:41:52 | skionline.ch, Peter Gerber
APA. Sorgenfalten beim FIS-Renndirektor vor dem Duell zwischen Marcel Hirscher und Alexis Pinturault (Bild) im Riesenslalom der Männer. Die Temperaturen schaden der Piste.

Für den Männer-Riesenslalom am Freitag (9.45/13 Uhr)  in St. Moritz werden schwierige Bedingungen erwartet, im zweiten Lauf ist auch Schneefall möglich. Die Piste wurde mit dem Injektionsbalken behandelt, nach den warmen Temperaturen und intensivem Sonnenschein der vergangenen Tage wird es möglicherweise nötig sein, den Schnee mit Salz zu behandeln. "Das wird für morgen nicht leicht, das wird ein herausfordernder Tag, aber wir sind bereit zu kämpfen", sagte FIS-Renndirektor Markus Waldner in der Mannschaftsführersitzung am Donnerstagabend. "Di Piste ist nicht hart, nicht weich. Die Basis ist gut", sagte Waldner, warnte aber: "Wir brauchen Disziplin, wir müssen die Piste schützen." Bei der Inspektion sollen sich möglichst viele der Rennlinie fernhalten.

Das Rennen kennt zwei grosse Favoriten: Alexis Pinturault und Marcel Hirscher – obwohl Letzterer definitiv lieber auf harter Unterlage fährt. Medaillenkandidaten aber gibt es mehrer. Als einziger Fahrer ist Hirscher in allen Weltcup-Riesenslaloms in diesem Winter auf dem Podest gestanden, zweimal gewann er, viermal war er Zweiter. Sein grösster Herausforderer ist der dreifache Saisonsieger Alexis Pinturault aus Frankreich, der nach Team-Gold einen Extraschub für die nächste Medaillenentscheidung bekam. Die weiteren Franzosen und der Norweger Henrik Kristoffersen sind ebenfalls als Medaillenanwärter zu sehen. Slalom-Gold gewann Hirscher 2013, Kombi-Gold 2015, "ganz klar" würde er nun gerne die Riesenslalom-Goldene von Weltmeisterschaften mit nach Hause nehmen. "Mal sehen, wie sich alles entwickeln wird. Das Training am Mittwoch ist für mich sehr gut verlaufen, die letzten Rennen im Riesen waren super."

Pinturault wartet noch auf sein erstes Einzel-Gold bei Weltmeisterschaften, er wäre der erste französische Riesenslalom-Weltmeister seit Jean-Claude Killy 1968. Auch sein Teamkollege Mathieu Faivre ist hoch einzuschätzen. 2015 war Pinturault hinter Ted Ligety und Hirscher und vor dem Deutschen Felix Neureuther WM-Dritter. Nicht mit dabei ist in St. Moritz der verletzte Ligety, der dreimal in Folge Weltmeister wurde und 2014 in Sotschi auch Olympiasieger. Auch 2007-Weltmeister Aksel Lund Svindal aus Norwegen musste die Saison verletzungsbedingt bereits beenden. Neureuther beisst sich mit Rückenproblemen durch. "Es ist besser geworden, aber es liegt noch viel Arbeit vor mir. Morgen gibt es keine Ausreden, ich werde alles probieren."


 
Foto: Agence Zoom