Beatrice Scalvedi und der nötig gewordene Schritt zurück

Beatrice Scalvedi und der nötig gewordene Schritt zurück
04.08.2017 17:37:47 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Beatrice Scalvedi (22) ist zurück auf den Skiern. Der Rücken scheint der Belastung stand zu halten, aber die Tessinerin wird deshalb nicht überschwänglich oder euphorisch.

Anhaltende Rückenprobleme hatten im vergangenen November dazu geführt, dass Beatrice Scalvedi in der Saison 2016/17 keine Rennen bestreiten konnte und sich der Therapie widmen musste. Auch ein Probelauf im letzten März zeigte, dass die Tessinerin noch nicht wieder fit genug für die Rückkehr auf Schnee ist. Nun aber könnte es soweit sein: Am Donnerstag (3. August) stand die Gewinnerin von Abfahrtssilber bei der Junioren-WM von Sotschi 2016 in Zermatt wieder auf den Skiern.

"Ich freue über das Comeback auf dem Schnee. Aber ich bin noch weit weg, schon voll trainieren zu können", so Scalvedi. Es sei beim ersten Kontakt mit dem Schnee darum gegangen zu sehen, wie ihr Körper – vor allem der Rücken – auf die Belastung reagiert. "Ich bin noch in einer Aufbauphase und auch im konditionellen Bereich noch nicht soweit, dass ich sogleich voll ins Training einsteigen könnte." Primär war also freies Skifahren angesagt, um das Gefühl auf dem Sportgerät wieder zu finden. "Mal wieder in die Hockeposition gehen und die richtige Position auf dem Ski finden, das war das Ziel", so die Tessinerin. "Ich fühle mich gut, bin aber noch nicht bei 100 Prozent."

Und der Rücken habe keinerlei Probleme bereitet, auch nicht am Tag danach, der absichtlich zur Erholung einer ohne Skifahren war. "Ausser kleinen muskulären Verspannungen war da nichts. Diese kommen aber wohl daher, weil ich schon lange nicht mehr auf Skiern gestanden bin und mich erst wieder an die Belastung gewöhnen muss." Sie sei jetzt auf einem guten Weg, nachdem der Probelauf im März doch etwas enttäuschend verlaufen war.

Das Ziel für Beatrice Scalvedi ist nach wie vor der Weltcup. Und diesem Ziel nähert sich die Tessinerin – betreut durch die Trainer-Crew des C-Kaders mit Silvano Stadler, Jvano Nesa und Fabio Beccimanzi – Schritt für Schritt an. "Ich muss einen Schritt zurück machen und dann wieder dorthin kommen, wo ich vor den Problemen war. Wenn das passt, dann kann ich auch wieder Schritte in die andere Richtung tun. Ich habe akzeptiert dass ich, wenn ich vorwärts kommen will, erst diesen Schritt zurück machen muss."
 
Foto: Facebook / Beatrice Scalvedi