Langer Weg zum verdienten Sieg

Langer Weg zum verdienten Sieg
13.01.2018 19:05:00 | skionline.ch, Elina Kalela
APA, EK - Zwischen den zwei Abfahrts-Triumphen von Beat Feuz in Wengen liegen nicht nur sechs Jahre, sondern ein beschwerlicher Weg. Wegen massiver Knieprobleme drohte im März 2012 das Karriereende, gegen das er mehrere Jahre letztlich erfolgreich ankämpfte. Der regierende Abfahrtsweltmeister darf stets auch auf die Unterstützung seiner schwangeren Tiroler Freundin Katrin Triendl zählen.

"Ein fantastischer Tag, es ist unglaublich. Mein zweiter Saisonsieg und mein zweiter hier in Wengen. Mit so etwas darf man nicht rechnen", jubelte Feuz nach der Lauberhornabfahrt, für die er die Startnummer eins gewählt hatte, was sich letztlich als Glücksgriff herausstellte. Nach Aksel Lund Svindal habe er gewusst, dass seine eigene eine gute Fahrt war (2.), nach dem in der Kombiabfahrt überragenden Vincent Kriechmayr (6.) habe er sich relativ sicher gefühlt.

In der Disziplinwertung fehlen dem 30-jährigen Emmentaler als Zweitplatzierten nur 58 Punkte auf den Norweger Svindal, zur Kugel schielt er dennoch nicht. "Aksel ist in jeder Abfahrt auf dem Podest gestanden. Über die Kugel kann man diskutieren, aber so lange der Norweger immer auf den ersten zwei Positionen ist und keine Fehler macht, muss man nicht diskutieren. Da habe ich keine Chance."

Dass er überhaupt wieder die Chance zum Siegen bekommen hat, ist ein kleines Wunder. Im März 2012 kämpfte Feuz in Schladming gegen Marcel Hirscher letztlich erfolglos um den Gesamtweltcup, nur wenige Tage später ließ er sich am linken Knie operieren. Das ist seitdem seine Achillessehne. Doch es ging aufwärts, und Feuz startete mit der besten Vorbereitung "seit damals" in den Olympia-Winter, auch wenn man nicht von "optimal" sprechen könne.

"Die Form ist ähnlich zu vergleichen mit der 2012, als ich auch in Wengen gewonnen habe. Ich fühle mich fit, ich bin auch fit. Sicher, das Knie ist nicht mehr wie damals, aber ich versuche das Beste. Und ich bin sicher auf einem sehr guten Niveau in dieser Saison", sagte der aktuell stärkste Fahrer des seit März fungierenden neuen Schweizer Herren-Speedchefs Andreas Evers.



Das Team um ihn herum habe er professioneller gemacht, erklärte Feuz. Er habe seine Freundin dazugeholt, sie könne ihn zu jeder Zeit behandeln. Denn Therapie ist nach wie vor notwendig, "mehr als nur jeden zweiten Tag". Und das übernimmt auch seine oft mitreisende Lebensgefährtin Katrin Triendl, die im Sommer das erste Kind des in Innsbruck lebenden Paares erwartet.

Foto: Agence Zoom, skionline