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Achterbahnfahrt nach Peking

Traditionelle_skiparty_in_Berner_Oberland_in_FIS_Alpine_Weltcup_ADELBODEN

Das gab der Österreichische Skiverband heute, 12 Tage vor dem „Nachtrennen Schladming“ bekannt: „Aufgrund der aktuellen Covid19-Verordnungen ist es leider auch dieses Jahr nicht möglich tausende Zuseher, wie aus der Vergangenheit gewohnt, in die Planai-Arena zu lassen. Wenn es die zum Zeitpunkt der Veranstaltung geltende Covid19-Verordnungen zulassen, möchte der ÖSV es dennoch zumindest einer begrenzten Zahl an Skibegeisterten Fans ermöglichen hautnah dabei zu sein. Dafür wird eine Tribüne mit 1.000 zugewiesenen Sitzplätzen errichtet. Sobald Klarheit über die geltenden Verordnungen herrscht, gibt der Österreichische Skiverband bekannt, wie und wo man die begrenzte Anzahl an Tickets erwerben kann.“

Im Skisport gibt es zur Zeit einen großen Unterschied, was „corona-safe“ ist und was nicht. In der Schweiz werden Skirennen mit vollen Zuschauertribünen und Party-Programmen durchgeführt. Gleichzeitig meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) z.B. für den Montag nach dem Adelboden-Event täglich 63647 neue Covid-Fälle in der Schweiz. Ähnliche, rekordverdächtige Zahlen werden auch in anderen europäischen Ländern festgestellt. Covid-19 schlägt zu wie nie zuvor auf dem europäischen Kontinent.

Während die FIS Alpin ihre Skiveranstaltungen mit vollen Zuschauertribünen in der Schweiz und mit starken Einschränkungen in Österreich bis in die letzten Tage vor der Abreise der Athleten nach China fortsetzt, hat die FIS Langlauf alle verbleibenden Weltcup-Veranstaltungen abgesagt, um ihre Athleten vor Covid zu schützen, insbesondere im Zusammenhang mit den Anreisemodalitäten nach China und der Startberechtigung bei olympischen Rennen.

Die wenigen Personen, die noch regelmäßig, vor allem geschäftlich, von Europa nach China reisen, ziehen es vor, sich bereits mindestens zwei Wochen vor dem geplanten Flugtermin von allen Reisen und Begegnungen mit Menschen im Allgemeinen zurückzuziehen. Der Hauptgrund dafür ist die Angst vor einem positiven Testergebnis am Flughafen bei der Ankunft in China und dem damit verbundenen Prozess: Transport in ein unbekanntes Krankenhaus für eine unbekannte Zeitspanne. Einige Zeit ohne Kommunikationsmöglichkeiten oder westliches Essen.

Es bleibt abzuwarten, wie viele der so sorgfältig und durch harten Wettbewerb ausgewählten Athleten schließlich in Peking 2022 antreten dürfen. Es wäre völlig naiv zu glauben, dass nach einer Reise durch Europa kurz vor dem Einsteigen in das Flugzeug nach Peking in der derzeitigen Covid-Situation ein Wunder geschehen würde und alle Athleten ein negatives Covid-Testergebnis von den zahlreichen Tests erhalten würden, die die chinesischen Behörden durchführen werden. Tests, von denen wir noch nicht einmal die Methodik oder die kritische Grenzzahl zwischen „negativ“ und „positiv“ kennen.

Chinas „Null-Covid-Politik“ könnte nicht gegensätzlicher sein als die aktuelle Covid-Politik der FIS Alpine oder einiger ihrer Mitgliedsverbände. Traurigerweise geschieht dies nur drei Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele.

Quelle: Medienmitteilung ÖSV, Information aus Deutscher Botschaft in Peking

Foto: Agence Zoom

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Elina Kalela

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