Geschichte

Geschichte der Alpinen Skiweltmeisterschaften in Åre

Die Alpine Skiweltmeisterschaft in Åre ist gerade erst vor drei Tagen eröffnet worden, aber sie hat bereits jetzt das Potential, in die Geschichte einzugehen. Wer beispielsweise die Begegnung der neuen Weltmeisterin Mikaela Shiffrin mit der bis dato erfolgreichsten Weltcup-Läuferin aller Zeiten, Lindsey Vonn, im Zielraum nach dem Super-G gesehen hat, konnte erahnen, dass hier eine Zeitenwende im alpinen Skirennsport zum Ausdruck kommt. Der Superstar der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte wurde von der aktuell dominierenden Läuferin in Empfang genommen. Dass die gerade einmal 23jährige Shiffrin das Potential hat, in den kommenden Jahren alle bestehenden Rekorde zu brechen, steht außer Frage. Wie Lindsey Vonn zieht sich auch bei den Herren einer der prägendsten Rennläufer der jüngeren Vergangenheit vom Skirennlauf zurück. Der fünffache Weltmeister und zweifache Olympiasieger Aksel Lund Svindal beendet 2019 in Åre seine lange und erfolgreiche Rennläuferkarriere. Ob er seine bereits beeindruckende Medaillensammlung noch erweitern kann, wird sich in der Abfahrt am Samstag zeigen.

Die derzeit laufende Weltmeisterschaft ist die dritte in Åre, nach 1954 und 2007. An dieser Stelle soll ein kleiner Blick in die Geschichte der Titelkämpfe in der schwedischen Skistation im hohen Norden gemacht werden. Sie zählt zu den wenigen exklusiven Orten, an welchen mehr als eine Weltmeisterschaft stattfand. Dreimalige Austragungsorte waren daneben nur noch Cortina d´Ampezzo und Vail/Beaver Creek. Auf mehr als drei Weltmeisterschaften brachten es Innsbruck und St. Moritz, was vor allem auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass die alpinen Bewerbe bei Olympischen Winterspielen einst auch als Weltmeisterschaften gewertet wurden.

Die erste alpine Skiweltmeisterschaft in Åre fand 1954 statt. Nach den Olympischen Winterspielen von Oslo zwei Jahre zuvor war dies das zweite sportliche Großereignis aus alpiner Sicht in Skandinavien, wo die alpinen Skirennläufer lange im Schatten der nordischen Athleten standen. Besonders im Fokus stand die Kombination, die von den Bewerbern das höchste Ansehen genoss. Hier zeigt sich auch, wie sich die Zeiten verändert haben, denn möglicherweise erleben wir dieser Tage die letzten Kombinationsbewerbe bei Weltmeisterschaften. Dominiert wurde die Weltmeisterschaft 1954 schließlich auch von einem Skandinavier. Der Norweger Stein Eriksen gewann gleich drei Goldmedaillen im Slalom, Riesenslalom und in der Kombination. Er sicherte damit auch gleich im Alleingang den norwegischen Sieg in der Medaillenwertung. Erfolgreichste weibliche Sportlerin war die Schweizerin Ida Schöpfer mit zwei Goldmedaillen und einer Silbermedaille.

Nach mehr als einem halben Jahrhundert erhielt Åre beim 43. FIS-Kongress erneut den Zuschlag für die Austragung einer Alpinen Skiweltmeisterschaft, der 39. ihrer Art. Diese wurde am 3. Februar 2007 durch den schwedischen König Carl Gustav eröffnet. Österreich gewann damals die Medaillenwertung mit neuen Podestplätzen, davon drei in Gold. Mit sechs Medaillen war auch die Bilanz der Schweiz sehr zufriedenstellend, nachdem zwei Jahre zuvor deren Anzahl noch Null betragen hatte. Der Superstar der Bewerbe kam dieses Mal jedoch aus dem gastgebenden Land. Es war Anja Pärson mit drei Goldmedaillen in Abfahrt, Super-G und in der Superkombination. Sie war auch Ehrengast der Veranstalter bei der Eröffnung vor drei Tagen. Erfolgreichster männlicher Athlet war 2007 Aksel Lund Svindal mit Gold in der Abfahrt und in der Kombination. Wenn er am kommenden Wochenende sein letztes Rennen bestreitet, schließt sich auch in dieser Hinsicht ein Kreis.

 

Abbildung: Stein Eriksen, dreifacher Weltmeister in Åre 1954 (Bildquelle: digitalmuseum.no)

 

 

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Redaktion skionline

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