Schon fix: Mikaela Shiffrin gewinnt den Gesamtweltcup

Schon fix: Mikaela Shiffrin gewinnt den Gesamtweltcup
17.03.2017 18:27:19 | skionline.ch, Peter Gerber | 0 Kommentare
APA. Mikaela Shiffrin steht als Gesamtweltcupsiegerin 2016/17 fest. Die 22-Jährige hat zwei Rennen vor Schluss 198 Punkte Vorsprung auf die Slowenin Ilka Stuhec, die aber am Freitag bekannt gab, auf ein Antreten im Slalom am Samstag beim Saisonfinal in Aspen/Colorado zu verzichten, womit sie auch rechnerisch die junge Amerikanerin nicht mehr einholen kann.

Als dritte Amerikanerin der Geschichte hat Mikaela Shiffrin den Gesamtweltcup für sich entschieden. Die 22-Jährige aus Colorado hat zwei Rennen vor Schluss 198 Punkte Vorsprung auf die Slowenin Ilka Stuhec, die aber auf ein Antreten im Slalom am Samstag beim Finale in Aspen/Colorado verzichtet, womit sie auch rechnerisch die junge Amerikanerin nicht mehr einholen kann.

Für die USA ist es bei den Frauen die sechste grosse Kugel nach jener von Tamara McKinney 1983 sowie Lindsey Vonn, die bisher viermal - 2008, 2009, 2010 und 2012 - die Gesamtwertung gewonnen hat. Vonn war bei ihrem ersten Erfolg 23,5 Jahre alt. Shiffrin ist gerade erst 22 geworden, aber mit 31 Weltcupsiegen (Vonn hatte damals 13), Olympia-Gold sowie drei WM-Titeln im Slalom schon ungleich erfolgreicher bei ihrem ersten großen Coup. Österreich führt die Kristall-Erfolgsliste mit 17 großen Kugeln vor der Schweiz (12) und den USA an.

Nach dem verletzungsbedingten vorzeitigen Saisonende von Titelverteidigerin Lara Gut im Februar schien der Weg für Shiffrin zur grossen Kugel frei. Stuhec jedoch liess nicht locker und hielt das Rennen bis zum Schluss spannend. In jetzt allerdings aussichtsloser Position, gab sie w.o. "Ich bin einfach schon zu müde, um den Slalom noch zu fahren", sagte Stuhec, die im Riesenslalom am Sonntag aber antreten möchte.

Nach aktuellem Stand hat Shiffrin in diesem Winter im Weltcup elf Rennen gewonnen (6 Slaloms, 3 Riesenslaloms, 1 Kombination, 1 City Event) und war einmal Zweite und einmal Dritte. Die 26-jährige Stuhec feierte sieben Siege (4 Abfahrten, 2 Super-G, 1 Kombination), war zweimal Zweite und viermal Dritte.

Die seit ein paar Tagen 22-jährige Mikaela Shiffrin ist die jüngste Skirennfahrerin seit der (damals 19-jährigen) Kroatin Janica Kostelic 2001, die das große
Kristall ihr Eigen nennen darf. 2013 in Schladming, 2015 in Vail/Beaver Creek und 2017 in St. Moritz gewann Shiffrin WM-Goldmedaillen, mit Olympia-Gold 2014 in Sotschi/Krasnaja Poljana ist sie seit vier Jahren bei Grossereignissen im Slalom unbesiegt. Dazu kommen 31 Weltcuperfolge, 25 im Slalom, vier im Riesentorlauf sowie je einer im City Event und der Kombination. Die kleine Kugel für den Disziplinerfolg im Slalom sicherte sich die Atomic-Pilotin heuer zum vierten Mal.

Und für Shiffrin, die in diesem Winter auch einige Speed-Rennen bestritten hat und eines Tages auch auf den langen Latten gewinnen will, soll es weiter steil nach oben gehen. "Es gibt kein Limit", sagte sie bei der WM. Sie wolle die beste sein, die konstanteste, die stärkste Skirennfahrerin. "Das ist ein langer Weg. Und es fühlt sich so an, als ob es gerade erst begonnen hätte."

Mikaela Pauline Shiffrin wurde am 13. März 1995 geboren, sie lebt im knapp zwei Autstunden von Aspen entfernten Eagle-Vail. Mit drei Jahren begann sie in der Hauseinfahrt ihres Elternhauses mit dem Skifahren, zunächst aber auf Langlaufskiern, um das Gleichgewicht zu schulen. Mikaela wird im Ski-Zirkus von ihrer Mutter Eileen, einer Krankenschwester, begleitet. Vater Jeff ist Narkose-Arzt, beide sind Skilehrer und haben der Tochter das Fahren beigebracht. Mit der achtjährigen Mikaela zog die Familie aus beruflichen Gründen von Colorado in den Osten der USA, wo das Mädchen später die Bourke Mountain Academy in Vermont besuchte. Schon früh war von einem "Wunderkind" die Rede.

Mittlerweile zählt Shiffrin im Slalom-Weltcup mit 25 Erfolgen schon zu den Allzeit-Größen, liegt hinter ihrem Vorbild Marlies Schild (35) und der Schweizerin Vreni Schneider (34) an der dritten Stelle. Auch gesamt hat sie sich heuer in die Top Ten vorgearbeitet. "Das Verhältnis zwischen harter Arbeit und Talent ist ungefähr ausgeglichen. Man braucht auch körperliche Voraussetzungen dazu, und wenn man das von klein auf betreibt, wird es natürlich. Sie ist eine großartige Athletin, aber das sind die anderen Mädchen auch", sagte Mutter Eileen, die auf High-School-Niveau Skirennen bestritten hatte.
Foto: Agence Zoom

Kommentar hinzufügen

Sicherheitscode

Keine Kommentare vorhanden.