Weltcup_Damen

Venier feiert Premierensieg in Garmisch

GARMISCH PARTENKIRCHEN, GERMANY - JANUARY 27: Stephanie Venier of Austria competes during the Audi FIS Alpine Ski World Cup Women's Downhill on January 27, 2019 in Garmisch Partenkirchen, Germany. (Photo by Alain Grosclaude/Agence Zoom)

Die Tirolerin Stephanie Venier hat am Sonntag im letzten Speedrennen vor der WM in Aare (SWE) ihren ersten Sieg im alpinen Ski-Weltcup gefeiert. Die 25-Jährige Vizeweltmeisterin setzte sich in der Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen (GER) vor Olympiasiegerin Sofia Goggia (ITA, +0,25 Sek.) und der deutschen Lokalmatadorin Kira Weidle (+0,54) durch. Es war der fünfte ÖSV-Sieg in der sechsten Damen-Abfahrt der Saison.

Nach Schmidhofer in Lake Louise und Siebenhofer zuletzt in Cortina durfte sich nun auch Venier über ihren ersten Weltcupsieg freuen. „Ich habe gewusst, ich habe nichts zu verlieren. Wenn ich mir am wenigsten erwarte, dann fahre ich meistens gut“, erklärte die 25-Jährige, vergangene Woche bereits Dritte in der ersten Cortina-Abfahrt, im ORF-Fernsehen. „Ich bin heute einfach auf Schienen gefahren.“

Goggia überzeugte nach Platz zwei bei ihrem Comeback im Super-G erneut. Ihr im Oktober gebrochene Knöchel hielt auch dem Belastungstest in der Abfahrt stand. „Es war hart, Abfahrt ist noch einmal eine andere Intensität“, meinte die Italienerin. Die deutsche Aufsteigerin Weidle holte den zweiten Podestplatz ihrer Karriere. Weltmeisterin Ilka Stuhec, im Dezember in Gröden einzige nicht-österreichische Abfahrtssiegerin der Saison, musste sich mit Platz fünf begnügen.

Die klassische Kandahar-Abfahrt war das sechste Saisonrennen in dieser Disziplin. Zum fünften Mal stand eine Österreicherin auf dem Podest ganz oben – und das auf einer sehr eisigen, schwierigen Strecke. Mehrere Läuferinnen kamen teilweise spektakulär zu Sturz, darunter etwa die Österreicherin Cornelia Hütter, die bereits nach etwas mehr als zehn Sekunden in den Fangnetzen landete.  Sie konnte aber auf den Skiern ins Ziel fahren, wie auch die anderen Läuferinnen  die zu Sturz kamen. Das Rennen wurde dadurch mehrmals unterbrochen. Schon nach vier Läuferinnen hatte es eine länger Unterbrechung gegeben, allerdings nicht wegen eines Sturzes, sondern weil der Seilbahnsprung aufgrund der gegenüber dem Training außergewöhnlich weiten Sprünge etwas abgetragen wurde.

Dabei war die Bodensicht durch den aus starker Sonneneinstrahlung entstandenen Schatten alles andere als gut, wie auch Schmidhofer feststellte. Die Steirerin verlor 1,03 Sekunden auf ihre siegreiche Teamkollegin. „Ich habe einfach nichts gesehen, muss ich ehrlich sagen.“ Möglicherweise sei es für die früheren Startnummern noch  besser gewesen. Nach Hütters Sturz mit Nummer 13 fuhr keine Athletin mehr in die Top sechs.

Allerdings war das Rennen auch vor Venier (Startnummer 11) unterbrochen. Der besonders weite Seilbahnsprung musste mehrmals abgeschabt werden, nach den vielen Unterbrechungen wurde es zunehmend finster. Nach 42 Starterinnen und einem weiteren schweren Sturz der Italienerin Federica Sosio wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen und das Rennen gewertet.

Den besten Weg über die Schläge fand Venier. „Ich habe ehrlich gesagt auch nicht so viel gesehen“, betonte die Vizeweltmeisterin. „Ich bin einfach extrem viel in Position durchgefahren, das war wahrscheinlich der Schlüssel.“ Venier hatte 2017 in Garmisch als Zweite im Super-G ihren ersten von nun vier Podestplätzen im Weltcup geholt. „Ich mag es gerne, weil es anspruchsvoll ist“, sagte die Tirolerin über die Strecke. Zudem hätten ihre Freunde und Familie nicht weit in die deutsche Skistation. „Es ist fast ein bisschen wie ein Heimrennen.“

Corinne Suter war bereits mit Nummer 3 gestartet. Sie verpasste abermals einen Podestplatz knapp und wurde Vierte. „Im Leben kommt aber alles irgendwann zurück“, meinte sie im Interview mit dem Schweizer Fernsehen optimistisch. Im Hinblick auf die WM in Are präsentiert sich Suter jedenfalls in sehr guter Form.

Auch Lara Gut-Behrami kann mit dem Wochenende in Garmisch-Partenkirchen durchaus zufrieden sein. Nach dem gestrigen dritten Platz reichte es in der Abfahrt immerhin für Rang 12. Stark präsentierte sich die junge Juliana Suter mit Nummer 33, die 18. wurde. Joana Hählen erreichte den 21. Rang, Noemie Kolly schaffte als 29. auch noch Weltcuppunkte.

US-Star Lindsey Vonn, die die vergangenen vier Abfahrten in Garmisch allesamt gewonnen hatte, hatte das Wochenende nach einer in Cortina erlittenen neuerlichen Knieverletzung ausgelassen – ebenso wie ihre im Gesamtweltcup führende Landsfrau Mikaela Shiffrin. Vor der WM stehen im Damen-Weltcup am Freitag und Samstag in Maribor noch ein Riesentorlauf und ein Slalom auf dem Programm.

Quelle: APA

Foto: Agence Zoom

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Redaktion skionline

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