Weltcup Herren

Schwarz plant Comeback-Saison mit allen Disziplinen

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Knapp ein halbes Jahr vor Beginn der alpinen Ski-Weltcupsaison fühlt sich Marco Schwarz auf einem guten Weg zurück. Der 23-Jährige zog sich am 22. Februar im Kombi-Super-G von Bansko einen Riss des vorderen Kreuzbandes und des Innenmeniskus im linken Knie zu, neuneinhalb Wochen danach laufen die Reha-Maßnahmen nach Plan. Schwarz visiert den Gletscher-Auftakt am 27. Oktober in Sölden an.

Einen Zwang will er sich aus diesem Wunsch aber nicht machen. „Ich lasse es auf mich zukommen, will hundertprozentig fit sein“, erklärte der Kärntner am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. „Wenn das passt, steige ich wieder ein.“ Das könnte auch erst am 17. November beim traditionellen Slalom-Saisonstart in Levi sein. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel will auch hier nicht die „Deadline“ sehen: „Er soll sich die Zeit nehmen, Druck gibt es keinen. Es kann auch Anfang nächsten Jahres sein.“

Schwarz kommt entgegen, dass eine Zwischensaison ansteht, in der es nicht um die Qualifikation für ein Großereignis geht. „Das passt ganz gut“, meinte der Olympia-Zweite im Teambewerb von 2018. „Da es nächste Saison keine WM oder Olympische Spiele gibt, habe ich nicht so einen Stress.“ Zurückstecken will Schwarz aber nicht: „Geplant habe ich, wieder in allen Disziplinen einzusteigen. Der Gesamt-Weltcup ist weiter das große Ziel. Jetzt muss ich aber erst schauen, wie es geht.“

„Blacky“ hat in der vergangenen Saison so richtig den Durchbruch geschafft. Am Neujahrstag beim City Event in Oslo und kurz später in der Kombination von Wengen landete Schwarz seine ersten beiden Weltcupsiege, im Februar kürte er sich zum dreifachen WM-Medaillengewinner. Im Teambewerb gab es erneut Silber, dazu kamen Bronze in der Kombination und im Slalom. Im Slalom von Aare komplettierte er hinter Marcel Hirscher und Michael Matt einen österreichischen Triple-Erfolg. Nur zwei Tage danach ließ Schwarz beim City Event in Stockholm mit Rang drei einen weiteren Podestrang folgen, weitere drei Tage später stand die Kombination von Bansko auf dem Programm. Es war der sechste Bewerb von Schwarz binnen elf Tagen, inkludiert darin – mit Bestzeit im zweiten Lauf – auch Rang fünf im WM-Riesenslalom. Dieses Stakkato an Einsätzen entpuppte sich als vielleicht zu heftig. Schwarz: „Wenn ich wieder in die Situation komme, würde ich, glaube ich, schon ein Rennen auslassen.“

So wurde Schwarz aber noch am Verletzungstag in der Tiroler Privatklinik Hochrum erfolgreich operiert. „Ich war dann zwei Wochen daheim, bis die Schwellung zurückgegangen ist“, erzählte der Allrounder. Danach ging es für vier Wochen zur Sporttherapie (Sport Huber) nach Innsbruck. „Marco befindet sich auf einem sehr, sehr guten Weg“, meinte dazu sein Physiotherapeut Claudio Huber. Seit mittlerweile drei Wochen arbeitet Schwarz daheim in Seeboden an sich: „Ich habe
jeden Tag so vier bis fünf Einheiten.“

Die Rückkehr auf Schnee hat der Junioren-Weltmeister im Super-G von 2014 für Ende August eingeplant. Aktuell durchlaufe er aber die schwierigste Phase, jene des Muskelaufbaus. „Jetzt schufte ich einmal in der Kraftkammer. Positiv ist, dass ich mehr Zeit habe, mich konditionell vorzubereiten. Aber die Muskeln wachsen schon wieder, ich bin guter Dinge.“ Schröcksnadel betonte, dass dann die kleine Trainingsgruppe unter Technik-Coach Marko Pfeifer ideal für Schwarz sein werde.

Zum Zeitpunkt des Bansko-Rennens war Schwarz – sein Kopfsponsoringvertrag mit UNIQA wurde verlängert – mit exakt 500 Punkten Weltcup-Achter und immer mehr Kandidat für einen künftigen Weltcup-Gesamtsieg. Niemand wird diesen von ihm nun schon 2019/20 verlangen, dennoch würde ihm eine Karriere-Fortsetzung des achtfachen Weltcup-Gesamtsiegers Hirscher freuen. „Er nimmt auch medial viel Druck von einem weg. Und ohne ihn wäre der Druck auf mich sicher größer“, sagte Schwarz.

Quelle: Pressekonferenz Uniqa, APA

Foto: Agence Zoom

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Elina Kalela

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