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Camille Rast, das neugefundene Talent

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Cortina d’Ampezzo/ skionline, Francesca Curtolo

Camille Rast beendet ihre 2. Weltmeisterschaft auf Platz 8 und reitet damit auf einer Positivwelle, die in Flachau begann. „Ich dachte, ich könnte etwas Gutes erreichen, aber ich habe nicht mit den Top 10 gerechnet“. Das Slalomrennen der Damen war von erheblichen Rückständen geprägt (Rast liegt über 3 Sekunden hinter Liensberger), aber die 21-jährige Vetrozerin setzt trotzdem gute Zeichen: Sie zeigt keinen Respekt vor dem Steilstück, attackiert von oben nach unten, ist unerlässlich in ihren Bewegungen und kommt schnell aus den Schwüngen heraus.

Rast fühlt sich wohl in steilem Gelände, wie etwa auf der Drusce-Piste, auf der sowohl Frauen als auch Männer unterwegs sind. „Es ist anspruchsvoll, gleich vom Start weg ist man im Steilen. Bei der ersten Besichtigung waren viele Mädels etwas überrascht: ‚Oh, das ist ja ganz schön steil!‘. Ich finde, das ist ein guter Hang für (2026) Olympia.“

Rast brauchte nur das eine Rennen in Flachau im Januar, als sie mit Startnummer 57 startete und auf Platz 6 landete, um in der Startliste einen großen Sprung nach vorne zu machen und bestätigte heute ihre gute Form. „In Flachau war es wirklich unglaublich. Aber am Ende ist jedes Rennen eine neue Herausforderung, egal ob du die Goldmedaille gewinnst oder ein Niemand bist. Am Start ist alles wieder auf Null. Ich will so weiterarbeiten, dann werden auch mehr Ergebnisse kommen“, sagt Rast.

Rast ist große Events in der Juniorenkategorie gewohnt, denn sie ist 2019 Junioren Vizeweltmeisterin im RS (Val di Fassa) und 2017 Junioren Weltmeisterin im Slalom (Are). Seit 2017 schwankte sie zwischen beeindruckenden Ergebnissen und schweren Verletzungen hin und her, nämlich einer langanhaltenden Pfeifferschen Drüsenentzündung im Jahr 2017 und einem Kreuzbandriss im Jahr 2019.

Mit Teamkollegin Melanie Meillard, die nur ein Jahr älter ist, hat ihre Karriere viele Ähnlichkeiten. „Wir sind seit zehn Jahren im selben Team. Wir hatten beide einige Höhen und Tiefen. Wir waren wirklich gut, als wir jung waren, und dann waren wir beide verletzt. Es ist wirklich gut, jemanden zu haben, der Französisch spricht, das macht alles einfacher, denn der deutschsprachige Teil der Schweiz ist nicht derselbe wie der französischsprachige Teil“, sagte Rast.

Dieser Winter war für beide die Comeback-Saison. Ohne den Druck zu erhöhen, finden die beiden Jungstars zu ihrer jeweiligen Form zurück. „Wir sind uns jetzt näher als früher, wir wissen beide, was es heißt, verletzt zu sein. Manchmal hat Melanie bei schlechtem Wetter nicht viel Selbstvertrauen, sie hat dann nicht das Mut, zu pressen, deshalb ist es gut, sich in diesen Zeiten zu unterhalten“, sagte Rast. Jeder hat seine Stärken und Schwächen, jeder lehnt sich an den anderen an. „Melanie kann gut mit Druck umgehen und stellt sich weniger Fragen. Generell denke ich, dass man lernen kann, mit Druck besser umzugehen.“

Rast hat mit ihrem 8. Platz eine Extraportion Selbstvertrauen getankt und ihr Lächeln nach dem Rennen ist ermutigend für den letzten Teil der Saison. Auch ihre körperliche Verfassung ist auf dem Punkt. „Mir geht es gut mit meinem Knie, ich spüre es nicht mehr und ich kann mich wirklich auf das Skifahren konzentrieren und meine Verletzungen vergessen. Mental geht es mir auch gut, ich bin wirklich glücklich. Letztes Jahr bin ich keine Rennen gefahren und bin einfach viel bei allen Bedingungen gefahren und das war gut für den Geist. Ich kann mehr und besser machen und das gibt mir die Motivation, nächsten Sommer noch besser zu arbeiten.“

Foto: Agence Zoom

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Elina Kalela

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