Weltcup_Damen

Federica Brignone gewinnt Riesenslalom in Courchevel

COURCHEVEL, FRANCE - DECEMBER 17: Mina Fuerst Holtmann of Norway takes 2nd place, Federica Brignone of Italy takes 1st place, Wendy Holdener of Switzerland takes 3rd place during the Audi FIS Alpine Ski World Cup Women's Giant Slalom on December 17, 2019 in Courchevel, France. (Photo by Christophe Pallot/Agence Zoom)

Die Italienerin Federica Brignone hat am Dienstag den Weltcup-Riesentorlauf der alpinen Ski-Damen in Courchevel für sich entschieden. Die 29-Jährige setzte sich 0,04 Sekunden vor der norwegischen Halbzeit-Führenden Mina Fürst Holtmann durch. Die Schweizerin Wendy Holdener fuhr knapp vor Weltmeisterin Petra Vlhova aus der Slowakei und der Deutschen Viktoria Rebensburg auf Platz drei.

Die Österreicherinnen verpassten wie schon beim vergangenen Riesentorlauf in Killington die Top Ten. Die Tirolerin Ricarda Haaser landete als beste ÖSV-Läuferin auf Rang 15. Einen überraschenden Rückschlag setzte es auch für Weltcup-Dominatorin Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin kam nach zwei verpatzten Läufen nicht über Platz 17 hinaus und landete erstmals in diesem Kalenderjahr in einem Technikrennen nicht auf dem Podest.

Die Probleme des ÖSV-Teams im Riesentorlauf, die auch die Herren plagen, setzten sich nahtlos fort. Beim jüngsten Damen-Rennen in der alpinen Kerndisziplin Ende November in Killington war keine Läuferin in die Top 15 gefahren. In Frankreich fielen neben Haaser auch Katharina Truppe (18.), Katharina Liensberger (21.) und Eva-Maria Brem (23.) im zweiten Durchgang noch leicht zurück.

An die Spitze setzte sich Brignone, die am Samstag im Super-G von St. Moritz nur um eine Hundertstelsekunde gegenüber Landsfrau Sofia Goggia den Sieg verpasst hatte. Diesmal lag sie vier Hundertstel vor der norwegischen Halbzeit-Führenden Mina Fürst Holtmann und feierte ihren elften Sieg im Weltcup. „Ich war wirklich aggressiv“, schilderte die 29-Jährige. „Ich habe einfach versucht, auf meine Art Ski zu fahren. Ich habe wirklich angegriffen.“

Die Piste ließ das auch im zweiten Durchgang noch zu. Die Temperaturen waren mit drei bis vier Plusgraden weniger mild als erwartet. Hinter Holtmann, die ihren ersten Einzel-Podestplatz im Einzel einfuhr, landete die Schweizerin Wendy Holdener auf Platz drei. Die 18-jährige Neuseeländerin Alice Robinson, Siegerin beim Auftakt in Sölden, wurde nach einem Fehler im untersten Teil des ersten Durchganges Zehnte.

Ganz ohne erkennbaren Fehler ging das Rennen für Shiffrin daneben. Die 24-Jährige, die den Parallelslalom am Sonntag in St. Moritz ausgelassen hatte, kam mit der Salzpiste überhaupt nicht zurecht. Wenn sie ins Ziel kam, war Shiffrin zuletzt vor mehr als fünf Jahren in einer technischen Disziplin so schlecht klassiert – am 7. März 2014 als 24. im Riesentorlauf von Aare.

Die Ausnahmeathletin grübelte ob ihres Rückstandes in beiden Durchgängen. Am Ende fehlten ihr 1,65 Sekunden auf Brignone. „Die Wahrheit ist, dass nicht immer etwas falsch laufen muss. Wenn ich nicht gewinne, dann ist das nicht, weil ich einen Fehler gemacht habe. Es ist, weil diese Mädchen schnell sind“, sagte Shiffrin. „Es ist ein bisschen herzzerreißend, aber ich habe keine Entschuldigung. Ich war nicht schnell genug.“

62 Weltcuprennen hat Shiffrin bereits gewonnen. Im Gesamtweltcup führt die zweifache Slalom-Saisonsiegerin immer noch 165 Punkte vor Brignone. „Es ist nicht das Ende der Welt. Es ist keine so große Sache“, meinte die Riesenslalom-Olympiasiegerin über ihre Niederlage – auch wenn ihre Körpersprache etwas ganz anderes sagte. „Aber in meinem Kopf und in meinem Herz werde ich das verkraften.“

Die Österreicherinnen waren mit ihren Abschneiden auch nicht glücklich. „Ich habe keine echte Erklärung, warum es im Riesentorlauf nicht wirklich läuft“, meinte Haaser.

Für Wendy Holdener bedeutete der dritte Platz ihren ersten Stockerlplatz in einem Riesenslalom überhaupt. Im ersten Lauf hatte sie dank einer guten Leistung im unteren Bereich auf Platz fünf gelegen. Im Finale gelang ihr noch eine bedeutende Steigerung, wobei wiederum der letzte Streckenabschnitt den Unterschied ausmachte und die Schweizerin ihre Konkurrentinnen noch überholen konnten, nur vier Hundertstel vor den Plätzen vier und fünf.

Zweitbeste Schweizerin war Lara Gut-Behrami mit einer ansprechenden Leistung. Als Neunte nach dem ersten Durchgang wäre für sie aber noch mehr möglich gewesen.“Es fehlt noch etwas“, zeigte sie sich im Interview mit dem Schweizer Fernsehen selbstkritisch. Erst zum zweiten Mal Punkte in einem Riesenslalom gab es für Aline Danioth (27.), und das mit der hohen Startnummer 60. Michelle Gisin wurde 29.

Für die Damen geht es am Wochenende in Val d’Isere mit einer Abfahrt und einer Alpinen Kombination weiter. Das erste Abfahrtstraining in Val d’Isere folgt am Donnerstag.

Quelle: APA

Foto Agence Zoom

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Redaktion skionline

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