Weltcup Herren

Marcel Hirscher zum fünften Mal Snow King von Zagreb

ZAGREB, CROATIA - JANUARY 6 : Alexis Pinturault of France takes 2nd place, Marcel Hirscher of Austria takes 1st place, Manuel Feller of Austria takes 3rd place during the Audi FIS Alpine Ski World Cup Men's Slalom on January 6, 2019 in Zagreb Croatia. (Photo by Christophe Pallot/Agence Zoom)
Marcel Hirscher hat zum fünften Mal den Slalom-Klassiker in Zagreb gewonnen. Der Salzburger profitierte am Sonntag bei seinem 64. Weltcupsieg und seinem 30. im Slalom im Finale auch von einem Einfädler des führenden Landsmannes Marco Schwarz. Manuel Feller, der nach dem ersten Lauf eine ÖSV-Dreifachführung komplettiert hatte, wurde hinter Hirscher und Alexis Pinturault (FRA) Dritter.
„Ich bin froh, dass der Tag so rumgebogen worden ist“, gestand Hirscher nach seinem Triumph im ORF-Fernsehen. Nach dem ersten Durchgang war der Salzburger noch 0,37 Sekunden hinter Schwarz und knapp vor Feller auf Platz zwei gelegen. Doch mit Bestzeit sicherte
sich Hirscher dann doch noch seinen Jubiläumssieg. Fünf Slaloms an einem Ort hat der als „Snow King“ weiterregierende Österreicher
sonst nirgends gewonnen.
Bisher konnte sich außer Hirscher kein Läufer mehr als einmal den Titel eines „Snow Kings“ in Zagreb sichern. Dem Ausnahmeathlet gelang dies jedoch einmal mehr in beeindruckender Art und Weise, auch wenn er von sich selbst sagte, die optimale Abstimmung derzeit noch nicht gefunden zu haben. Nichtsdestotrotz kehrte Hirscher nach seinem Einfädler in Madonna di Campiglio und dem für seine Verhältnisse nicht zufrieden stellenden Abschneiden beim City Event in Oslo wieder auf das Siegertreppchen zurück. Für die Österreicher hätte das Ergebnis noch besser ausfallen können. Marco Schwarz, der nach dem ersten Durchgang relativ klar vor Hirscher in Führung gelegen war, fädelte im Finale nach wenigen Toren ein. Dadurch feierte Manuel Feller als Dritter seine erste Podiumsplatzierung in einem Slalom. Alexis Pinturault verbesserte sich mit einer sehr guten Fahrt auf den zweiten Rang, Vierter wurde sein junger Landsmann Clement Noel, gefolgt von den Norwegern Hendrik Kristofferson und Sebastian Foss-Solevaag.
„Schade natürlich. Ich wusste, ich muss Gas geben, die anderen drücken auch an. Es ist sich bei mir aber nicht ausgegangen“, sagte Schwarz, der die Sicht im Steilhang bemängelte. „Aber das soll keine Ausrede sein. Sicher ärgere ich mich, aber es geht weiter.“
Hirscher hatte seinem Landsmann zur Pause noch Rosen gestreut. „Er ist momentan der Bessere, wird schwer zu biegen sein“, hatte er da noch befürchtet. Obwohl sich der siebenfache Weltcup-Gesamtsieger in der Pause beim Einfahren die Lippe blutig geschlagen hatte und erneut nicht ganz so souverän wie vor Weihnachten gewirkt hatte, legte er eine Laufbestzeit hin.
Sechs Schweizer hatten sich für den zweiten Durchgang qualifizieren können, was auf ein mannschaftlich starkes Ergebnis hoffen ließ. Allerdings schied aufgrund der schwierigen Verhältnisse im zweiten Durchgang fast ein Drittel der Läufer aus. Neben dem Halbzeitführenden Schwarz erwischte es auch Marc Rochat, Loic Meillard und Ramon Zenhäusern. Luca Aerni stieg nach einem schweren Fehler zurück,  blieb aber innerhalb des regulären Zeitabstands zum Sieger und belegte letztlich den 21. Rang. Bester Schweizer wurde schließlich Daniel Yule als Neunter. Seine Fahrt im zweiten Durchgang war nicht optimal, weshalb er nach dem achten Zwischenrang einen Platz verlor. Am meisten zufrieden durfte mit seinem Ergebnis aus Schweizer Sicht der junge Tanguy Nef sein. Als 28. nach dem ersten Durchgang war er früh ins Rennen gegangen. Mit einer starken Fahrt verbesserte er sich auf den 13. Rang. Seine zweite Top-15-Platzierung in dieser Saison bedeutete die Erfüllung der Kriterien für eine WM-Teilnahme.
Mit Zagreb begann der intensive Slalom-Jänner, weiter geht es für die Technik-Herren in Adelboden. Im Weltcup hat Hirscher derzeit 335
Punkte Vorsprung auf Henrik Kristoffersen, der sich in Zagreb mit Platz fünf begnügen musste. „Bei mir fehlt aber nach wie vor die
Selbstverständlichkeit ein bissl. Die Luft wird immer dünner“, warnte Hirscher. „Ich bin deshalb megafroh. Das war heute ein echt harter Arbeitstag.“
Wie immer wurde das Rennen in Zagreb von einer großen Zuschauermenge verfolgt. Die Begeisterung war vor allem ob der starken Leistung der kroatischen Mannschaft groß. Gleich drei Läufer sammelten Weltcuppunkte, wobei vor allem Istok Rodes als Siebter überzeugen konnte. Matej Vidovic wurde 15. und Elias Kolega 20. Die erfolgreiche Arbeit von Ante Kostelic für den Skirennlauf in Kroatien wurde dadurch eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Nächstes Wochenende übersiedelt der Weltcuptross der Herren in die Schweiz, ins Berner Oberland. In Adelboden stehen die klassischen Rennen am Kuonisbergli am Programm.
Quelle: APA
Foto: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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