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Petra Vlhova ist Weltmeisterin im Riesenslalom

ARE, SWEDEN - FEBRUARY 14: Viktoria Rebensburg of Germany wins the silver medal, Petra Vlhova of Slovakia wins the gold medal, Mikaela Shiffrin of USA wins the bronze medal during the FIS World Ski Championships Women's Giant Slalom on February 14, 2019 in Are Sweden. (Photo by Hans Bezard/Agence Zoom)

Petra Vlhova ist am Donnerstag im Riesentorlauf der Damen in Aare mit der besten Sturmausrüstung unterwegs gewesen, sie gewann das erste Gold für die Slowakei in der WM-Geschichte. Silber ging an die zur Halbzeit noch führende Deutsche Viktoria Rebensburg (0,14 Sek.), Bronze an die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin (0,38).

Vlhova warf damit Olympiasiegerin Shiffrin den Fehdehandschuh hin, am Samstag im Slalom ist die Super-G-Goldmedaillengewinnerin aus den USA als dreifache Weltmeisterin dieser Disziplin die absolute Topfavoritin, doch Vlhova rüttelte in letzter Zeit immer heftiger an deren Thron.

„Das habe ich nicht erwartet. Mein Gefühl im zweiten Lauf war richtig schlecht. Ich wollte einfach nur die Ski gehen lassen, und so habe ich das Rennen gewonnen“, sagte die 23-Jährige Vlhova, für die es nach Kombi-Silber auch bereits die zweite Medaille in Aare war. Rebensburg, die Olympiasiegerin von 2010, meinte nach erster Enttäuschung: „Grundsätzlich bin ich sehr glücklich über die Silbermedaille. Schön dass es sich umgedreht hat, im Super-G habe
ich die Medaille knapp verpasst.“ Es war das erste Edelmetall für das DSV-Team in Aare.

Vor zwei Jahren in St. Moritz war Shiffrin hinter Tessa Worley Zweite geworden, die Französin ging als Sechste ebenso wie Ragnhild Mowinckel (NOR/4.) oder etwa Federica Brignone (ITA/5.) dieses Mal leer aus. Shiffrin war zur Halbzeit nur Vierte, den Rückstand sollte sie nicht mehr ganz aufholen können. „Da sind schon Teile in meinen Kopf, die denken, was ich im ersten Lauf ausgelassen habe. Das sind sehr schwierige Verhältnisse für mich. Aber ich bin glücklich.“ Zu Sturz kam Sofia Goggia (ITA), die aber unverletzt blieb.

Für die Schweizer Damen hatte es bereits nach dem ersten Durchgang nach keiner Medaille ausgesehen, nachdem Wendy Holdener als Beste nur den zehnten Platz belegt hatte. Für eine positive Überraschung sorgte am Ende des Tages Andrea Ellenberger. Sie belegte als Zehnte ihr bisher bestes Resultat, bis jetzt war dies ein elfter Platz gewesen. Ganz zufrieden war sie trotzdem nicht, da sie ihre Linie nicht fahren habe können, meinte die 25jährige im Interview mit dem Schweizer Fernsehen. Sie hatte vor dieser Saison aufgrund von Verletzungen lange pausieren müssen und gehört aktuelle auch keinem Kader von Swiss Ski an. Wendy Holdener zeigte sich mit ihrer Leistung überhaupt nicht zufrieden, sie kam über den 15. Rang nicht hinaus. Auch für Lara Gut-Behrami lief es nicht nach Wunsch, sie wurde 21. Die Tessinerin verlässt die Weltmeisterschaft damit ohne Medaille, was nach ihrer eher verkorksten Saison aber auch keine allzu große Überraschung darstellt.

Als beste Österreicherin wurde Katharina Liensberger Zwölfte (2,49). Für Österreichs Damen wird der Slalom am Samstag damit zur letzten Möglichkeit, nicht medaillenlos in Einzelbewerben heimreisen zu müssen. 1982 in Schladming war das zum bisher letzten Mal passiert. Im Medaillenspiegel ist Österreich mit je zweimal Silber und Bronze Achter. Ricarda Haaser landete am Donnerstag bei sehr windigen Verhältnissen und auf verkürzter Strecke an 15. Stelle (2,70), Katharina Truppe wurde 24. (3,31), Bernadette Schild schied bereits im ersten Durchgang aus.

Liensberger wollte nicht zu lange mit den Bedingungen hadern, immerhin verbesserte sie sich im Finale noch um zwei Ränge. „Der Fehler ist sehr ärgerlich, auf der andere Seite habe ich schnelle Schwünge gezeigt. Darauf gilt es aufzubauen“, sagte die Vorarlbergerin. Es war ihr erster WM-Einzeleinsatz: „Ich hoffe
nicht, dass der Wind zum Großereignis dazugehört“, sagte sie. Sie wolle nicht sagen, dass es nicht fair gewesen sei, aber es sei ein schwieriges Rennen gewesen. „Aber die Schnellsten haben gewonnen.“

Haaser, die nach dem ersten Durchgang als Zehnte noch beste Österreicherin, fiel ein paar Ränge zurück. „Ich habe mir für den zweiten Durchgang ein bisserl was vorgenommen, wollte nach vorn kommen, das ist jetzt in die andere Richtung gegangen, das ist natürlich nicht so gut.“ Der Schwungansatz habe nicht gepasst, die Lockerheit sei nicht da gewesen. „Wenn man nicht am letzten Zacken runterdrückt, wird man gleich einmal durchgereicht.“

Truppe hatte zumindest im ersten Durchgang „Spaß“, es müssten ohnehin alle runterfahren, von dem her sei es für keine leicht. Im Finale gelang der Kärntnerin keine Verbesserung. „Es ist mir nicht aufgegangen, ich habe nicht den Rhythmus gefunden, dass ich Gas geben kann. Die Führung im Ziel hätte ich schon gewollt. Aber umso weiter ich runtergekommen bin, umso langsamer bin ich geworden.“

Für Bernadette Schild war das Rennen bereits nach dem ersten Durchgang zu Ende, die Salzburgerin riskierte in einer Passage zu viel, wurde im Hals- und Nackenbereich von der Stange erwischt. „Es tut natürlich schon einiges ein bisschen weh, aber nichts, was ich zum Slalomfahren brauche“, gab sie Entwarnung. „Das kriegen wir schon wieder hin“, meinte sie im Hinblick auf den Slalom am Samstag.

Quelle: APA

Foto: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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