Geschichte Weltcup Herren

50 Jahre Skiweltcup in Gröden

Wenn an diesem Wochenende die Speedrennen von Gröden stattfinden, so wird bei vielen Gelegenheiten an das runde Jubiläum des Abfahrtsklassikers auf der Saslong erinnert. 1969, also vor genau 50 Jahren, fand das erste Mal ein Weltcuprennen im Val Gardena, dem Grödental, statt. Dies ist Anlass für eine kleine Rückschau an dieser Stelle.

1967 hatte die FIS entschieden, die Alpinen Skiweltmeisterschaften des Jahres 1970 ins Grödnertal zu vergeben. Aus diesem Grund wurde auf der Saslong (der Name stammt von Saslonch, dem ladinischen Namen des Langkofels) eine neue Abfahrtspiste angelegt. Auf dieser fand im Februar 1969 das erste Weltcuprennen statt, welches der Schweizer Jean Daniel Dätwyler mit einer Zeit von 2:07:75 Minuten für sich entscheiden konnte.

Die Saslong entsprach dem neuen Zeitgeist des Abfahrtssportes der späten 1960-er Jahre. Sie sollte vor allem das technische Vermögen der Sportler ins Zentrum rücken und wesentlich sicherer als die bis dahin bestehenden Abfahrtsstrecken sein. Mit ihren prägnanten Passagen, vor allem den sogenannten Kamelbuckeln und der anspruchsvollen Ciaslat-Wiese mit vier Kurven und zahlreichen Bodenwellen, ist die Saslon längst zum Klassiker geworden. Ein denkwürdiges Rennen war jenes 1980, als Uli Spieß erstmals die Kamelbuckel übersprang, um damit Zeit einzusparen. In der Folge versuchten zahlreiche Rennläufer, ihm dies nachzumachen, was oft in schwerwiegenden Stürzen endete. Die Bodenbeschaffenheit wurde daher im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Nichtsdestotrotz zählen die Sprünge über die Kamelbuckel ob ihrer Weite und des Luftstands immer noch zu den spektakulärsten im Abfahrtssport.

Die 1970 ausgetragenen Weltmeisterschaften waren für die Geschichte der Region Grödnertal ein Meilenstein. Neue Technologien und innovative Werbeformen hielten Einzug und der Tourismus erlebte einen spürbaren Aufschwung. Zwei Jahre später fanden wieder Weltcuprennen in Gröden statt, die seither jedes Jahr durchgeführt werden. Seit vielen Jahren hat sich die Saslong als letztes Abfahrtsrennen vor Weihnachten im Kalender des Alpinen Skiweltcups einen Namen gemacht. 1983 fand erstmals ein Super-G auf der Saslong statt, seit 2002 wird ein solcher jährlich durchgeführt.

Die Abfahrtsrennen in Gröden sind oft bis zum Schluss sehr spannend anzuschauen. Nicht selten ist es vorgekommen, dass durch die zunehmende Sonneneinstrahlung beim Langkofel Läufer mit höheren Nummer vor allem im oberen Teil massiv profitieren konnten. So kam es beispielsweise 1993 zu einem sensationellen Sieg des Liechtensteiners Markus Foser.

Der erfolgreichste Rennläufer in der Geschichte der Weltcuprennen in Gröden wird heuer nicht mehr am Start sein: Aksel Lund Svindal konnte fünfmal den Super-G und zweimal die Abfahrt für sich entschieden. Je vier Erfolge in der Abfahrt auf der Saslong erreichten Franz Klammer und Kristian Ghedina. Zahlreiche Skistars vergangener Tage haben sich an diesem Wochenende in Gröden eingefunden, um das runde Jubiläum des Skiweltcups zu feiern.

 

Quelle: www.saslong.org

Bild: Franz Klammer auf der Saslong in den 1980-er Jahren (Foto: Hans Bézard)

 

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Redaktion skionline

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