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Alpin Weltcup-programm 2021 – ein Wunschzettel mit viele Kompromisse

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Wo die andere Wintersportarten ihre Rennprogramme mit großen Änderungen gegenüber den vorangegangenen Wintern zur Minimierung der Koronarisiken planen, scheint der alpin Skirennsport unter hohem Druck viele Kompromisse einzugehen. Und stellt ein Rennprogramm zusammen mit vielen Reisen (nach „neuen normalen“ Standards) und damit hohem Risiko, am Ende eine beträchtliche Anzahl von Rennen aufgrund von Korona-Restriktionen abzusagen müssen. Die Weltcup Rennsaison 2020-21 beginnt wie immer in Sölden in Tirol, wo heute eine positive Schneekontrolle stattfand.

Der kommende Winter wird nicht nur unsere Gesundheit gefährden, sondern vor allem die Zukunft des gesamten Weltcup-Renngeschehens. Wenn die schlimmsten Szenarien wahr werden und das Reisen allein in Mitteleuropa unmöglich wird oder wenn sich in der „Rennsport-Blase“ ein Corona-Hot-Spot entwickelt, wird dies zu Veranstaltungsausfällen und damit zu enormen finanziellen Verlusten durch TV-Absagen führen. Dies alles wird langfristig zu strukturellen Veränderungen im Finanzierungsmodell der Weltcup führen.

Wir befinden uns heute in einer Situation, in der es nicht möglich ist, ohne Einschränkungen (Quarantäne) von/nach Deutschland nach/von Österreich zum Beispiel zu reisen. Es wird ein riesiges bürokratisches Unterfangen sein, die Hunderte von Personen, die für die WM-Veranstaltung notwendig sind, von einem Land wie Österreich oder Kroatien in ein anderes Land wie Deutschland zu verlegen. Die Gesundheitsbehörden handeln nicht aufgrund von „Wünschen“ – sie gehorchen strengen politischen Entscheidungen und Gesetzen.

China ist eine Geschichte für sich. Im Moment ist das Land geschlossen – nicht nur wegen logischer und nachhaltiger Gesundheitsfragen, sondern auch wegen der Weltpolitik. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass China auch nur daran denkt, die derzeitigen Reisebeschränkungen zu lockern oder seine Grenzen für große Sportveranstaltungen zu öffnen. Flugverbindungen von/nach Europa gibt es so gut wie nicht (ein Flug pro Großstadt pro Woche), was zu nie dagewesenen Überbuchungsraten und Wartelisten für einen Sitzplatz im Flugzeug führt. Ganz zu schweigen von dem unvorstellbaren Einreiseprozess in das Land: Einreisevisa nur für „Inhaber einer Aufenthaltsgenehmigung“, 14 Tage Quarantäne (in einem geschlossenen Raum mit Wachen an der Tür) einschließlich 5 Covid-Tests, usw. Um nur einige Punkte zu erwähnen, die derzeit eine Reise nach China betreffen. Der FIS fehlt es nicht an Mut: Ausgerechnet in diesem Land will die FIS in Februar ein Skirennen organisieren.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das muss aber nicht bedeuten, dass wir die sichtbaren Fakten übersehen. Wir müssen versuchen, unseren Sport zu retten, indem wir die bedrohlichsten Vollrisiken erkennen und minimieren versuchen. Wir müssen Rennveranstaltungen ohne Last-Minute-Absagerisiko anbieten. Wenn wir dies nicht tun, wird die „neue Normalität“ für den alpinen Skirennsport für uns alle ein ware Überraschung.

 

 

Der Rennkalender 2020/21 in der Analyse, neue Episode von Après – Ski Podcast

Lukas hat mir Rudolf Huber gesprochen (6:55). Er ist der Chef der Vereinigung aller Ausrüster (SRS, www.srsski.org). Huber gibt Einblicke in die Besprechungen bei der FIS, die zum überarbeiteten Weltcup-Kalender 2020/21 geführt haben. Tobias und Lukas besprechen die geplanten Rennen und finden Vor- und Nachteile (21:15).

Kalender der Frauen -> https://assets.fis-ski.com/image/upload/v1601636884/fis-prod/assets/2021women15.09.2020.pdf

Kalender der Männer -> https://assets.fis-ski.com/image/upload/v1601636801/fis-prod/assets/2021men15.09.2020.pdf

Europacup Frauen -> https://assets.fis-ski.com/image/upload/v1601370217/fis-prod/assets/2021ECwomendraft28.09.20v9.pdf

Europacup Männer -> https://assets.fis-ski.com/image/upload/v1601370268/fis-prod/assets/2021ECmendraft28.09.2020.pdf

Quelle: IBU, pgatour, KHL icehockey, Diamond league, FIS, ÖSV

Foto: Ernst Lorenzi/Sölden, skionline

Über den Autor

Elina Kalela

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